Jodie FosterWer lesbisch ist, muss nicht politisch sein
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Die Schauspielerin hat nie vorgegeben jemand anderes zu sein

Foster dankte auch Cydney Bernard, der Frau, die lange an ihrer Seite war. Sie sei eine der innigsten Lieben ihres Lebens, heldenhaft als Elternteil der gemeinsamen Söhne, ihre Expartnerin, Seelenverwandte, ihr Ski-Kumpel und beste Freundin gewesen.

Sven Stockrahm
Sven Stockrahm

Sven Stockrahm ist Redakteur im Ressort Wissen bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Und dann ergänzte die Schauspielerin etwas, dass vielleicht erklärt, warum es sie nun drängte, die Dinge klarzustellen. Sie sei stolz auf ihre moderne Familie. Sie sagte es, während am Wochenende in Frankreich Zehntausende Menschen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe auf die Straße gingen und vor allem homosexuellen Paaren das Adoptionsrecht absprachen. Foster ist sehr mit Frankreich verbunden, sie ging auf eine französische Schule, spricht die Sprache fließend und synchronisiert ihre Filme in dem Land selbst. Dann richtete Foster noch sehr persönliche Worte an ihre Mutter, die offenbar schwer krank ist. Sie schloss mit den Worten: "Ich möchte gesehen werden, mich verstanden fühlen und nicht so einsam sein."

Ihre Botschaft ist still, nicht laut und stolz

Punkt. Mehr erfahren der Zuschauer und das Publikum nicht. Das ist beruhigend. Jodie Foster hat nie vorgegeben jemand anderes zu sein als sie selbst. Sie hat sich in Interviews nie zu ihrem Privatleben geäußert. Ihre Botschaft ist still. Sie muss nicht laut und stolz sein, um letztlich das Ziel zu erreichen, für das Aktivisten für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Menschen, Trans- und Intersexuellen kämpfen.

Foster hat wohl das Glück, geschafft zu haben, wovon viele Hollywoodstars nur philosophieren: Sie führt ein stinknormales, selbstbestimmtes Leben, ganz so, wie sie es sich vorstellt. Mehr muss niemand darüber wissen.

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Leserkommentare
  1. Jodie Foster hat sich bereits 2007 geoutet. Zitat aus Wikipedia: "Im Dezember 2007 bekannte sich Foster erstmals öffentlich zu ihrer langjährigen Lebensgefährtin."

    Ursprüngliche Quelle: http://www.spiegel.de/pan...

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    Die sexuelle Orientierung Jodie Fosters ist seit Jahren bekannt, wurde jedoch aufgrund ihrer klugen Öffentlichkeitsarbeit nie groß spektakulär verhandelt, vielleicht ist dies daher in der ganz breiten Öffentlichkeit nicht so präsent.

    Ein aktueller Diskurs bezüglich Outing etc. lässt sich, wie ich finde, an dem Fall nicht unbedingt aufhängen. Sie ist eher ein Prototyp für einen unaufgeregten Umgang mit dem Thema.

    Anyway, sie ist die beste lebende Schauspielerin der Welt, in einer Liga mit Robert de Niro.

    Outing ist es wenn A sagt "Der B ist übrigens schwul, hättet ihr nicht gedacht wa?" Coming out ist, wenn B sagt "Übrigens Leute ich bin schwul und das ist auch gut so."

    im Endeffekt so was von am "Arsch vorbei" geht, einen Fehler kann ich dann doch nicht stehen lassen.

    In dieser von Ihnen aus dem Spiegel zitierten Dankesrede spricht Frau Foster nur davon, dass eine "Cydney" in allen Höhen und Tiefen zu Ihr gehalten hat und Sie dafür äusserst dankbar ist. Das ist alles.
    Das ist wohl kaum als "Coming out" (wer denkt sich nur solche dumme Begriffe aus?) zu bezeichnen.

    Wie Frau Foster wenn warum auf welche Weise auch immer liebt, ist einzig und allein Frau Fosters Sache und geht den Mob (sprich uns) ... wie sagt man so schön? ... einen "Scheiss-Dreck" an!

    mfg

    K-F

    • Derdriu
    • 15. Januar 2013 11:53 Uhr

    Ehrlich, mir ist das immer sowas von schnuppe. Mir ist auch egal, wenn Stars hetero, verheiratet oder Eltern sind. Ich verstehe nicht, wie man daran so großes Interesse haben könnte.

    Ehrlich gesagt: Mich nerven die meisten, die sich so exhibitionieren.

    Je normaler sich eine bestimmte Gruppe verhält, desto normaler wird sie auch wahrgenommen. Daher macht Frau Foster alles richtig- sowohl als Star als auch als Lesbe.

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    • Xarx
    • 15. Januar 2013 13:14 Uhr

    Ich teile ihre Meinung, dass private Dinge wie Sexualität, Lebenspartner_inn etc. im Grunde vollkommen irrelevant sind.

    Allerdings stimme ich nicht mit ihrem letzten Absatz überein.
    "Je normaler sich eine bestimmte Gruppe verhält, desto normaler wird sie auch wahrgenommen. Daher macht Frau Foster alles richtig- sowohl als Star als auch als Lesbe."

    Diese Aussage würde im Zusammenhang mit den zahlreichen Protesten aktuell in Frankreich bzw. anderer homophober Aussagen implizieren, dass homosexuelle Menschen als Gruppe sich im Grunde nicht "normal" verhalten und daraufhin deswegen von der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Aber genau das ist schließlich nicht der Fall. Die Gesellschaft (zumindest Teile davon) denken bloß, dass Menschen mit anderer Sexualität nicht normal sind, da sie nicht in ihr beschränktes Weltbild passen.
    Fazit also: einige homosexuelle Aktivisten betonen ihre Sexualität eben weil andere Menschen sie automatisch deswegen ausgrenzen vollkommen unabhängig von ihrem eigenen Verhalten.

    Mal ganz davon abgesehen: was ist schon normal? ;)

    • Derdriu
    • 15. Januar 2013 16:08 Uhr

    Man könnte auch glauben, dass sie sich selber ausgrenzen. Natürlich ist es wichtig, dass ihre Sexualität akzeptiert wird. Aber wenn sie diese besonders hervorheben, grenzen sie sich auch irgendwie ab.

    Menschen aufgrund ihrer Sexualität als "anders" zu werten ist einfach blödsinnig. Homosexuelle sind keine schlechteren Eltern oder Ehepaare als Heterosexuelle. Aber diese Diskussion wird man nicht unterbinden, indem man jedem erzählt, dass man homosexuell ist.

    Einerseits zeigen sie natürlich: "Ich bin homosexuell und nicht gefährlich." Andererseits könnte man auch interpretieren: "Ich bin anders als du." Daher finde ich es absolut legitim, einfach mal nichts zu sagen. Gerade Stars steht das manchmal ganz gut.

    • Gerry10
    • 15. Januar 2013 11:58 Uhr

    ...in der es allen Menschen wurscht ist was andere mit anderen im Bett - oder auch woanders :-) - machen.
    Ich hatte keine Ahnung das Jodie Foster lesbisch ist, ist mir auch wurscht, geht mich nichts an. Ich gehe nicht ins Kino weil ein Schauspieler was-auch-immer ist, sondern weil mich der Film/das Thema interessiert.
    Ich habe sogar Mel Gibson Filme gesehen nachdem er sich als Anitsemit geoutet hat...

    15 Leserempfehlungen
  2. Ich mag Anne Wills Moderationsstil seit Jahren und habe mich nie gefragt, wie es mit ihrem Familienleben bestellt sei. Nun weiß man es. Na, und?

    7 Leserempfehlungen
  3. schlaue Frau und hervorragende Schauspielerin..mehr muss ich nicht wissen...

    21 Leserempfehlungen
  4. Was soll denn das bedeuten: Wer lesbisch ist, muss nicht politisch sein? Oder vielleicht: Wer politisch ist, muss nicht schwul sein. Sind unpolitische Menschen auch asexuell?
    Jody Foster ist offensichtlich ein komplexerer Mensch als für einen Online-Artikel verarbeitbar ist. Wie übrigens die meisten halbwegs interessanten Menschen.
    Sexualität hat erst einmal nichts mit Politik zu tun, ausser die Sexualität soll durch politische Massnahmen bestimmt werden, ein Verstoss gegen die Menschenrechte.
    Jody Foster hat doch wohl andere Qualitäten als die wie auch immer geartete (zum Glück wissen wir darüber so gut wie nichts) Ausprägung ihres Sexuallebens.

    2 Leserempfehlungen
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    Auch das Private ist politisch. Altbekannt.

    Was heisst den 'sein' in diesem Kontext? Wir sind eine vorübergehende Erscheinung auf diesem Planeten, damit fängt es an. In diesem Zustand nehmen wir verschiedene Ausdrücke an. Manche decken sich mit dem ganzen Zustand, andere treten nur phasenweise auf. Ist es ausgeschlossen das Jodie Foster sich in einen Mann verliebt? Öh nein. Könnte Prinz William aber ebenfalls passieren. Öh..ja. Spannender als die Ausgangsfrage wäre also zu wissen, was wir als Realität wahrnehmen und warum es uns so schwer fällt sie uns anders vorzustellen.

  5. Redaktion

    Lieber infernum,

    Ich finde die Überschrift meines Kommentars zugespitzt und treffend. Natürlich sollte klar sein, dass nicht etwa der Umkehrschluss gilt, der aber wäre: Wer NICHT lesbisch ist, muss politisch sein.

    Im Text wird deutlich, was ich meine. Sogar schon im Untertitel. Dafür reicht auch die Länge dieses Onlineartikels aus.

    Grüße aus der Redaktion

    22 Leserempfehlungen
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    Judie Foster begeistert mich seit Jahrzehnten als Schauspielerin, die extrem glaubwürdig verschiedenste Charaktere verkörpert, die in Extremsituationen landen, in denen sie sich selbst so vermutlich nie befindet. An ihrer Konstitution allein ist schon die Arbeitshaltung und Disziplin abzusehen, mit der sie das durchzieht. Und diesbezügliche Öffentlichkeitsarbeit macht sie ja beruflich andauernd, was gesellschaftlich viel bewirken kann. Wenn Interessenvertreter sie mit der Wir-Perspektive vereinnahmen wollen, wirkt das schon anmaßend auf mich und es dürfte ihr praktisch gar nichts bringen, wenn sie sich noch in Kleinigkeiten verzettelt.

    Lieber Sven Stockrahm,

    ich finde den Inhalt Ihres Artikels durchaus richtig. Jodie Foster braucht sich nicht zu outen, schön, dass sie es nicht nötig hat, den Erwartungen eines sehr kleinen Teils ihres Publikums und eines großen Teils der Boulevardpresse nachzukommen. Den Klatschreportern wünsche ich weiterhin schlechten Schlaf.

    Der liebe Infernum hat natürlich trotzdem Recht, der Titel ist selten blöde. Es gibt ja noch nicht mal das Klischee, das widerlegt werden müsste. So wie: Wer hetero ist, muss nicht dick sein, oder Schwule sind nicht dumm. Ich gebe allerdings zu, dass mir auch kein besserer Titel einfällt. Das kommt aber daher, dass die Sache an sich so unwichtig ist, dass ich mich nur wundern kann, dass Sie darüber schreiben.

    Aber immerhin möchte ich anerkennen, dass Sie sich nicht bei den Klatschreportern einreihen, sondern darüber schreiben, dass Jodie Forster sich - nicht - outet!

  6. Auch das Private ist politisch. Altbekannt.

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  • Schlagworte Jodie Foster | Facebook | Hautfarbe | Hollywood | Hollywoodstar | Privatsphäre
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