Alternative Hochzeitsorte Heiraten bei Hertha

Die graue Amtsstube lockt nur die wenigsten Brautpaare an. Daher schicken die Standesämter ihre Beamten mittlerweile auf Berge, in den Stollen oder ins Fußballstadion.

Wer nicht im muffigen Sitzungssaal des örtlichen Rathauses heiraten will, kann den Standesbeamten inzwischen auch an ungewöhnliche Orte mitnehmen: an den Strand, auf den Berggipfel oder unter die Erde.

Für Romantiker: König Ludwigs Roseninsel Es ist durchaus ein kluger Schachzug der Gemeinde Feldafing, den Märchenkönig Ludwig II. als romantische Referenz zu nennen. Denn die Roseninsel am Starnberger See war angeblich einer seiner Lieblingsplätze. Dort soll er sich heimlich mit der österreichischen Kaiserin „Sissi“ getroffen haben. Seit 2003 kann man dort auch heiraten. Ein Fährmann schifft die Hochzeitsgesellschaft von Feldafing aus in einer sogenannten "Plette", einem Schiff, das einer venezianischen Gondel nachempfunden ist, über den See. Auf der Insel kann man dann im "Häuschen im Grünen zum Spielen" heiraten, einem von Max II. erbauten Casino. Achtung: Für 2010 ist Königs Ludwigs Lieblingsinsel schon ausgebucht! Ausweichmöglichkeiten: Auf der Insel Mainau am Bodensee kann man sogar im Schloss heiraten – entweder im Roten Saal mit ca. 25 Personen oder im Weißen Saal mit 100 Personen.

Roseninsel in Bayern: Standesamt Feldafing, Telefon: 08157/9311-29, E-Mail: gemeinde@feldafing.de
Insel Mainau am Bodensee: Standesamt Konstanz, Telefon: 07531/ 900-369, E-Mail:
Standesamt@stadt.konstanz.de

Für Fans: Heiraten im Stadion

Wahre Fußball-Fans haben ihn ja schon einmal geschlossen, den Bund fürs Leben: Mit Hertha, Schalke oder Leverkusen. In einigen Stadien kann man auch ganz sportlich ehelichen – mit Blick auf den heiligen Rasen. Sieben Bundesliga–Stadien kooperieren mittlerweile mit Standesämtern, darunter das Berliner Olympiastadion, die Veltins-Arena in Gelsenkirchen und seit Dezember 2009 auch die BayArena in Leverkusen. Allerdings sollte man sich vorher überlegen, ob die Hochzeitsgesellschaft in Fußballfragen auch einer Meinung ist.

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Berliner Olympiastadion: Standesamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Telefon: 030/ 9029 - 12249, E-Mail: heiratsbuch@charlottenburg-wilmersdorf.de. Raummiete ab 500 Euro plus Nebenkosten, Sondergebühr für die Außentrauung: 55 Euro
BayArena: Standesamt Leverkusen, Telefon: 0214/406-3370, Kosten: 180 Euro für die Eheschließung in der BayArena zusätzlich zu den regelmäßigen Gebühren in Höhe von ca. 100 Euro
Veltins-Arena: Standesamt Gelsenkirchen,
www.gelsenkirchen.de, standesamt@gelsenkirchen.de, Telefon: 0209/169-6109

Für Kraxler: Die Gipfelhochzeit

Wenn der Berg ruft, warum nicht auch dort heiraten? Statt Kirchengeläut gibt es dort Kuhglocken-Gebimmel, Gebirgswiesen und ein Gipfelkreuz. Eine wunderbar urige Hütte bietet das Standesamt Reit im Winkel mit der Klausenberg-Alm im Chiemgau an. Auf der Eisensteiner Hütt´n auf dem Großen Arber in der Sächsischen Schweiz kann man sich auf 1400 Metern trauen. Wer noch höher hinaus will, sollte auf den Wendelstein bei Bayrischzell (1838 Meter) gehen. Und auch auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, kann man heiraten. Das Standesamt Garmisch-Patenkirchen schickt seine Beamten einmal im Monat 2600 Meter hoch zur Gletscherhütte Sonn-Alpin. Die Gäste, denen die Puste für den Aufstieg fehlt, können – mit Ausnahme der Klausenbergalm – auch einfach die Bergbahn nehmen.

Klausenberg-Alm: Standesamt Reit im Winkel, Telefon: 08640/800-32 -33, E-Mail: standesamt@reitimwinkl.de
Zugspitze: Standesamt Garmisch-Partenkirchen, Telefon: 08821/ 91-01-12, E-Mail:
standesamt@gapa.de
Großer Arber: Standesamt Bayerisch Eisenstein, Kontakt: Andrea Zahn, Standesbeamtin, Telefon: 09925/940311, 
E-Mail:
andrea.zahn@bayerisch-eisenstein.landkreis-regen.de. Kosten: an Samstagen etwa 250 Euro, unter der Woche etwa 180 Euro.
Wendelstein: Standesamt Bayrischzell, Josef Acher: Telefon: 08023/ 9076-12, E-Mail:
josef.acher‎@‎bayrischzell.de. Kosten für die Eheschließung ohne Raummiete: ca. 200 Euro.

Leser-Kommentare
  1. 1. Der Ort in Bayern heißt "Reit im WINKL" (ohne "e").
    2. Die Hallig heißt bestimmt "SüderOOg" (Doppel-"O" statt Doppel-"G").
    3. Das berühmte Kap heißt "Kap HOOrn" (nochmal Doppel-"O").
    4. Heißt die Segelyacht nicht vielleicht "EncaRnacion" (das spanische Wort für "Inkarnation" oder "Fleischwerdung")?

    Bitte ein bisschen mehr Vorsicht in puncto Orthographie. Oder würde es Ihnen gefallen, wenn jemand sagt: "Ach, Frau HÄnsel - wo haben Sie denn den Herrn Gretel gelassen?"

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