Debatte über Schwäche Mehr über Wertschätzung, Echtheit, Einfühlsamkeit reden!
Von Robert Enke zu Oskar Lafontaine: Schwäche kann nur derjenige zeigen, der es sich leisten kann. Ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff
Jetzt sind wir alle betroffen. Oder sollten es sein. Denn es trifft uns, ganz plötzlich, eine Fülle von Nachrichten, die zeigt, wie das Leben ist: endlich. Fangen wir also an, über dieses „täglich sterbe ich“ nachzudenken. Dabei kann einem angst und bange werden.
Zu Recht. Wie schwierig ist es, so zu leben, dass dieser Tag der letzte gewesen sein könnte. Das Leben ist flüchtig, nicht wahr. Und darum müssten wir jetzt viel mehr über Wertschätzung, Echtheit, Einfühlsamkeit reden. Weil das uns, die wir als Menschen Beziehungswesen sind, die wir auf Beziehung angewiesen sind, die wir ja schon das Produkt einer Beziehung sind, voranbringen würde. Persönlich. Im Leben.
Dazu gehört: Wer sich wahrgenommen fühlt, ist – leistungsstärker. In unserer auf Leistung bezogenen, auf Leistung angewiesenen Welt müsste das zum Wert werden. Manche, wenige haben das erkannt. „Human Resources Management“ wird es genannt. Sich und andere darin trainieren, als Leistungsparameter, um zuerst sich selbst und damit dann andere führen zu können: daraus entwickelte sich Stärke.
Aber hat das in der Debatte jemand gesagt? Gibt es überhaupt eine Debatte, nach Robert Enke, nach all den anderen Meldungen?
Und wie ist es dann mit Schwäche? „Wer Angst zeigt, ist stark“, sagte Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil bei der Trauerfeier. Ein Satz, der gewiss Millionen ansprach, dem jeder nur zu gerne zustimmen möchte. Aber ist es so? Dürfen, zum Beispiel, diejenigen, die ein Land führen, eine Partei, einen Konzern, die das Tor der deutschen Elf hüten sollen, Schwäche bekennen? Angst? Einen Mangel an Robustheit? Was geschieht mit denen, die es tun? Was wäre mit Oskar Lafontaine geworden, wenn er vor der Wahl seine Erkrankung bekannt hätte?
Es kann gelingen. Wohlgemerkt: kann. Eine Garantie gibt es nicht. Matthias Platzeck ist nicht mehr SPD-Chef im Bund, aber in Brandenburg, und Ministerpräsident ist er obendrein. Er war krank, hat es gesagt, hat seine Grenze offenbart. Es hat ihm nicht geschadet. Er ist einer der ganz seltenen Fälle. Aber es hat danach keine Welle von Ehrlichkeit oder von Worten wider den „extremen Leistungsdruck“ gegeben, von dem Platzecks CDU- Kollege in Niedersachsen, Christian Wulff sprach. Im Gegenteil, noch heute wird Wulff nicht geglaubt, dass er sich nicht als „Alpha“-Tier sieht und sich den politischen Tatort Berlin nicht zutraut. Wulff, das Weichei?
Oder glaubt jemand, die Fankurven werden in den Stadien demnächst beim Rückstand ihrer Elf rufen: „Oh-ne Druck! Oh-ne Druck“? Nie im Leben.
- Datum 19.11.2009 - 10:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 14
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Na danke. Da waren wir gerade in der Debatte auf dem richtigen Weg, dann so ein Artikel. Natürlich wird gleich argumentiert, dass sich ja ein ganzer Block besoffener Fußballfans nicht "bekehren" lasse.
Hier geht es aber darum, beim Einzelnen anzufangen, der, ohne seine Würde zu verlieren, Schwächen zugeben kann. Dafür muss in Deutschland Raum sein. Im Falle von Depressionen verläuft das sonst meist tödlich. Widerstand zu leisten, war aber wohl nie unsere Sache. Der Rat des Autors: Wenn man mit seiner Meinung alleine da steht, dann behält man die besser für sich, anstatt gegen den Strom zu schwimmen.
Hoffentlich liest kein Depressiver diesen Artikel. Prost.
[Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Nein, wir müssen NICHT mehr über Wertschätzung, Echtheit und Einfühlungsvermögen reden - wir müssen es TUN! Es ist ein großer Unterscheid, über solche Dinge nur zu reden - oder sie zu leben. Nur mit einer Debatte darüber kommen wir nicht weiter - gerade weil sich manche ganz gerne dahinter verstecken und danach so weiter machen wie immer, ganz nach dem Motto "Schön, dass wir darüber geredet haben!". An seinen TATEN wird der Mensch gemessen - und nicht an seinem Gelaber.
Guten Tag!
Sie schreiben hier doch, damit Ihre Meinung von anderen gelesen wird?
Für mich ist Ihre Kleinschreibung eine einzige Zumutung. Sie führt unter anderem dazu, daß ich Ihren wenigen Zeilen nur unwillig zu Ende lese.
Die in unserem Land tradierten Regeln (Substantive, Eigennamen, Farben... werden groß geschrieben) sind sinnvoll. Ein gut strukturierter Text ist nicht nur besser lesbar, sondern birgt auch einen ästhetischen Genuß. Selbst in einem so reduzierten Medium wie diesem hier.
Die Form schlägt immer auch auf den Inhalt durch - egal ob Sie das möchten oder nicht.
Gruß Nordlücht
oj vej,
passen'se mal auf, dass sie von ihrem hohen roß nicht wieder 'runterpurzeln. regeln sind regeln, sie sind in den meisten fällen weder logisch noch "sinnvoll". ferner gibt es kein copyright auf "richtige" schreibweise, auch wenn sie glauben, das für sich entdeckt und beansprucht zu haben.
außerdem ist hier der falsche ort, um aller welt zu sagen, dass sie kleinschrift bäbä finden.
oj vej,
passen'se mal auf, dass sie von ihrem hohen roß nicht wieder 'runterpurzeln. regeln sind regeln, sie sind in den meisten fällen weder logisch noch "sinnvoll". ferner gibt es kein copyright auf "richtige" schreibweise, auch wenn sie glauben, das für sich entdeckt und beansprucht zu haben.
außerdem ist hier der falsche ort, um aller welt zu sagen, dass sie kleinschrift bäbä finden.
oj vej,
passen'se mal auf, dass sie von ihrem hohen roß nicht wieder 'runterpurzeln. regeln sind regeln, sie sind in den meisten fällen weder logisch noch "sinnvoll". ferner gibt es kein copyright auf "richtige" schreibweise, auch wenn sie glauben, das für sich entdeckt und beansprucht zu haben.
außerdem ist hier der falsche ort, um aller welt zu sagen, dass sie kleinschrift bäbä finden.
Wer sich wahrgenommen fühlt, ist – leistungsstärker. In unserer auf Leistung bezogenen, auf Leistung angewiesenen Welt müßte das zum Wert werden, denn sonst wird der Kapitalismus untergehen. Manche, wenige haben das erkannt.
Jetzt sind wir alle betroffen. Oder auch besoffen. Oder sollten es sein.
der es sich leisten kann.
Schöne Titelzeile, die leider mit so gar keinme Inhalt in den folgenden Zeilen befüllt wird. Dabei könnte dieser eine Satz zu sehr viel tiefer reichenden Denkanstössen führen, als den hier genannten.
Schwäche kann nur derjenige zeigen, der es sich leisten kann. Wer konnte und kann dies denn überhaupt. Seit wann sollten wir es können dürfen? Wir mußten und müssen funktionieren: Im Beruf, in der Familie, überall dort wo wir in Interaktion mit anderen treten. Die Freiheit "sichn gehen lassen" zu dürfen, war schon immer sehr limitiert. Natürlich hat sich offenkundig die Situation -hauptsächlich im beruflichen Alltag - sehr verändert. Es ist "stressiger" geworden. Oftmals wird dieses "immer weiter" aber auch ins Privatleben übernommen. Es mag damit zusammenhängen, das unser Privatleben so privat gar nicht mehr ist und so mancher in seiner Freizeit lediglich an seinen "Soft Skills" arbeitet, die ihn/sie im Ranking beim Kampf um den nächsten Job von anderen Berwerbern absetzt.
Es liegt vieles darin begründet, sich in seiner Freizeit tatsächlich privat bewegen zu können, dort nicht auch dem Leistungsgedanken zu unterliegen. Ganz altmodisch einfach mal die Seele baumeln lassen.
Natürlich ist unser Dasein endlich, aber jeden Tag wie den letzten Leben? Mir wäre das viel zu anstrengend.
Ja, ja, der Herr Oskar Lafontaine, sogar mit seiner Krankheit versetzt er seine Gegner einen Tiefschlag in die Magengrube.
Viele Linken haben Schwindelanfälle bekommen. Was sind sie ohne Oskar? Sie schmelzen dahin wie der Schnee in der Sonne.
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