Michail Bulgakow (1891-1940)
Michail Afanasjevič Bulgakow wurde am 3. Mai 1891 in Kiew geboren. Nach seiner Ausbildung arbeitete er zunächst als Arzt, unter anderem im Kaukasus, wo er seine ersten journalistischen Arbeiten in der Regionalpresse publizierte und Theaterstücke schrieb. 1925 veröffentlichte der mit seiner zweiten Frau Ljubow Beloserskaja in Moskau lebende Schriftsteller die Novelle "Hundeherz". Seit diesem Zeitpunkt fand Bulgakow keine Ruhe mehr vor organisierter staatlicher Kritik und Verfolgung: 1926 wurden bei einer Hausdurchsuchung zwei Exemplare von "Hundeherz" und das Tagebuch des Autors beschlagnahmt. Aus diesem Jahr stammt die letzte Ausgabe der Prosawerke Bulgakows vor seinem Tod.
Seit 1931 arbeitete er als Regisseur an Moskauer Theatern und inszenierte hauptsächlich fremde Stücke. Seine eigenen Arbeiten wurden größtenteils verboten, nachdem die Schriftsteller der staatlichen Literaturverbände und einmal sogar Stalin selbst vernichtende Kritik geübt hatten. Trotz der Ächtung hatte Bulgakow mit der Arbeit an einem Roman begonnen: "Der Meister und Margarita" sollte ihm posthum den Ruf als führender Satiriker und Kritiker der sowjetischen Verhältnisse seiner Zeit einbringen. Das Buch nahm die verbleibenden 15 Jahre seines Lebens in Anspruch. Die letzten Änderungen diktierte der bereits schwer kranke Bulgakow seiner langjährigen Geliebten und dritten Frau Jelena Sergejewna wenige Wochen vor seinem Tod am 10. März 1940. Seine russischen Leser mussten bis 1973 auf eine vollständige Ausgabe des Romans warten, nachdem 1966 eine zensierte Ausgabe erschienen war.
Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita
Roman
Deutsch von Thomas Reschke
Luchterhand Literaturverlag, München 1994, 518 Seiten, geb., 25,00 Euro
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