Leserartikel

MännerVerkopft und kompliziert

Junge Männer von heute sind hoffnungslose Romantiker, schreibt Leser M. Ott. Frauen sollten geduldiger sein und auf sie zugehen.

Silvester, die Nacht der Hoffnungslosen. Der junge Mann von heute hofft trotzdem und trinkt sich Mut an. Erfolglos. Er lungert alleine in einer Großstadtbar herum. Er möchte eigentlich nicht hier sein. Viel lieber würde er zu Hause auf der Couch sitzen. Aber eben nicht nur allein mit dem Rotweinglas.

Der junge Mann von heute ist still und sensibel. Der bärtige Typ mit der Nerdbrille, in seinem grauen Cardigan mit Aufnähern an den Ellenbogen, hat genug gesehen. Trennungen und verpasste Gelegenheiten haben ihn verunsichert. Er fürchtet den Schmerz danach. Er will nicht mitten in der Nacht anrufen und weinen. Denn das machen junge Männer von heute: Sie rufen Freunde an und heulen wie Babys. Oder sie saufen und greinen dann.

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Die Geschlechterrollen haben sich verändert. Die junge Frau von heute ist nicht mehr nur sensibel. Sie sehnt sich nicht nach einer starken Brust. Sie will nicht, dass ihr Freund jeden davon abhält, ihr auf den Arsch zu glotzen. Sie möchte sich viel lieber selbst verteidigen.

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Die junge Frau von heute möchte selbstständig und emanzipiert sein. Sie will Freiraum. Sie trägt weite Trainingshosen und ernste Zöpfe. Sie möchte ihre Getränke selbst bezahlen. Sie will unabhängig sein und Karriere machen. Die Bilder der Scheidung ihrer Eltern haben sie desillusioniert.

Wo soll der junge und gerüttelte Mann da angreifen? Darf er einfach hingehen und fragen, ob sie mit ihm an die Bar gehen möchte? Er hat sich doch schon genug Körbe und Gelächter eingehandelt. Sein kleines Herz würde sich nur noch weiter auf die Größe eines Kronkorkens zusammenziehen.

Aus dem jungen, selbstsicheren Mann ist ein schüchterner und zurückhaltender Typ geworden, dem die Frau etwas entgegenkommen muss. Dieser junge Mann mit seinem Dreitagebart ist ein Waschlappen, ein Weichei und alles andere als der Beschützertyp. Er schaut sich How i met your mother wegen Ted Mosby an, weil er derselbe leicht debile Verlierertyp ist. Auch an ihn wird sich eine junge Frau anlehnen können. Aber er braucht ein wenig mehr Zeit.

 
Leserkommentare
  1. 81. #47 weg

    Entfernt. Kritik an der Moderation können Sie gerne an community@zeit.de richten. Die Redaktion/vn

    2 Leserempfehlungen
  2. erst diesen Samstag auf ner Studentenparty erlebt:

    Ich stehe vorne, tanze dezent(!) ein Mädel an. Sie dreht sich rum und schleudert mir ein aggressives "verpiss dich einfach" entgegen.

    Also ich halte das aus, kein Problem, aber es gibt genug Männer, die sich das zu Herzen nehmen. Ist einfach nicht die feine Art. Eine halbe Stunde später unterhalte ich mich mit nem Mädel, das sehr freundlich und aufgeschlossen war.

    Es gibt halt solche und solche, bei Männern wie bei Frauen...

    6 Leserempfehlungen
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    hat sich im Laufe der Jahrtausende erwiesen, zunächst den Blickkontakt zu suchen, um dann aus der Mimik zu schlußfolgern, ob näherer Kontakt gewünscht ist.

    Immerhin tanzten Sie so eng hinter ihr, dass sie es merkte, ohne Sie zu sehen... "dezent" ist eben eine Interpretationsfrage

    hat sich im Laufe der Jahrtausende erwiesen, zunächst den Blickkontakt zu suchen, um dann aus der Mimik zu schlußfolgern, ob näherer Kontakt gewünscht ist.

    Immerhin tanzten Sie so eng hinter ihr, dass sie es merkte, ohne Sie zu sehen... "dezent" ist eben eine Interpretationsfrage

  3. 2/3 ihrer Lebenszeit verbringt Frau mit anderen Fragen und diese werden i.d.R. zu 95% mit anderen Frauen besprochen.
    Es ist zugleich eine Täuschung und eine Selbsttäuschung, denn Frauen reden erheblich mehr über Männer als mit ihnen

    Das sind wichtige Punkte, die bei solchen Diskursen gerne verdrängt werden. Wobei ich 2/3 der Lebenszeit sogar für sehr wohlwollen geschätzt halte. Es dürften m.E eher 99/100 der Lebenszeit sein.

    Das Frauen weitaus mehr untereinander über Männer reden als mit ihnen, hat zudem in Verbindung mit "männlichem Fehlverhalten" den netten Nebeneffekt, dass der Gesprächsstoff nie ausgeht.

    Insofern sind Männer für Frauen nicht viel mehr als nur Lieferanten für fraueninternen Gesprächs-Stoff.

    Dabei wird von den Frauen eine künstlich erhöhte Dichotomie aufgebaut, welche weidlich ausgenutzt wird um im fraueninternen Gespräch jene Pseudosolidarität herzustellen, die für den Wohlfühleffekt (der Hauptgrund für weibliche Kommunikation) so unerlässlich ist.

    5 Leserempfehlungen
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    • multix
    • 23.01.2012 um 15:39 Uhr

    sind keine weibl. Privileg seit der Erfindung der Gattenfamilie.

    Wer darin zusammenkommt ist bekannt und die Themen bzw. das Niveau von Herrenabenden sind denen der modernen Damenkränzchen nicht unähnlich, fürchte ich.

    Das sind n.m.E. auch ziemlich geschlossene Gesellschaften mit ganz eigenen Zugehörigkeitskennzeichen und Codes.
    Ob da Frauen im Allgemeinen gut wegkommen darf bezweifelt werden.

    Meine Frau meidet pseudoemanzipierte womens-only-Kränzchen so wie ich besagte Männer/Herren usw. Abende. Mann kommt auch ohne bestens aus, obwohl es manchmal von Vorteil ist, sich mal auf ein Bierchen und Smalltalk sehen zu lassen und damit so zu tun als ob...

    Aber hier gehts ja um verkopfte komplizierte Männlichkeit, deren Hauptmerkmal aus meiner Sicht die Defensivität und die Anforderung nach Zeit ist.

    Daraus schließe ich, dass ein anderes Refugium für die diesmal individuelle Entwicklung von Männlichkeit, unabhängig von Frau und o.g. Männerkreisen, gesucht ist.

    Keine schlechte Idee, an und für sich. Wenn ein Mann für seine Überlegungen zur Männlichkeit im Bezug zu Frauen Zeit braucht und sich nimmt - why not?

    Wichtiger erscheint mir angesichts o.g. Männergruppierungen zunächst die Selbstpositionierung unter Männern und damit gewisse Abgrenzungen ggü allzumännlichen und bspw. sozialrepressiven Männlichkeiten.

    Wäre umgekehrt auch Frauen in ihren Clan-Strukturen zu empfehlen, denke ich. Aber das ist bestimmt nicht meine Sache. Mann muss wissen was einen angeht und was nicht.

    m.

    • multix
    • 23.01.2012 um 15:39 Uhr

    sind keine weibl. Privileg seit der Erfindung der Gattenfamilie.

    Wer darin zusammenkommt ist bekannt und die Themen bzw. das Niveau von Herrenabenden sind denen der modernen Damenkränzchen nicht unähnlich, fürchte ich.

    Das sind n.m.E. auch ziemlich geschlossene Gesellschaften mit ganz eigenen Zugehörigkeitskennzeichen und Codes.
    Ob da Frauen im Allgemeinen gut wegkommen darf bezweifelt werden.

    Meine Frau meidet pseudoemanzipierte womens-only-Kränzchen so wie ich besagte Männer/Herren usw. Abende. Mann kommt auch ohne bestens aus, obwohl es manchmal von Vorteil ist, sich mal auf ein Bierchen und Smalltalk sehen zu lassen und damit so zu tun als ob...

    Aber hier gehts ja um verkopfte komplizierte Männlichkeit, deren Hauptmerkmal aus meiner Sicht die Defensivität und die Anforderung nach Zeit ist.

    Daraus schließe ich, dass ein anderes Refugium für die diesmal individuelle Entwicklung von Männlichkeit, unabhängig von Frau und o.g. Männerkreisen, gesucht ist.

    Keine schlechte Idee, an und für sich. Wenn ein Mann für seine Überlegungen zur Männlichkeit im Bezug zu Frauen Zeit braucht und sich nimmt - why not?

    Wichtiger erscheint mir angesichts o.g. Männergruppierungen zunächst die Selbstpositionierung unter Männern und damit gewisse Abgrenzungen ggü allzumännlichen und bspw. sozialrepressiven Männlichkeiten.

    Wäre umgekehrt auch Frauen in ihren Clan-Strukturen zu empfehlen, denke ich. Aber das ist bestimmt nicht meine Sache. Mann muss wissen was einen angeht und was nicht.

    m.

    • snoek
    • 23.01.2012 um 15:19 Uhr
    84. .....

    Entfernt. Bitte achten Sie auf eine respektvolle Wortwahl. Die Redaktion/vn

    Eine Leserempfehlung
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    • snoek
    • 24.01.2012 um 7:36 Uhr

    http://www.graphitti-blog.de/files/2012/01/Was-sich-Frauen-wünschen.png

    • snoek
    • 24.01.2012 um 7:36 Uhr

    http://www.graphitti-blog.de/files/2012/01/Was-sich-Frauen-wünschen.png

    • multix
    • 23.01.2012 um 15:39 Uhr

    sind keine weibl. Privileg seit der Erfindung der Gattenfamilie.

    Wer darin zusammenkommt ist bekannt und die Themen bzw. das Niveau von Herrenabenden sind denen der modernen Damenkränzchen nicht unähnlich, fürchte ich.

    Das sind n.m.E. auch ziemlich geschlossene Gesellschaften mit ganz eigenen Zugehörigkeitskennzeichen und Codes.
    Ob da Frauen im Allgemeinen gut wegkommen darf bezweifelt werden.

    Meine Frau meidet pseudoemanzipierte womens-only-Kränzchen so wie ich besagte Männer/Herren usw. Abende. Mann kommt auch ohne bestens aus, obwohl es manchmal von Vorteil ist, sich mal auf ein Bierchen und Smalltalk sehen zu lassen und damit so zu tun als ob...

    Aber hier gehts ja um verkopfte komplizierte Männlichkeit, deren Hauptmerkmal aus meiner Sicht die Defensivität und die Anforderung nach Zeit ist.

    Daraus schließe ich, dass ein anderes Refugium für die diesmal individuelle Entwicklung von Männlichkeit, unabhängig von Frau und o.g. Männerkreisen, gesucht ist.

    Keine schlechte Idee, an und für sich. Wenn ein Mann für seine Überlegungen zur Männlichkeit im Bezug zu Frauen Zeit braucht und sich nimmt - why not?

    Wichtiger erscheint mir angesichts o.g. Männergruppierungen zunächst die Selbstpositionierung unter Männern und damit gewisse Abgrenzungen ggü allzumännlichen und bspw. sozialrepressiven Männlichkeiten.

    Wäre umgekehrt auch Frauen in ihren Clan-Strukturen zu empfehlen, denke ich. Aber das ist bestimmt nicht meine Sache. Mann muss wissen was einen angeht und was nicht.

    m.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Gute Analyse"
    • Zack34
    • 23.01.2012 um 16:06 Uhr
  4. Eine Frau will vor allem eines: einen gutaussehenden, charmanten, witzigen, intelligenten, einfühlsamen, abenteuerlustigen, verwegenen, selbstbewussten, modisch gekleideten, sportlichen, großen, zuvorkommenden, romantischen, liebevollen, kinderlieben, durchsetzungsstarken, rücksichtsvollen, gebildeten, beliebten und erfolgreichen Traummann, der genauso ist wie die Typen in den Hollywoodfilmen und den Modezeitschriften. Und ganz wichtig: alle Frauen müssen scharf auf den Typ sein, aber er darf sich nur für die eine interessieren.

    Nun ja, auf übermäßige Intelligenz oder Rücksichtnahme kann so manche Frau vielleicht verzichten, aber wehe er sieht nicht sensationell aus, die Augenbrauen sind nicht angemessen in Form gebracht oder die Frisur passt nicht, dann sollte der Mann sich schleunigst vom Acker machen.

    ;)

    4 Leserempfehlungen
  5. Sang Ina Deter einst vor mehr als 25 Jahren.

    Jetzt sind sie da wie bestellt, aber recht machen können sie es der Damenwelt nun auch wieder nicht.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Mr. Perfect"

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