Partnersuche Allein unter ErziehendenSeite 2/2

Erkennungszeichen unter Single-Eltern: ein dezentes grünes Band am Kinderwagen

Erkennungszeichen unter Single-Eltern: ein dezentes grünes Band am Kinderwagen

Warum ist die öffentliche Wahrnehmung von Alleinerziehenden so negativ? Sind die Zeiten, in denen eine "ledige Mutter" ein gesellschaftliches Tabu war, nicht lange vorbei? Schon nach dem Zweiten Weltkrieg war es normal, dass die Väter fehlten. Mit der 68er-Bewegung wurden sie sogar für überflüssig erklärt.

"Vielleicht wirft man den Frauen diese Haltung 'Wir machen das alles alleine' immer noch vor“, sagt Petersen. Dabei seien die wenigsten Frauen in ihrem Bekanntenkreis freiwillig alleinerziehend.

Zudem würden Alleinerziehende in den meisten Medien als sozial verwahrlost und als Hartz-IV-Empfängerinnen dargestellt. Das ärgert Petersen. Sie hat bis zur Geburt von Bo erfolgreich als selbstständige Hair- und Make-up-Stylistin gearbeitet. Jetzt bezieht sie Elterngeld. 

Petersen will andere Frauen ermutigen. "Viele denken, sie finden mit Kind keinen Partner mehr." Natürlich sei es für Mütter schwieriger, jemanden kennenzulernen. "Schließlich können sich die wenigsten Alleinerziehenden regelmäßig einen Babysitter leisten, um abends durch die Bars zu ziehen." Mit dem grünen Band könne man hingegen auf dem Spielplatz dezent signalisieren, dass man offen für eine Beziehung oder auch nur einen Flirt sei.

Petersen verfolgt mit ihrer Idee keinen kommerziellen Zweck. Auf ihrer Homepage kann man ein Band bestellen, zwei Euro kostet der Versand inklusive einer persönlichen Karte. Das deckt gerade die Ausgaben. "Ein Sponsor wäre natürlich schön“, sagt Petersen. "Immerhin bezieht man sicher ein paar Karmapunkte, weil man Liebe stiftet.“

Bisher hat sie etwa 50 bis 60 Bändchen verschickt. Wie viele Berlinerinnen sich selbst eines gebastelt haben, weiß sie nicht. Auf dem Spielplatz im Prenzlauer Berg ist sie jedenfalls die einzige Trägerin. "Ich glaube, es braucht noch ein bisschen Zeit, bis sich die Bändchen durchsetzen“, sagt Petersen. "Es fehlt immer noch das Selbstbewusstsein zu sagen: Ich bin alleinerziehend und zeige das auch."

Wahrscheinlich ist ihr grünes Band auch eher ein Plädoyer für mehr Lebensfreude als tatsächlich eine Flirthilfe. Hat sie Angst davor, zur "Vorzeige-Alleinerziehenden“ zu werden? "Das ist in Ordnung für mich", sagt Petersen. "Denn die meisten wollen eben nicht ihr Gesicht zeigen."
 

 
Leser-Kommentare
  1. "Warum ist die öffentliche Wahrnehmung von Alleinerziehenden so negativ?"
    Wird im Artikel gefragt. Die Antwort ist einfach. In der Schule findet man zwei Hochrisikogruppen, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder Alleinerziehender.
    Es gibt inzwischen nicht wenig Schulen, die nach diesen Kriterien die Kinder auf die Klassen verteilen und nicht nach Wohngebiet, damit die Problemkinder sich nicht alle in einer Klasse ballen.
    Das es im Einzelfall ganz anders aussehen kann, steht außer Frage, aber die Statistik stützt das Vorurteil eindeutig.

    • meuser
    • 18.06.2010 um 15:58 Uhr

    Man sollte mal bei der Nachkriegsgeneration nachfragen, was es heißt, ohne Vater aufzuwachsen.
    Den Kindern fehlt ein Teil ihrer Identität.Die Suche nach dem Vater wird für viele zum Lebensthema.
    Dies ist schlicht eine Versündigung an den Kindern.
    Dass das jetzt auch noch in der Zeit gefeiert wird, ist schlicht pervers.

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    Ignorieren und Schweigen?
    Adressieren und Anklagen?

    Die Situation wird sich wohl nicht ändern, also arrangiert man sich halt damit

    Sie können meinen Vater fragen, der ist ohne Vater groß geworden und hats auch irgendwie überlebt. Es bringt sicher nichts, Horrorszenarien an die Wand zu malen.

    Ich bin selber Vater und die Mutter meines Sohnes hat sich von mir getrennt, als dieser 1,5 Monate alt war. Mein Wunsch war das nicht, aber ich und mein Sohn müssen damit leben. Ich kann auch nicht sagen, ob das jetzt gut oder schlecht für meinen Sohn ist, ich bin nur versucht, das Beste aus der Situation für uns zu machen.

    Tatsache ist, dass es heute kaum noch ökonomische Gründe gibt, an einer Beziehung festzuhalten, wenn es mal nicht so läuft, wie beide es sich vorstellen. Rein ökonomisch betrachtet ist es für die Frau erst einmal wurscht, ob mit oder ohne Partner, wenn dieser nicht gerade sehr gut verdienend ist. Ich bin Normalverdiener und mit allem Drum und Dran (Kindergeld, Unterhalt, Elterngeld) hat meine Ex z.Zt. mehr als ich zur Verfügung. Sie "verdient" z.Zt. praktisch das Gleiche wie vorher im Job. Das wird sich natürlich nach 14 Monaten ändern, aber auch da wird sie aller Voraussicht nach nicht Hunger leiden müssen. Langfristig gesehen sicher eine Problem in der Zukunft (Altersarmut), kurzfristig gesehen aber durchaus so, dass Frau davon gut leben kann.

    Es ist gut, dass ökonomische Gründe wegfallen, an Beziehungen festzuhalten, es macht die Sache aber auch sehr leicht. Einfach ein grünes Bändchen an den Wagen heften, beim nächsten Mann wird dann alles anders (oder auch nicht).

    • otto_B
    • 18.06.2010 um 18:59 Uhr

    "....auch noch ..... gefeiert wird, ist schlicht pervers."

    Zustimmung. Man kann zwar nie wissen wie's kommt, aber meinen Enkeln (sofern sie denn mal kommen) würd ich zwei sich liebende Eltern wünschen, daß ihnen also Patchwork mit wechselnde "LAG"s erspart bleibt.
    Daß also die "Jungerwachsenen" nicht allzu leichtfertig damit umgehen, mit wem sie ins Bett gehen. man könnte jetzt über Sex und Partnerschaft philosophieren..... und die vom Sozialstaat garantierte wirtschaftliche Folgenlosigkeit des eigenen Tuns.....

    Aber kommen wir doch mal wieder runter. Bei unserer guten Aktivistin werden zwei Dinge kombiniert. Sie hat ein Kind - gut, das sieht man auch ohne grünes Bändchen. Aber sie hat keinen Partner, und das möchte sie mit einer Äußerlichkeit zum Ausdruck bringen.
    Damit erklärt sie ihre Unzufriedenheit mit den Gepflogenheiten der Moderne, denn die hat genau solche Statuskennzeichen abgeschafft.
    Also, sie möchte gerne "unter die Haube", und das bringt sie mit diesem Zeichen zum Ausdruck.
    Warum nicht. Warum eigentlich das grüne Bändchen nicht auch für bindungswillige Ledige - auch ohne Kind.
    Hatten wir alles schonmal. Mit der "Haube" - oder daß man ebendiese noch nicht trug. Das Abendland geht doch noch nicht unter.

    Ignorieren und Schweigen?
    Adressieren und Anklagen?

    Die Situation wird sich wohl nicht ändern, also arrangiert man sich halt damit

    Sie können meinen Vater fragen, der ist ohne Vater groß geworden und hats auch irgendwie überlebt. Es bringt sicher nichts, Horrorszenarien an die Wand zu malen.

    Ich bin selber Vater und die Mutter meines Sohnes hat sich von mir getrennt, als dieser 1,5 Monate alt war. Mein Wunsch war das nicht, aber ich und mein Sohn müssen damit leben. Ich kann auch nicht sagen, ob das jetzt gut oder schlecht für meinen Sohn ist, ich bin nur versucht, das Beste aus der Situation für uns zu machen.

    Tatsache ist, dass es heute kaum noch ökonomische Gründe gibt, an einer Beziehung festzuhalten, wenn es mal nicht so läuft, wie beide es sich vorstellen. Rein ökonomisch betrachtet ist es für die Frau erst einmal wurscht, ob mit oder ohne Partner, wenn dieser nicht gerade sehr gut verdienend ist. Ich bin Normalverdiener und mit allem Drum und Dran (Kindergeld, Unterhalt, Elterngeld) hat meine Ex z.Zt. mehr als ich zur Verfügung. Sie "verdient" z.Zt. praktisch das Gleiche wie vorher im Job. Das wird sich natürlich nach 14 Monaten ändern, aber auch da wird sie aller Voraussicht nach nicht Hunger leiden müssen. Langfristig gesehen sicher eine Problem in der Zukunft (Altersarmut), kurzfristig gesehen aber durchaus so, dass Frau davon gut leben kann.

    Es ist gut, dass ökonomische Gründe wegfallen, an Beziehungen festzuhalten, es macht die Sache aber auch sehr leicht. Einfach ein grünes Bändchen an den Wagen heften, beim nächsten Mann wird dann alles anders (oder auch nicht).

    • otto_B
    • 18.06.2010 um 18:59 Uhr

    "....auch noch ..... gefeiert wird, ist schlicht pervers."

    Zustimmung. Man kann zwar nie wissen wie's kommt, aber meinen Enkeln (sofern sie denn mal kommen) würd ich zwei sich liebende Eltern wünschen, daß ihnen also Patchwork mit wechselnde "LAG"s erspart bleibt.
    Daß also die "Jungerwachsenen" nicht allzu leichtfertig damit umgehen, mit wem sie ins Bett gehen. man könnte jetzt über Sex und Partnerschaft philosophieren..... und die vom Sozialstaat garantierte wirtschaftliche Folgenlosigkeit des eigenen Tuns.....

    Aber kommen wir doch mal wieder runter. Bei unserer guten Aktivistin werden zwei Dinge kombiniert. Sie hat ein Kind - gut, das sieht man auch ohne grünes Bändchen. Aber sie hat keinen Partner, und das möchte sie mit einer Äußerlichkeit zum Ausdruck bringen.
    Damit erklärt sie ihre Unzufriedenheit mit den Gepflogenheiten der Moderne, denn die hat genau solche Statuskennzeichen abgeschafft.
    Also, sie möchte gerne "unter die Haube", und das bringt sie mit diesem Zeichen zum Ausdruck.
    Warum nicht. Warum eigentlich das grüne Bändchen nicht auch für bindungswillige Ledige - auch ohne Kind.
    Hatten wir alles schonmal. Mit der "Haube" - oder daß man ebendiese noch nicht trug. Das Abendland geht doch noch nicht unter.

  2. Ignorieren und Schweigen?
    Adressieren und Anklagen?

    Die Situation wird sich wohl nicht ändern, also arrangiert man sich halt damit

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    • meuser
    • 18.06.2010 um 16:11 Uhr

    Durch die großzügige staatliche Unterstützung ist die Anzahl der Alleinerziehenden explodiert.
    Staatlich gefördertes Kind-Kaputt-Machungsprogramm!

    • meuser
    • 18.06.2010 um 16:11 Uhr

    Durch die großzügige staatliche Unterstützung ist die Anzahl der Alleinerziehenden explodiert.
    Staatlich gefördertes Kind-Kaputt-Machungsprogramm!

    • meuser
    • 18.06.2010 um 16:11 Uhr

    Durch die großzügige staatliche Unterstützung ist die Anzahl der Alleinerziehenden explodiert.
    Staatlich gefördertes Kind-Kaputt-Machungsprogramm!

    • meuser
    • 18.06.2010 um 16:20 Uhr

    http://www.faz.net/s/Rub0...

    Hier werden die rein wirtschaftlichen Kosten und Ursachen erschöpfend beleuchtet.
    Was den Kindern angetan wird, wird allerdings auch hier verschwiegen.

  3. Sie können meinen Vater fragen, der ist ohne Vater groß geworden und hats auch irgendwie überlebt. Es bringt sicher nichts, Horrorszenarien an die Wand zu malen.

    Ich bin selber Vater und die Mutter meines Sohnes hat sich von mir getrennt, als dieser 1,5 Monate alt war. Mein Wunsch war das nicht, aber ich und mein Sohn müssen damit leben. Ich kann auch nicht sagen, ob das jetzt gut oder schlecht für meinen Sohn ist, ich bin nur versucht, das Beste aus der Situation für uns zu machen.

    Tatsache ist, dass es heute kaum noch ökonomische Gründe gibt, an einer Beziehung festzuhalten, wenn es mal nicht so läuft, wie beide es sich vorstellen. Rein ökonomisch betrachtet ist es für die Frau erst einmal wurscht, ob mit oder ohne Partner, wenn dieser nicht gerade sehr gut verdienend ist. Ich bin Normalverdiener und mit allem Drum und Dran (Kindergeld, Unterhalt, Elterngeld) hat meine Ex z.Zt. mehr als ich zur Verfügung. Sie "verdient" z.Zt. praktisch das Gleiche wie vorher im Job. Das wird sich natürlich nach 14 Monaten ändern, aber auch da wird sie aller Voraussicht nach nicht Hunger leiden müssen. Langfristig gesehen sicher eine Problem in der Zukunft (Altersarmut), kurzfristig gesehen aber durchaus so, dass Frau davon gut leben kann.

    Es ist gut, dass ökonomische Gründe wegfallen, an Beziehungen festzuhalten, es macht die Sache aber auch sehr leicht. Einfach ein grünes Bändchen an den Wagen heften, beim nächsten Mann wird dann alles anders (oder auch nicht).

  4. Ich finde die Idee mit der grünen Schleife gut. Was ich weniger gut finde, sind die Reaktionen, die z. T. aus den Kommentaren hervorgehen. Warum muss man da gleich wieder auf Alleinerziehenden rumhacken?

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