Impfstoffengpass Keine Gefahr für Kinder
Große Aufregung: Europas größte Pharmafirma kann zahlreiche Impfstoffe zurzeit nicht liefern. Doch Kinder sind dadurch nicht in Gefahr. Ein Kommentar
© Ralf Hirschberger/dpa

In Deutschland ist der Mehrfachimpfstoff "Infanrix hexa" für Kinder bis voraussichtlich Mitte Februar nicht mehr lieferbar
Als Impfstoffhersteller braucht man gute Nerven – das weiß man bei Glaxo-Smith-Kline (GSK) ziemlich gut. Zuerst verlangte die ganze Welt nach einem Serum gegen die Schweinegrippe. Doch dann ging die Diskussion über die Nebenwirkungen des Wirkverstärkers los.
Dass der Impfstoff durch das Adjuvans für viermal so viele Menschen reicht, hielt kaum jemand dem Hersteller zugute, im Gegenteil: Weil GSK dadurch viermal so viel verkaufen konnte, galt der Konzern eher als besonders geschäftstüchtig. Zuletzt wollten Deutschland und andere Staaten den bestellten Impfstoff auf einmal nicht mehr haben – angesichts des Streits um die Nebenwirkungen und der meist milden Krankheitsverläufe ließen sich nur knapp zehn Prozent der Bevölkerung gegen die Schweinegrippe impfen.
Seit dem Wochenende ist Europas größte Pharmafirma schon wieder in den Schlagzeilen. Gleich mehrere GSK-Impfstoffe sind vorübergehend nicht lieferbar, unter anderem aufgrund von Engpässen, die durch die Produktion des Schweinegrippeserums entstanden sind. Problematisch ist das insbesondere bei "Infanrix hexa", der einzigen zugelassenen Vakzine, die sechs der sieben von der Ständigen Impfkommission (Stiko) für das Säuglingsalter empfohlenen Impfungen auf einmal abdeckt.
Die öffentliche Pharmaschelte folgte prompt: Ein Stiko-Mitglied wetterte, der Hersteller habe "keine Vorwarnung" gegeben, obwohl es zu Infanrix hexa "keine Alternative" gebe. Wolfram Hartmann, Präsident des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte, setzte eins drauf: "Für Säuglinge ist das fatal" – im Ärztedeutsch heißt das so viel wie "tödlich".
Die Aufregung ist allerdings ziemlich übertrieben. Zwar schützt Infanrix hexa unter anderem gegen den Keuchhusten-Erreger Bordetella pertussis und gegen Haemophilus influenzae. Beide Bakterien sind in Deutschland weit verbreitet und können besonders bei Säuglingen zu schweren Erkrankungen und auch zu Todesfällen führen. Deshalb soll mit der Immunisierung im zweiten Lebensmonat begonnen werden. Zusätzlich enthält Infanrix hexaKomponenten gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Pneumokokken und Hepatitis-B.
Warum Neugeborene jetzt, wie Verbandspräsident Hartmann düster befürchtet, vier bis sechs Wochen auf die Impfung warten müssten, ist jedoch nicht nachvollziehbar. Laut GSK soll Infanrix hexa bereits ab 15. Februar wieder lieferbar sein. Bis dahin können sich Kinderärzte mit dem fast identischen Konkurrenzprodukt "Pentavac" von Sanofi Pasteur MSD behelfen.
In diesem Fünffachimpfstoff fehlt lediglich die Komponente gegen Hepatitis-B. Da diese (durch Blut übertragene) Viruskrankheit hierzulande im Säuglingsalter extrem selten ist, kann die Hepatitis-B-Impfung getrost im dritten Lebensmonat begonnen werden, wenn die Kinder ohnehin zum zweiten Mal geimpft werden. Bei besonderem Risiko, etwa wenn die Mutter eine Hepatitis-B hat, stehen Einzelimpfstoffe zur Verfügung, die zusätzlich mit Pentavac gegeben werden können.
- Datum 10.02.2010 - 14:31 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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"Zuerst verlangte die ganze Welt nach einem Serum gegen die Schweinegrippe."
Naja, die Welt "verlangte" vor allem deshalb nach dem Impfstoff weil die Staaten per Automatismus dazu ab einer bestimmten Pandemie-Warnstufe genötigt werden. Und an den Kriterien der WHO, ab wann die Warnstufen erhöht werden, ist die Pharmaindustrie nicht ganz unschuldig. Der Bedarf ist also teilweise hausgemacht.
"Dass der Impfstoff durch das Adjuvans für viermal so viele Menschen reicht, hielt kaum jemand dem Hersteller zugute"
Dass die Zusatzstoffe nicht ausreichend getestet wurden und wir dadurch zu Versuchskaninchen wurden, unterschlagen Sie leider. Ebenso dass unsere politische Führung und die Bundeswehr sich das erspart und einen anderen Impfstoff bestellt haben, was das Vertrauen nicht gerade befördert.
"Gleich mehrere GSK-Impfstoffe sind vorübergehend nicht lieferbar, unter anderem aufgrund von Engpässen, die durch die Produktion des Schweinegrippeserums entstanden sind."
Auch hier fehlt wieder eine wichtige Information: GSK ist vertraglich verpflichtet, entsprechende Kapazitäten für eine Pandemie vorzuhalten, also um sämtliche Bürger in Deutschland impfen zu können. Da nur 50 Millionen Impfdosen bestellt wurden, hätte es doch möglich sein müssen, die übrige _zusätzliche_ Kapazität für "Standardimpfungen" bereitzustellen?
Bei solchen Artikeln, die Informationen verschweigen und einen Konzern arg loben, ist man natürlich immer um die Unabhängigkeit von Autor und Medium besorgt ...
danke, Numbercruncher, denn obiger Artikel mit Ihrem Kommentar gibt die Möglichkeit, sich einen kleinen Einblick von der internen Kriegsführung zu verschaffen. Die Panikmachen der letzten Jahre waren schon schlimm genug. - Wie haben es bloß unsere Altvorderen geschafft, ohne Impfung über die Runden zu kommen? - Im Ernst: M. E. fehlt uns langsam der Schutz, der von Eltern auf Kinder übertragen wurde, wenn Eltern Kinderkrankheiten erfolgreich überstanden hatten, und die Hirnreifung, die damit zusammenhängt. -
Ja genau, die hatten noch keine Impfprobleme. Statt zwei Kinder zu kriegen, und die dann aufwaendig mit Hilfe der boesen Pharma grosszuhaetscheln, haben die einfach zehn gekriegt. Von denen sind dann acht ganz naturbelassen und harmonisch krepiert bevor sie 12 wurden, und am Ende hatte man das selbe Ergebnis!
Ja genau, die hatten noch keine Impfprobleme. Statt zwei Kinder zu kriegen, und die dann aufwaendig mit Hilfe der boesen Pharma grosszuhaetscheln, haben die einfach zehn gekriegt. Von denen sind dann acht ganz naturbelassen und harmonisch krepiert bevor sie 12 wurden, und am Ende hatte man das selbe Ergebnis!
Ja genau, die hatten noch keine Impfprobleme. Statt zwei Kinder zu kriegen, und die dann aufwaendig mit Hilfe der boesen Pharma grosszuhaetscheln, haben die einfach zehn gekriegt. Von denen sind dann acht ganz naturbelassen und harmonisch krepiert bevor sie 12 wurden, und am Ende hatte man das selbe Ergebnis!
Mich würde der Nachweis Ihrer Behauptung interessieren. Wo kann ich das Verhältnis 8 : 2 nachlesen? - ... ganz abgesehen von dem verlorengegangenen Schutz durch das Erbe. -
Mich würde der Nachweis Ihrer Behauptung interessieren. Wo kann ich das Verhältnis 8 : 2 nachlesen? - ... ganz abgesehen von dem verlorengegangenen Schutz durch das Erbe. -
Ach, die gibts auch noch? Komisch, dass ich noch lebe. Es wurde doch erst im Spätsommer/Herbst prophezeit, dass sich jeder impfen sollte, weil wir ansonsten im Winter alle wie die Fliegen krepieren würden. Also, ich kenne keinen, der sich geimpft hat und die leben alle noch.
Naja, schließlich kann man ja alles irgendwie vermarkten...
Mich würde der Nachweis Ihrer Behauptung interessieren. Wo kann ich das Verhältnis 8 : 2 nachlesen? - ... ganz abgesehen von dem verlorengegangenen Schutz durch das Erbe. -
Oh, wie (un)recht Sie haben.
Grossmutter (1) hatte 7 Geschwister - alle zwischen 1890 und 1910 geboren. Eins ist nach der Geburt gestorben-zusammen mit der kindbettfiebererkranken Mutter. 2 sind als Soldaten im 1. Weltkrieg geblieben. Einer ist 1945 von den Russen abgeholt worden. Und der Rest hat im hohen Alter das zeitliche gesegnet. Alle waren übrigens zeitlebens gesund und ungeimpft-selbst die Pockenimpfung hat keins von den Geschwistern - dank des Einsatzes der Eltern und des Impfungen ablehnenden Hausarztes der Familie -erhalten.
Grossvater (2) hatte 2 Geschwister - eins ist nach der Pockenimpfung gestorben ("Impffriedhof"). Eins ist gegen Typhus geimpft worden - 6 Wochen später wars tot, die sog. Spanische Grippe. Und der letzte hatte im Erwachsenenalter schwerste Depressionen, die im Suizid endeten.
Keins der aus dieser Verbindung stammenden 3 Kinder ist je geimpft worden und alle sind pumperlgesund und äusserst rüstig.
Noch Fragen?
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