15.30 - 16.00 Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Das Buch

Im letzten Kapitel seines neuen, monumentalen Romans berichtet Amos Oz vom Selbstmord von Fania Klausner, seiner Mutter, im Januar des Jahres 1952. Er ist zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt. Die möglichen Gründe für diesen Akt der Verzweiflung sucht der Erzähler aufzu-hellen durch eine Vergegenwärtigung der Geschichte seiner Familie, die sich zu einem Panorama des Lebens osteuropäischer Juden, der Situation der Einwanderer in Palästina und in einem immer gefährdeten Staat ausweitet. Der Roman setzt ein im Jerusalem der vierziger Jahre, dem Fluchtpunkt all jener, denen es gelungen ist, den Pogromen und den Nationalsozialisten zu entkommen, und die entschlossen sind, sich nie wieder demütigen zu lassen. Ihre Geschichte, die alle menschlichen und politischen Triebkräfte zwischen Liebe und Finsternis geprägt haben, stellt Amos Oz mal traurig, mal ironisch, mal heiter, mal bitter vor Augen. Anhand von eigenen Erinnerungen, von Berichten von Verwandten und Bekannten präsentiert er dem Leser die großen und kleinen Gestalten nicht nur seiner Familie in den letzten 120 Jahren. Dabei zieht er Verbindungslinien zwischen Ereignissen im 19. Jahrhundert und solchen in der Gegenwart, wechselt zwischen Rußland und Jerusalem, Polen und Tel Aviv, Litauen und der Ukraine, dem Kibbuz Hulda und Arad.

Der Autor

Amos Oz,1939 in Jerusalem als Amos Klausner geboren, wuchs in einer rechts-zionistischen Gelehrtenfamilie auf, die von Odessa nach Wilna flüchtete und 1933 nach Palästina auswanderte. 2 Jahre nach dem Tod seiner Mutter trat Oz dem Kibbuz Chulda bei und nahm den Namen "Oz" (hebr. Kraft, Stärke) an. 1960 begann Oz an der hebräischen Universität in Jerusalem ein Literatur- + Philosophie-studium, das er 1963 abschloss. Danach kehrte er als Schriftsteller und Lehrer in den Kibbuz zurück. Amos Oz nahm als Soldat sowohl am 6-Tage-Krieg als auch am Jom-Kippur-Krieg teil. Er hat in Oxford studiert und in den USA Vorträge und Lesungen gehalten. 1986 verließ er mit seiner Familie den Kibbuz und lebt seitdem in Arad in der Negev-Wüste. In Bezug auf den israelisch-arabischen Konflikt hat er sich für einen Kompromiss zwischen Israelis und Palästinensern ausgesprochen. Er ist Mitbegründer und heraus-ragender Vertreter der Friedensbewegung Schalom achschaw.

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