Ernsts Affären Die Linke steckt in der Klemme - so oder so

Die Westlinke ist in schlechter Verfassung. Die Linke im Osten wird sich überlegen müssen, wie lange sie sich eine Zusammenarbeit noch leisten kann. Ein Kommentar

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, beim Sonderparteitag der NRW-Linken im Februar dieses Jahres

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, beim Sonderparteitag der NRW-Linken im Februar dieses Jahres

Und schon wieder gibt es Theater bei der Linken. Wieder, im engeren und weiteren Sinne, um Klaus Ernst herum. Diesmal sollen mehrere Ernst nahestehende Kreisverbände in Bayern die Zahl ihrer Mitglieder künstlich in die Höhe getrieben haben, um so mehr Delegierte zu den Landesparteitagen schicken zu können, als ihnen eigentlich zustanden.

Diese Behauptung des Landesschatzmeisters ist, logisch, sofort von den Landesvorsitzenden entschieden zurückgewiesen worden; sie wollen juristische und parteirechtliche Schritte prüfen und einleiten. Aber, erstens: Mal sehen, ob sie das wirklich tun. Das kann nämlich umgekehrt auch der Versuch sein, einen einzuschüchtern, der die Faxen dicke hat.

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Zweitens wirft das Ganze unabhängig davon ein schlechtes Licht auf „Die Linke“: Hat der Schatzmeister recht – schlimm für die Partei. Hat er unrecht – auch schlimm. Wie kann so einer dann so weit nach oben kommen?

Sicher wird jetzt eingewandt werden, dass auch in anderen Parteien solche Sachen vorkommen. Bloß ist ein aktueller Fall da gerade nicht erinnerlich, und der bekannte Fall Ernst spielt eben nun mal auch in Bayern. Nicht alles Unglück ist Zufall.

In NRW, in Bayern, aber auch anderswo im Westen muss die Linke aufpassen, nicht abzustürzen, weil ihr so ziemlich alles, aber nur nichts Gutes zugetraut wird. Die mitunter spinnerten Vorstellungen von Politik hinterlassen Spuren.

Es war wohl doch allein Oskar Lafontaine, der in dialektischer Binnenspannung die Illusion der Regierungsfähigkeit auch durch eloquente Ablehnung einer Regierungsbeteiligung erweckte. Die hinter ihm im Westen haben nicht sein Format. Jetzt sieht man’s. Krass.

Der ostdeutsche Teil der Partei des demokratischen Sozialismus ist viel professioneller. Der wird sich überlegen müssen, wie lange er das noch mitmachen kann, ohne in den Abwärtssog zu geraten. Weil wir im Jubiläumsjahr der Einheit sind: Hier wächst nicht zusammen, was nicht zusammenpasst.

 
Leser-Kommentare
    • bhayes
    • 16.08.2010 um 13:08 Uhr

    Soso. Vielleicht muss es heien: "Die hinter ihm im Westen haben sein Format"

  1. Entfernt. Wir nehmen uns Ihrer Kritik gern an, bitte Sie jedoch, diese konstruktiv zuu formulieren. Die Redaktion/cs

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    • ssubp
    • 16.08.2010 um 13:27 Uhr

    Das muss ich allerdings auch sagen. Der Abstand der einstmaligen "Qualitätszeitung" Die Zeit zur Boulevardpresse wie Bild, verschwimmt immer mehr.

    • joG
    • 17.08.2010 um 13:19 Uhr

    ....wenn es stimmt, dass die Mitgliederlisten in seinem Verantwortungsbereich lagen.

    • ssubp
    • 16.08.2010 um 13:27 Uhr

    Das muss ich allerdings auch sagen. Der Abstand der einstmaligen "Qualitätszeitung" Die Zeit zur Boulevardpresse wie Bild, verschwimmt immer mehr.

    • joG
    • 17.08.2010 um 13:19 Uhr

    ....wenn es stimmt, dass die Mitgliederlisten in seinem Verantwortungsbereich lagen.

    • ssubp
    • 16.08.2010 um 13:19 Uhr

    Einfach nur lächerlich, mit welcher Vehemenz die Journalie versucht Die Linke zu demontieren. Jetzt wünscht sich der Kommentator sogar die Rückgängigmachung der Vereinigung dieser Partei.

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    • joG
    • 17.08.2010 um 13:22 Uhr

    ....dass die Medien sehr stark Interessengruppen getrieben sind. Das ist nur natürlich. Diese ist "Grün", jener hat einen christlichen Intendanten oder einen Redakteur von der SPD. Jeder kocht da sein Süppchen offen und berechenbar. Daher kann man die "Informationen" ja auch relativ gut einordnen und sucht in der ausländischen Presse ein Gegengewicht.

    • joG
    • 17.08.2010 um 13:22 Uhr

    ....dass die Medien sehr stark Interessengruppen getrieben sind. Das ist nur natürlich. Diese ist "Grün", jener hat einen christlichen Intendanten oder einen Redakteur von der SPD. Jeder kocht da sein Süppchen offen und berechenbar. Daher kann man die "Informationen" ja auch relativ gut einordnen und sucht in der ausländischen Presse ein Gegengewicht.

    • ssubp
    • 16.08.2010 um 13:27 Uhr

    Das muss ich allerdings auch sagen. Der Abstand der einstmaligen "Qualitätszeitung" Die Zeit zur Boulevardpresse wie Bild, verschwimmt immer mehr.

  2. Sie müsste eigentlich heißen:

    "Die Presse versucht die LINKE in die Klemme zu bringen - so oder so."

    Das künstliche steigern von Parteimitgliederzahlen scheint übrigens ein bayrisches Phänomen zu sein. Da war doch mal eine Frau Hohlmeier und die Münchener CSU. Die hatten auch so ein Problem. Bestimmt hat Herr Casdorff auch darüber berichtet.

    Vielleicht lassen Sie Herr Casdorff uns mal wissen, wie dieser Ernst es fertig gebracht hat, dass die Delegierten dann auch noch ihn (Ernst) gewählt haben. Da würden auch andere Parteien noch etwas lernen können.

  3. Warum wundert es mich nicht, dass mein Kommentar, der den Nagel auf den Kopf trifft, vom Zensurator Ihrer Redaktion entfernt wurde.
    Eine Diktatur, die Sie der LINKEN gerne unterstellen.

    • Chilly
    • 16.08.2010 um 13:58 Uhr

    ist Journalistenpflicht. Ich erinnere an die von den Gerichten gerügte und zur Neuwahl führende frühere Praxis der offenen Abstimmung über Landeslisten (CDU und Hamburg vor vielen Jahren), gezielte Neueintritte in bestimmte Ortsvereine um "Delegierte" zu kapern (so möglicherweise vor der letzten Bundestagswahl in Hamburg bei der SPD und ähnliches wird zum Teil von der FDP berichtet). Solche Manipulationen gab es in Parteien (jeglicher Färbung) immer und wird es auch in Zukunft gegen; ist doch die Verlockung in entsprechenden Konstellationen groß, entweder bestimmte inhaltliche Positionen durchzusetzen oder über etwas nachgeholfene Nominierungen interessante Positionen zu erhalten. Wo Menschen handeln und agieren, menschelt es eben. Das ist zwar bedenklich, aber das Leben und die Menschen sind so.

    Hierüber zu berichten ist in meinen Augen Journalistenpflicht. So wie über Sachsensumpf oder Parteispenden berichtet werden muss, soll und muss auch über solche Manipulationen berichtet werden. Dies gilt auch, wenn noch nicht alle Fakten klar sind und es daher eher um einen Verdacht bzw. eine in diese Richtung geäußerte Vermutung geht, solange diese ungesicherte tatsächliche Grundlage entsprechend deutlich gemacht wird. Solange dies geschieht, ist das völlig in Ordnung, gleich um welche Partei es sich handelt. Langfristig betrachtet trifft es jede einmal.

    CHILLY

  4. wuenschen wir uns nicht alle etwas mehr Qualitaet von der Zeit alsnunmer den xten artikel seid dem Freitag eingestellt zu sehen der weder neue Betrachtungsweisen noch neue Inhalte hat? Hier ein paar vorschlaege:

    Luxemburg (dpa) - Steigende Energiepreise treiben die Inflation in der Eurozone wieder nach oben. Die jährliche Teuerungsrate betrug im Juli 1,7 Prozent. Das seien 0,3 Punkte mehr als im Vormonat, teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mit. Die Teuerung ist damit auf dem höchsten Stand seit mehr als eineinhalb Jahren. Die Europäische Zentralbank spricht bei einer Inflation von bis zu zwei Prozent von Preisstabilität

    Pirna (dpa) - Für Bad Schandau und das Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz ist erneut Katastrophenalarm ausgerufen worden. Grund seien die starken Niederschläge am frühen Morgen, sagte ein Sprecher des Landratsamtes in Pirna. An der Kirnitzsch gilt die Hochwasseralarmstufe 4. In Bad Schandau bereiten sich die Bewohner erneut auf Überflutungen durch den angeschwollenen Wasserlauf aus den Bergen vor, hieß es. Schon vor einer Woche hatten über die Ufer getretene Bäche immense Schäden in der Region angerichtet.

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