Liebe für Fortgeschrittene Gibt es die wahre Liebe im Netz?

Ein Drittel aller Beziehungen beginnt im Internet. Doch bestehen sie auch in der Realität? Darüber diskutieren Clara Ott und Michael Cöllen in unserer Videokolumne.

Kann man über Liebe streiten? Man muss sogar! In unserer wöchentlichen Videokolumne Liebe für Fortgeschrittene diskutieren die Journalistin Clara Ott und der Paartherapeut Michael Cöllen über kontroverse Fragen, die sich in vielen Partnerschaften stellen.

Michael Cöllen, Jahrgang 1944, ist psychologischer Psychotherapeut und betreibt seit 1980 eine paartherapeutische Praxis in Hamburg. Er moderierte viele Jahre die Fernsehsendung für Paare Ich und Du beim NDR und ist Vorstand der Deutschen Gesellschaft für integrative Paartherapie und Paarsynthese e.V.

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Clara Ott, Jahrgang 1980, arbeitet als freie Journalistin in Hamburg. Neben Literatur, Mode und Gesellschaftsthemen schreibt sie viel über Liebes- und Partnerschaftsthemen. Momentan arbeitet sie an einem Roman über Männer.

Unsere Kolumne soll nicht als "Lehrstück" dienen, sondern vielmehr als Diskussionsgrundlage für unsere Leser. Wir freuen uns daher sehr, von Ihren Erfahrungen rund um das Thema Liebe im Internet zu hören und sind gespannt auf Ihre Einschätzungen und Kommentare!

 
Leser-Kommentare
  1. Normalerweise scannt man Leute anhand ihrer körperlichen Attraktivität, ob sie als Kandidat überhaupt infrage kommen. Da können wundervolle Menschen schon mal aussortiert werden, weil sie nicht dem Idealbild entsprechen.

    In der Kommunikation im Netz bekommt man dann ohne die visuellen Reize ein sehr viel deutlicheres Bild vom Wesen des anderen. Insofern kann ich mir gut vorstellen, dass solche Beziehungen auch besser funktionieren.

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    • dp80
    • 25.01.2011 um 16:14 Uhr

    Nein, eben das gilt glaube ich im Web2.0 heute nicht mehr. Zumindest bei jungen Leuten ist es so, dass (mindestens) ein Profilbild einfach erwartet wird. Wenn man das nicht hat, ist Misstrauen angesagt, weil man ja etwas zu verbergen haben könnte.

    Der E-Mail-Flirt von früher, wo man wochenlang "Brieffreundschaft" geführt und sich abgetastet hat, und erst dann eventuell mal ein Bild getauscht hat, ist heute bei jungen Menschen out. Es muss gleich alles exhibitionistisch im Netz verfügbar sein, sonst ist was faul.

    • Zack34
    • 25.01.2011 um 17:05 Uhr

    Das kann zutreffen, muss jedoch nicht. Zwei können sich, ohne sich gesehen zu haben, schon vorher in ihren Briefen/Mails hoch schauckeln. Da lernt man sich dabei gegenseitig sehr mögen.

    Das Bild kann dann aber durchaus ernüchternd wirken, leider. Und das hat nichts, aber rein gar nichts mit albernen Traumfrauen zu tun. Genau die Tatsache, dass man sich gegenseitig nicht nur, jedoch sehr wohl auch äußerlich attraktiv finden muss, kann sich keiner wirklich ausreden, damit verleugnet man sich selbst. Woraus diese Attraktivität dann letztendlich besteht, ist völlig frei.

    Ich z.B. finde Frauen mit ausdrucksstarken Augenbrauen attraktiv. Treffe ich eine, die sich diese kleinen Wolken über ihren Augen förmlich weggezupft oder diese gar nachgezeichnet haben, so ist für mich auf der Stelle (sic!) instinktiv jegliche weibliche Attraktivität weg.


    Ist hier eine mit solchen Augenbrauen dabei? ;-))

    Ehm, nein. Muss ich einfach so einwerfen.

    Gerade als Mann mit durchschnittlicher bis unterdurchschnittlicher Fratze und Figur hat man in den Online-Börsen eigentlich nichts verloren. Dort herrscht Katalog-Mentalität und man wird gnadenlos aussortiert. Nicht mal eine "sorry, kein Interesse" - Antwort ist man den heutigen "Ladies" wert.

    Und die Grundlagen der Studienauswertung will ich erst mal sehen. Mir kommt die Zahl wie das Ergebnis einer optimistischer Rechenart vor.

    • dp80
    • 25.01.2011 um 16:14 Uhr

    Nein, eben das gilt glaube ich im Web2.0 heute nicht mehr. Zumindest bei jungen Leuten ist es so, dass (mindestens) ein Profilbild einfach erwartet wird. Wenn man das nicht hat, ist Misstrauen angesagt, weil man ja etwas zu verbergen haben könnte.

    Der E-Mail-Flirt von früher, wo man wochenlang "Brieffreundschaft" geführt und sich abgetastet hat, und erst dann eventuell mal ein Bild getauscht hat, ist heute bei jungen Menschen out. Es muss gleich alles exhibitionistisch im Netz verfügbar sein, sonst ist was faul.

    • Zack34
    • 25.01.2011 um 17:05 Uhr

    Das kann zutreffen, muss jedoch nicht. Zwei können sich, ohne sich gesehen zu haben, schon vorher in ihren Briefen/Mails hoch schauckeln. Da lernt man sich dabei gegenseitig sehr mögen.

    Das Bild kann dann aber durchaus ernüchternd wirken, leider. Und das hat nichts, aber rein gar nichts mit albernen Traumfrauen zu tun. Genau die Tatsache, dass man sich gegenseitig nicht nur, jedoch sehr wohl auch äußerlich attraktiv finden muss, kann sich keiner wirklich ausreden, damit verleugnet man sich selbst. Woraus diese Attraktivität dann letztendlich besteht, ist völlig frei.

    Ich z.B. finde Frauen mit ausdrucksstarken Augenbrauen attraktiv. Treffe ich eine, die sich diese kleinen Wolken über ihren Augen förmlich weggezupft oder diese gar nachgezeichnet haben, so ist für mich auf der Stelle (sic!) instinktiv jegliche weibliche Attraktivität weg.


    Ist hier eine mit solchen Augenbrauen dabei? ;-))

    Ehm, nein. Muss ich einfach so einwerfen.

    Gerade als Mann mit durchschnittlicher bis unterdurchschnittlicher Fratze und Figur hat man in den Online-Börsen eigentlich nichts verloren. Dort herrscht Katalog-Mentalität und man wird gnadenlos aussortiert. Nicht mal eine "sorry, kein Interesse" - Antwort ist man den heutigen "Ladies" wert.

    Und die Grundlagen der Studienauswertung will ich erst mal sehen. Mir kommt die Zahl wie das Ergebnis einer optimistischer Rechenart vor.

  2. ... oder nicht hängt nicht davon ab, ob zwei Menschen zueinander "passen", sondern davon, ob diese zwei Menschen bereit sind für die Beziehung zu arbeiten.

    Denn selbst wenn, was unwahrscheinlich genug ist, zwei Menschen anfangs zueinander "passen", so entwickeln sich diese doch (hoffentlich!) weiter - und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Entwicklung im gleichen Tempo, in der gleichen Intensität und in die gleiche Richtung geschieht, ist verschwindend gering.

    Beziehung bedeutet also immer Arbeit an-, für- und miteinander. Die Suche nach "dem richtigen" Partner führt daher in den meisten Fällen auf direktem Weg in eine Sackgasse.

    Es ist also meiner Meinung nach nicht so entscheidend auf welche Art und Weise das gegenseitige Kennenlernen geschieht, sondern eher mit welcher Intention.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Noch vor wenigen Jahren hätte ich es für absolut ausgeschlossen gehalten, den Mann, den ich heiraten möchte im Internet kennen zu lernen. Und es ist doch passiert. In einem Social Network, in dem wir uns beide wegen unseres Interesses für Musik angemeldet hatten und in dem wir beide ganz ausdrücklich nicht nach einem Partner gesucht haben. Aber gefunden haben wir uns dennoch. Das ist bald drei Jahre her. Wir sind verlobt, haben ein Kind, das zweite ist unterwegs und ich würde ihn für nichts auf der Welt mehr eintauschen! So kitschig das auch klingt!
    Ich habe oft darüber nachgedacht, wieso Menschen online so schnell eine so enge "Bindung" aufbauen und ich denke, es liegt eben gerade am körperlichen Abstand. Bevor man sich zum ersten Mal tatsächlich gegenübersteht, hat man bereits eine Basis. Sei sie intellektuell, emotional oder nur einem gemeinsamen Hobby geschuldet. Bevor ich mich jemals mit einem Online-Kontakt getroffen habe, ging immer viel Zeit ins Land. Schon aus Sicherheitsgründen. Wenn man sich dann trifft, weiß man schon, dass man sich etwas zu sagen hat, eine gemeinsame Basis hat. Ob das dann auch für eine feste Beziehung und Liebe reicht oder für eine Freundschaft findet man dann eben in Ruhe heraus. Ich bin jedenfalls bekehrt, denn ich habe nicht nur meinen Mann, sondern auch andere interessante Menschen im Netz getroffen und einige sind sogar Freunde geworden und zwar ganz und gar analog.

    • dp80
    • 25.01.2011 um 16:06 Uhr

    Die Erfahrungen einiger Kommentatoren in Ehren: Ich bin nicht der Meinung, dass das Äußere bei Online-Flirts eine geringere Rolle spielt.

    Ich stimme zu, dass das noch vor 10 Jahren so war, als nur sehr wenige das Internet überhaupt zum Flirten nutzten. Aber in Zeiten des Web 2.0 ist das anders.

    Meine Erfahrung als Mann heutzutage:

    1. Das Verhältnis von Geschlechtern in Flirtforen ist sehr ungleich: Viel mehr Männer.

    2. Dadurch, und weil manche Männer ihre Anfragen un-individuell (als Spam) an alle Frauen senden, werden Frauen in Online-Netzwerken von Angeboten überhäuft.

    3. Daher haben Frauen eine brutale Filtertaktik entwickelt: Männer müssen das perfekte Profilbild haben, die perfekten Hobbies, den perfekten Job... und das alles muss auf den ersten Blick im Profil sichtbar sein, sonst wird sofort gelöscht.

    4. Und wenn der "Bewerbungs-Check" dann doch mal ausnahmsweise überstanden ist, versteht man sich im realen Leben nicht, weil man sich nicht riechen kann, das Lächeln des anderen sonderbar ist oder die Stimme komisch.

    Mein Motto ist daher: Lieber gleich im realen Leben kennenlernen. Verlieben hat meiner Ansicht nach viel mit Ausstrahlung und "riechen können" zu tun, wenig mit Checklisten-Abhaken. Wenn man sich gut "riechen" kann, sind auch unterschiedliche Hobbies, eine schiefe Nase usw. kein Problem.

    Achja, eine weitere Erfahrung: Frauen im Netz haben oft gleich das Fernziel Heirat im Kopf. Anstatt erst mal drauflos zu leben und zu sehen, wie es sich entwickelt.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Lieber dp80,

    Ihr Motto und Einwand mit dem "real riechen können" ist vollkommen korrekt! Was nützt es, wenn beide gern Paddeln oder den gleichen Musikgeschmack haben, wenn man sich nicht attraktiv findet. Dann scheitert es wie Sie so schön formuliert haben gleich beim "Bewerbungs-Check".

    Ich war selbst mal testweise bei einer Partnerbörse angemeldet und es waren nach meinem Gefühl wirklich viel mehr Männer angemeldet. Und die wenigstens (leider) suchten etwas Ernstes...

    Lieber dp80,

    Ihr Motto und Einwand mit dem "real riechen können" ist vollkommen korrekt! Was nützt es, wenn beide gern Paddeln oder den gleichen Musikgeschmack haben, wenn man sich nicht attraktiv findet. Dann scheitert es wie Sie so schön formuliert haben gleich beim "Bewerbungs-Check".

    Ich war selbst mal testweise bei einer Partnerbörse angemeldet und es waren nach meinem Gefühl wirklich viel mehr Männer angemeldet. Und die wenigstens (leider) suchten etwas Ernstes...

    • dp80
    • 25.01.2011 um 16:14 Uhr

    Nein, eben das gilt glaube ich im Web2.0 heute nicht mehr. Zumindest bei jungen Leuten ist es so, dass (mindestens) ein Profilbild einfach erwartet wird. Wenn man das nicht hat, ist Misstrauen angesagt, weil man ja etwas zu verbergen haben könnte.

    Der E-Mail-Flirt von früher, wo man wochenlang "Brieffreundschaft" geführt und sich abgetastet hat, und erst dann eventuell mal ein Bild getauscht hat, ist heute bei jungen Menschen out. Es muss gleich alles exhibitionistisch im Netz verfügbar sein, sonst ist was faul.

    Antwort auf "Innere Werte"
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    heißt ja nicht gleich "sich auf einer Dating Platform kennenlernen". Es gibt ja viele andere Möglichkeiten, wie Foren, online- Spiele oder Blogs, durch die man sich kennenlernen kann. Da kann man durchaus jemanden nach und nach durch das was er schreibt oder wie er spielt interessant finden - und nach und nach einen privaten Kontakt aufbauen, der noch nicht sofort auf Beziehungsanbahnung abzielt.

    heißt ja nicht gleich "sich auf einer Dating Platform kennenlernen". Es gibt ja viele andere Möglichkeiten, wie Foren, online- Spiele oder Blogs, durch die man sich kennenlernen kann. Da kann man durchaus jemanden nach und nach durch das was er schreibt oder wie er spielt interessant finden - und nach und nach einen privaten Kontakt aufbauen, der noch nicht sofort auf Beziehungsanbahnung abzielt.

    • Zack34
    • 25.01.2011 um 17:05 Uhr

    Das kann zutreffen, muss jedoch nicht. Zwei können sich, ohne sich gesehen zu haben, schon vorher in ihren Briefen/Mails hoch schauckeln. Da lernt man sich dabei gegenseitig sehr mögen.

    Das Bild kann dann aber durchaus ernüchternd wirken, leider. Und das hat nichts, aber rein gar nichts mit albernen Traumfrauen zu tun. Genau die Tatsache, dass man sich gegenseitig nicht nur, jedoch sehr wohl auch äußerlich attraktiv finden muss, kann sich keiner wirklich ausreden, damit verleugnet man sich selbst. Woraus diese Attraktivität dann letztendlich besteht, ist völlig frei.

    Ich z.B. finde Frauen mit ausdrucksstarken Augenbrauen attraktiv. Treffe ich eine, die sich diese kleinen Wolken über ihren Augen förmlich weggezupft oder diese gar nachgezeichnet haben, so ist für mich auf der Stelle (sic!) instinktiv jegliche weibliche Attraktivität weg.


    Ist hier eine mit solchen Augenbrauen dabei? ;-))

    Antwort auf "Innere Werte"
  4. Ehm, nein. Muss ich einfach so einwerfen.

    Gerade als Mann mit durchschnittlicher bis unterdurchschnittlicher Fratze und Figur hat man in den Online-Börsen eigentlich nichts verloren. Dort herrscht Katalog-Mentalität und man wird gnadenlos aussortiert. Nicht mal eine "sorry, kein Interesse" - Antwort ist man den heutigen "Ladies" wert.

    Und die Grundlagen der Studienauswertung will ich erst mal sehen. Mir kommt die Zahl wie das Ergebnis einer optimistischer Rechenart vor.

    Antwort auf "Innere Werte"

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