Meinung "Der Afghanistan-Einsatz ist ein Partisanenkrieg!"
Nach der Tanklastzug-Katastrophe von Kundus: Jens Jessen über das Dilemma asymmetrischer Kriege
- Datum 10.09.2009 - 11:42 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 7
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zu richten, wo es sich um eine allg. Misere handelt, ist eine Dummheit oder Heuchelei".
Achso, dann hätte man auch alle Nazis in Ruhe lassen sollen, denn der Holocaust war ja auch eine allgemeine Misere. Man hätte einfach über den Krieg an sich debattieren sollen, aber nicht die Exekutanten anklagen.
Ich kann außerdem die Sympathie, die Herr Jessen für den Befehlshaber äußert, absolut nicht verstehen. Dieser Mann und auch alle Soldaten dort, haben oft genug eine Wahl gehabt. Sie haben entschieden Soldaten zu sein, sie haben entschieden nach Afghanistan zu gehen und sie haben entschieden Bomben auf diese Tanklaster zu werfen, obwohl die Situation offenbar unklar war. Sie haben den Weg, der zum Mord an unschuldigen Zivilisten geführt hat, immer in der Hand gehabt. Den Afghanistan-Krieg mit deutscher Beteiligung gäbe es nicht, wenn die Soldaten sich geweigert hätten, dort hinzugehen. Und wenn es in einem Partisanenkrieg unmöglich ist, "Kollateralschäden" zu vermeiden, um so mehr sollte jeder jegliche Beteilugung verweigern.
Die große aktuelle Empörung kommt daher, dass die Bevölkerung nicht vor die Wahl gestellt wurde und den Krieg ablehnt. Solche enormen Fehltritte werden genutzt, der Politikerkaste eins auszuwischen, die ja für alle entschieden hat. Eine andere Form der Kommunikation findet nicht statt und ist ja auch von oben nicht gewollt. Was soll dann also die Empörung gegen die Empörung? Es ist Ohnmacht.
Ich stimme Ihnen, Herr Jessen, in vollem Umfang zu.
Wie ich bereits in anderen Kommentaren schrieb, liegt das Problem in der Politik, die es die ganze Zeit leugnete, es handle sich um Krieg und die auch entsprechend so handelte.
Zu diesem Kommentar und wer da meint völlig absurde NS Vergleiche anstellen zu müssen , der kann in dieser Hinsicht nur absolut unwissend sein, ansonsten würde so ein Unsinn unterbleiben .
Die momentane Empörung entsteht eher durch das völlig abwegige Bild, welches die verantwortlichen Politiker der Bevölkerung hier und andernorts ihren Bürgern vorgaukeln .
In Afghanistan wird Krieg geführt, Punkt und aus .
Und wer sich in einem Krieg in die Schusslinie begibt, läuft in Gefahr getötet zu werden, auch wenn das für manche wohl kaum vorstellbar ist .
Es gibt übrigens bei T-Online auch einen Artikel, welcher die Soldaten vor Ort zu Wort kommen lässt und in dem sich die Vorfälle und auch die Reaktionen der dortigen afghanischen Bevölkerung gänzlich anders darstellen .
http://nachrichten.t-onli...
Aber scheinbar ist man in diesem Land wohl schon so vom Selbsthass zerfressen , das man die eigenen Soldaten lieber als Mordmaschinen in NS Manier darstellt , bevor geklärt wurde , was da überhaupt los war.
ich möge Sie ganz herzlich für das folgende um Verzeihung bitten,
aber ich finde es ganz panne, jemanden aus seiner Verantwortung für sein tun herausheben zu wollen. Fehlentscheidung bleibt Fehlentscheidung, gleichwohl ich wohl diesem Oberst weiss Gott eine Chance geben mag, aber eben nicht herausgelöst aus dem Korsett der Haftung für seine Entscheidungen. Waren es nicht Sie selbst, der noch im Frühjahr einen Diskurs anbot über die Haftung des einezelnen in seinem Auftreten innerhalb des Internets?
Hier fand ich Gegenargumente. Gegen eine Schwäche in Führung, die menschliches Leben zur Disposition stellt, kann ich wahrlich nur dispansiert verbleiben.
Mit vielen lieben Grüßen für Sie Herr Jesse,
godspeed,
Tycho.
56 Menschen sind tot, laut vorläufigem NATO-Bericht hat der Befehlsgeber Oberst Georg Klein "seine Kompetenz überschritten und die Lage falsch eingeschätzt" - und Jens Jessen versichert ihn der provokanten These wegen seiner ganzen Sympathie? Mir fehlen die Worte. Natürlich kann sich niemand von uns vorstellen, unter welchem Druck die Militärs da unten arbeiten und von mir aus ist das auch ein Partisanenkrieg - aber heißt das, dass man Fehlentscheidungen nicht kritisieren darf? Man stelle sich vor, ein vergleichbarer Befehl wäre auf europäischem Boden erteilt worden: Wiedergänger der Sauerlandgruppe kapern einen Tanklastzug und werden auf der A7 bombardiert. 56 Menschen sterben und Herr Jessen beteuert dem Mann am Abzug seine ganze Sympathie. Klingt zynisch und absurd? Ist es auch.
wird jetzt auch schon bei der zeit zensiert? wo ist mein kommentar von heute morgen? so etwas kenne ich bisher nur von den ackermann-geburtstagsmedien. also nochmal: kommentar 1 spiegelt weitgehend meine meinung. oberst klein hat nicht meine symphatie, (denn er ist aufgrund persoenlicher entscheidungen in diese kriegssituation hineingeraten und selbst verantwortlich,) aber teile meines mitgefuehls. schuldiger als er sind die politiker, die deutschland ohne not und gegen den mehrheitswillen der bevoelkerung in diesen krieg verwickelten.
Der deutsche Oberst hat in einer schwierigen Lage einen Fehler gemacht, einen Fehler mit Toten. Einige Kommentatoren scheinen nun den Schluss zu ziehen, dass er ein moralisch-verwerflicher Mann sei, und werfen dies ihm vor. Nach den mir bekannten Informationen ist der Vorwurf der moralischen Verwerflichkeit an diesen Mann aber völlig unberechtigt.
War die Bombardierung ein Fehler? Ja, sieht zur Zeit so aus. War die Bombardierung moralisch verwerflich? Schon schwieriger zu sagen: die Taliban, die als Zivilisten getarnt kämpfen, Zivilisten als Schutzschilde benutzen und Zivilisten terrorisieren - alles moralisch verwerfliche Taten - haben die Bombardierung sicherlich provoziert und tragen einen Gutteil der Schuld. Jemanden, der diese Zivilisten und dann auch sich selbst schützen will, kann man nicht mit Maßstäben messen, die in einem friedlichen Land angemessen sind. Aber selbst zugestanden, dass die Bombardierung möglicherweise moralisch verwerflich war - das macht den Oberst noch lange nicht zum moralisch verwerflichen Menschen. Dazu bräuchte es einer verwerflichen Motivation des Oberst, und dazu wissen wir im Moment gar nichts.
Wer den Afghanistan-Einsatz ablehnt - auch aus moralischen Gründen - hat dazu das volle Recht und sollte es tun. Er sollte dies aber nicht an einem einzelnen auslassen, indem er ihn zum Sündenbock macht. Der Oberst hat vermutlich mit seiner fatalen Entscheidung selbst schon genug zu tun. Deshalb gehört ihm auch meine ganze Sympathie.
Der deutsche Oberst hat in einer schwierigen Lage einen Fehler gemacht, einen Fehler mit Toten. Einige Kommentatoren scheinen nun den Schluss zu ziehen, dass er ein moralisch-verwerflicher Mann sei, und werfen dies ihm vor. Nach den mir bekannten Informationen ist der Vorwurf der moralischen Verwerflichkeit an diesen Mann aber völlig unberechtigt.
War die Bombardierung ein Fehler? Ja, sieht zur Zeit so aus. War die Bombardierung moralisch verwerflich? Schon schwieriger zu sagen: die Taliban, die als Zivilisten getarnt kämpfen, Zivilisten als Schutzschilde benutzen und Zivilisten terrorisieren - alles moralisch verwerfliche Taten - haben die Bombardierung sicherlich provoziert und tragen einen Gutteil der Schuld. Jemanden, der diese Zivilisten und dann auch sich selbst schützen will, kann man nicht mit Maßstäben messen, die in einem friedlichen Land angemessen sind. Aber selbst zugestanden, dass die Bombardierung möglicherweise moralisch verwerflich war - das macht den Oberst noch lange nicht zum moralisch verwerflichen Menschen. Dazu bräuchte es einer verwerflichen Motivation des Oberst, und dazu wissen wir im Moment gar nichts.
Wer den Afghanistan-Einsatz ablehnt - auch aus moralischen Gründen - hat dazu das volle Recht und sollte es tun. Er sollte dies aber nicht an einem einzelnen auslassen, indem er ihn zum Sündenbock macht. Der Oberst hat vermutlich mit seiner fatalen Entscheidung selbst schon genug zu tun. Deshalb gehört ihm auch meine ganze Sympathie.
Der deutsche Oberst hat in einer schwierigen Lage einen Fehler gemacht, einen Fehler mit Toten. Einige Kommentatoren scheinen nun den Schluss zu ziehen, dass er ein moralisch-verwerflicher Mann sei, und werfen dies ihm vor. Nach den mir bekannten Informationen ist der Vorwurf der moralischen Verwerflichkeit an diesen Mann aber völlig unberechtigt.
War die Bombardierung ein Fehler? Ja, sieht zur Zeit so aus. War die Bombardierung moralisch verwerflich? Schon schwieriger zu sagen: die Taliban, die als Zivilisten getarnt kämpfen, Zivilisten als Schutzschilde benutzen und Zivilisten terrorisieren - alles moralisch verwerfliche Taten - haben die Bombardierung sicherlich provoziert und tragen einen Gutteil der Schuld. Jemanden, der diese Zivilisten und dann auch sich selbst schützen will, kann man nicht mit Maßstäben messen, die in einem friedlichen Land angemessen sind. Aber selbst zugestanden, dass die Bombardierung möglicherweise moralisch verwerflich war - das macht den Oberst noch lange nicht zum moralisch verwerflichen Menschen. Dazu bräuchte es einer verwerflichen Motivation des Oberst, und dazu wissen wir im Moment gar nichts.
Wer den Afghanistan-Einsatz ablehnt - auch aus moralischen Gründen - hat dazu das volle Recht und sollte es tun. Er sollte dies aber nicht an einem einzelnen auslassen, indem er ihn zum Sündenbock macht. Der Oberst hat vermutlich mit seiner fatalen Entscheidung selbst schon genug zu tun. Deshalb gehört ihm auch meine ganze Sympathie.
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