Hamas und FatahMaschaal, der radikale Pragmatiker

Hamas-Führer Chaled Maschaal schließt mit der verfeindeten Fatah-Bewegung ein Versöhnungsabkommen. Er gehörte zu den ersten Hamas-Aktivisten. von 

Hamas-Führer Chaled Maschaal während einer Rede in der sudanesischen Hauptstadt Khartum

Hamas-Führer Chaled Maschaal während einer Rede in der sudanesischen Hauptstadt Khartum  |  © AFP/Getty Images

Kommenden Mittwoch steht Chaled Maschaal im Kairoer Rampenlicht – zusammen mit seinem langjährigen Gegenspieler Mahmud Abbas, dem Präsidenten der Palästinenser. Im Festsaal der Arabischen Liga, wenige hundert Meter vom mittlerweile legendären Tahrir-Platz entfernt, wird der Hamas-Chef feierlich den neuen palästinensischen Versöhnungspakt unterzeichnen. Und wie es scheint, haben die Winde des arabischen Wandels jetzt auch die verfeindeten Brüder aus dem Gazastreifen und der Westbank erfasst.

Nach vier Jahren Dauerstreit wollen sie wieder zu einem gemeinsamen Handeln finden, an dessen Ende ein eigener Palästinenserstaat stehen könnte. Eine Übergangsregierung der nationalen Einheit soll innerhalb eines Jahres Neuwahlen für Parlament und Präsident organisieren – so der Kern des Vertrags.

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"Widerstand ist kein Selbstzweck. Wir Palästinenser sind gezwungen zu kämpfen“, hat Maschaal einmal gesagt. Für die einen ist der charismatische Hamas-Chef ein Pragmatiker, mit dem man reden kann. Für die anderen ein Radikaler, der Selbstmordattentate rechtfertigt und Israels Existenz bestreitet. 1956 in einem Dorf bei Ramallah geboren, gehörte der studierte Physiker 1987 zu den Hamas-Aktivisten der ersten Stunde. 1997 überlebte er einen Mordversuch israelischer Agenten in Amman, den der damalige und heutige israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu persönlich angeordnet hatte.

2001 zog Maschaal dann mit seiner Frau und sieben Kindern nach Damaskus. Drei Jahre später rückte er an die Spitze der Hamas, nachdem sein Vorgänger im Gazastreifen mit einer israelischen Rakete exekutiert worden war. Nach den Wahlen 2006 erklärte er, die Hamas sei zu einer langfristigen Waffenruhe bereit, falls Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückziehe. Damit würde die Hamas Israel de facto anerkennen.

Zwei Jahre später war davon nicht mehr die Rede. Hamas werde Israel niemals anerkennen, sagte er und verteidigte die Bombenanschläge seiner von den USA und Europa als Terrorgruppe eingestuften Organisation.

Im innerpalästinensischen Streit versöhnlich stimmen ließ sich Maschaal jetzt vor allem durch Ägyptens Angebot, die Grenze in Rafah permanent zu öffnen. Damit kann der 55-Jährige bei seinen Landsleuten punkten. Schon nächste Woche, zur Unterzeichnung des Einigungsvertrags, soll der jahrelang geschlossene Schlagbaum hochgehen.

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. Radikal ist vielmehr einen Terrorstaat mit (geschenkten) Waffen zu unterstützen, welcher 1,5 Millionen Palästinenser zu See, zu Land, zu Luft blockiert und willkürlich bombardiert u.a. mit Phosphorbomben.

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    Sie sollten nicht unterschlagen, daß die Palästinenser aus dem Gaza vor der Blockade rund 9500 Raketen auf Israelische Zivilisten geschossen haben!

    Sie sollten nicht unterschlagen, daß die Palästinenser schlimme Selbstmordattentate auf unschuldige Zivilisten in Israel verübt haben.

    Und lesen Sie doch mal selber in dieser entsetzlichen "Charter of Allah" (der Vereinssatzung der Hamas) nach:
    >
    > Die zionistische Invasion ist auf verschlagene Weise bösartig.
    > Sie schreckt nicht davor zurück, verschlungene Wege zu wählen
    > und alle verabscheuungswürdigen und widerwärtigen Mittel
    > anzuwenden, um ihre Ziele zu erreichen. Um sich einmischen
    > und Spionageaktivitäten vornehmen zu können, ist sie in großem
    > Maß auf die Geheimorganisationen angewiesen, z.B. die
    > Freimaurer, die Rotary Clubs, Lions und andere. All diese
    > Geheimorganisationen, von denen einige auch offen arbeiten,
    > agieren für die Interessen des Zionismus und wollen unter
    > dessen Anleitung die Gesellschaften zerstören, Werte
    > vernichten, Verantwortlichkeiten ausschalten, Tugenden ins
    > Schwanken bringen und den Islam auslöschen. Sie steht hinter
    > der Verbreitung von Drogen und Giften aller Art, die ihr
    > Machtausübung und Machtausdehnung erleichtern sollen.
    > Quelle: Hamas-Charta, Art. 28

    Aber es gibt auch andere nette Zitate aus dieser Charta...

    Siehe: Sie sollten nicht unterschlagen... (Teil 2)

    • eras
    • 01. Mai 2011 10:30 Uhr

    "Nach den Wahlen 2006 erklärte er, die Hamas sei zu einer langfristigen Waffenruhe bereit, falls Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückziehe. Damit würde die Hamas Israel de facto anerkennen.

    Zwei Jahre später war davon nicht mehr die Rede. Hamas werde Israel niemals anerkennen, sagte er und verteidigte die Bombenanschläge seiner von den USA und Europa als Terrorgruppe eingestuften Organisation."

    Das hat nichts mit den zwei Jahren Abstand zu tun, sondern eher mit der Tatsache, dass Hamas-Offizielle den Interviewpartnern gerne erzählen, was die hören wollen.

    Westlichen Journalisten gegenüber gibt man sich dann gemäßigt und friedensbereit - und spielt ansonsten die zur Oscarreife perfektionierte Rolle des Berufsopfers. Gegenüber "freundlich" gesinnten (arabischsprachigen) Journalisten preisen die selben Offiziellen gleichzeitig das Märtyrertum und geben zu Protokoll, man werde nicht ruhen, bis Israel ausgelöscht sei. Insofern sollte man im Fall von Hamas nie darauf schauen, was Leute wie "Häuptling gespaltene Zunge" Maschaal mündlich erklären.

    Zuverlässig im Fall Hamas sind nur die schriftlichen Programme und die Taten ihrer Mitglieder. Und in dem Punkt gab es eigentlich nie größere Veränderungen. Solange die Hamas nicht in einem offiziellen Programm erklärt, man strebe unter der Bedingung eines Staates nach 1967er Grenzen einen Frieden mit Israel an, kann man Maschaals Erklärungen getrost ignorieren.

    11 Leserempfehlungen
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    Das hat nichts mit den zwei Jahren Abstand zu tun, sondern eher mit der Tatsache, dass Israel-Offizielle den Interviewpartnern gerne erzählen, was die hören wollen.

    Westlichen Journalisten gegenüber gibt man sich dann gemäßigt und friedensbereit - und spielt ansonsten die zur Oscarreife perfektionierte Rolle des Berufsopfers.

    Insofern sollte man im Fall von Israel nie darauf schauen, was Leute wie "Häuptling gespaltene Zunge" Netanjahu mündlich erklären.

    Zuverlässig im Fall Netanjahu sind nur die schriftlichen Programme seiner Partei und die Taten ihrer Mitglieder. Und in dem Punkt gab es eigentlich nie größere Veränderungen.

    Solange die Likud nicht in einem offiziellen Programm erklärt, man strebe unter der Bedingung eines Staates nach 1967er Grenzen einen Frieden mit den Palaestinensern an, kann man Netanjahus Erklärungen getrost ignorieren.

    Fakt ist: Die Palaestinenser werden Israel anerkennen. Israel wird aber nicht bereit sein, sein brutales und menschenrechtsverachtendes Besatzungsregime zu beenden.

    ...dass man im einundzwanzigsten Jahrhundert Interviews einfach so verteilen kann, mal zu diesem das sagen und mal zu jenem was anderes sagen. Die Welt ist offen, Interviews werden auf allen Kanaelen gesendet. In jedem Haushalt gibt's mittlerweile nicht nur einen Fernseher mit tausend Kanaelen, sondern auch einen Internet-Anschluss. Die Politiker werden sich daher davor hueten, ganz offensichtlich mit gespaltener Zunge zu reden.

    "Zuverlässig im Fall Hamas sind nur die schriftlichen Programme und die Taten ihrer Mitglieder"

    das stimmt und die Hamas hält sich offenbar nach seinen Taten an bestehende Vereinbarungen, auch wenn man sonst noch einiges der Hamas vorwerfen kann.

    Zuverlässig sind im Fall von jüdisch Israel auch zwei Punkte. Stetiger Ausbau der illegalen Siedlungen zur völkerrechtswiedrigen Annektion

    www.zmag.de/artikel/ameri...

    www.spiegel.de/politik/au...

    www.un.org/apps/news/stor...

    und der Anspruch auf das rassistische Recht, über die Menschenrechte (wie u.A. Freiheit) der besetzten Palästinenser bestimmen zu dürfen, so wie es im Parteiprogramm der Likud steht.

    www.knesset.gov.il/electi...

    Insofern ist der Hamas weniger vorzuwerfen, als den jüdisch israelischen Regierungen. Die haben sich bisher kaum bis gar nicht an Vereinbarungen gehalten und wollen auch kein Palästina ohne jüdisch israelische Herrschaft über deren Menschenrechte anerkennen.

    Aber, man erzählt auch oder geraade als Israelische-Apartheidslobbyist ja gerne der westlichen Gesellschaft, was diese hören will. Auch, das die Hamas Israel anerkennen müsse, warum auch immer. Die Hamas ist ein Furz und deren Anerkennung soll Israel brauchen? Wozu? Die BRD hat die DDR auch nicht anerkannt, dennoch gab es einen Frieden.

    Das zu "Häuptling gespaltene Zunge".

  2. in der Diskussion ueber die Entruestung in Israel darueber, dass die Hamas derzeit (!) Israel nicht anerkennen will, dass in der DERZEITIGEN israelischen Regierung (die aus SECHS Parteien besteht!) KEINE EINZIGE in ihrem Parteiprogramm einen Staat Palaestina vosieht!

    Auf der Seite der Partei des DERZEITIGEN Ministerpraesidenten Israels kann man z.B. lesen, dass die Ostgrenze Israels der Jordan sein soll.

    Wir werden sehen, dass die Einheitsregierung Palaestinas natuerlich den Staat Israel anerkennen wird (wie es die PLO und Abbas in den letzten Jahren IMMER wieder getan haben).

    Die israelische Regierung wird sich mit Extremisten wie Netanjahu und Lieberman nicht bewegen.

    Daher MUSS und wird die Weltgemeinschaft im September Palaestina in den "Grenzen von 67" anerkennen. Den Grenzen, die den Palaestinenser durch das Voelkerrecht zustehen.

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    "Auf der Seite der Partei des DERZEITIGEN Ministerpraesidenten Israels kann man z.B. lesen, dass die Ostgrenze Israels der Jordan sein soll."

    Wo steht das denn? Könnten Sie mal den Link posten?

  3. Das hat nichts mit den zwei Jahren Abstand zu tun, sondern eher mit der Tatsache, dass Israel-Offizielle den Interviewpartnern gerne erzählen, was die hören wollen.

    Westlichen Journalisten gegenüber gibt man sich dann gemäßigt und friedensbereit - und spielt ansonsten die zur Oscarreife perfektionierte Rolle des Berufsopfers.

    Insofern sollte man im Fall von Israel nie darauf schauen, was Leute wie "Häuptling gespaltene Zunge" Netanjahu mündlich erklären.

    Zuverlässig im Fall Netanjahu sind nur die schriftlichen Programme seiner Partei und die Taten ihrer Mitglieder. Und in dem Punkt gab es eigentlich nie größere Veränderungen.

    Solange die Likud nicht in einem offiziellen Programm erklärt, man strebe unter der Bedingung eines Staates nach 1967er Grenzen einen Frieden mit den Palaestinensern an, kann man Netanjahus Erklärungen getrost ignorieren.

    Fakt ist: Die Palaestinenser werden Israel anerkennen. Israel wird aber nicht bereit sein, sein brutales und menschenrechtsverachtendes Besatzungsregime zu beenden.

    2 Leserempfehlungen
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    nicht zu vergessen, dass 7.5 Millionen Israelis, die wirklich den Frieden mit den Palästinensern wollen, von Netanjahu nicht grade zu ihrem Wohlsein regiert werden. Israelis und Palästinenser kommen bestens miteinander aus. Über 1.5 Millionen Palästinenser leben als Israelische Staatsburger in Israel. Bis auf die Befreiung vom Militärdienst, haben sie alle gleiche Pflichten, gleiche Rechte. Das Angesichts durch Netanjahus Regierung angezettelte Ungerechtigkeiten, gegen die Brüder auf der anderen Seite der Demarkationslinie, Aufstände und Unruhen entfacht werden, kratz nicht viel an ihrer Loylität zum STaate Israel. Denn es geht ihnen sehr gut in Israel. Warum sollen sie das aufgeben. Selbst wenn die Palästinenser in Gaza und Westbank die gleiche Perspektiven hätten, käme ein Frieden auf kurze Sicht nicht zustande. Weil Netanjahus Regierung ihn definitiv nicht will. Israel ist ein sehr schweres Land geworden. Keiner gönnt dem anderen Etwas, die Kriege haben der Bevölkerung zu stark zugesetzt. Israelische Politiker mit Idealismus gibt es längst nicht mehr. Veränderung bedeutet auch Stühlerücken. Das ist das Letzte, was sie wollen. Nur deshalb gibt es keinen Frieden im Nahen Osten, nur deshalb ist der ganze Weltfrieden gefährdet. Früher haben die Europäer mit Geld wegen des hochschnellendem Ölpreis den Konflikt bezahlt. Mittlerweile ist Terroralarm schon an der Tagesordnung. Wie soll das Enden.

    Die Palästinenser erkennen Israel durchaus an, als den Staat, den sie vernichten wollen.

    Die Palästinenser erkennen Israel durchaus an, als den Staat dessen Bürger sie töten wollen.

    Siehe »Charter of Allah«

    Naja, die Taten der staatenlosen Araber sprechen ja auch für sich.

    Seit je her zielen die Taten der umliegenden Arabischen Bevölkerung auf die Vernichtung Israels.

    Wie soll Israel denn damit umgehen?

    Soll Israel den Staat Palästina anerkennen?

    Warum denn?

    Die Araber haben ihrerseits ja die UN-Resolution 181 nicht anerkannt und Israel mit Krieg überzogen.

    Die Hamas fordert also Israel soll den Staat Palästina anerkennen und als Gegenleistung wird Israel die "Hoffnung auf Anerkennung" in Aussicht gestellt.

    Derweil erhält die Hamas ihre Ziele für jeden lesbar seit 1988 aufrecht.

    Die Vernichtung Israels und seiner Jüdischen Bevölkerung.

    Wie soll Israel einen Staat anerkennen, wenn dessen Führung solche Ziele verfolgt?

    • eras
    • 01. Mai 2011 10:46 Uhr

    "Wir werden sehen, dass die Einheitsregierung Palaestinas natuerlich den Staat Israel anerkennen wird (wie es die PLO und Abbas in den letzten Jahren IMMER wieder getan haben)."

    Nie im Leben. Hamas hat bei der Verkündung der Einigung sogar noch einmal unmissverständlich klargemacht, daß eine solche Erklärung mit ihnen nicht zu machen ist.

    Der Traum von einer solchen Erklärung ist vor allem in den linkslastigen Millieus Europas weitverbreitet. Was wieder einmal beweist, wie wenig man in diesen Kreisen über die tatsächliche Lage in der Region weiss...

    8 Leserempfehlungen
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    Sie haben wahrgenommen: "Hamas hat bei der Verkündung der Einigung sogar noch einmal unmissverständlich klargemacht, daß eine solche Erklärung mit ihnen nicht zu machen ist."

    Ich habe gelesen - und es so verstanden- dass sich Hamas an den Verhandlungen während der Einheitsübergangsregierung nicht direkt beteiligen wird und diese Verhandlungen der Fatah, bzw. Fayyad überlassen werden soll.

    Was ja nicht heißt, dass die Unterredungen nicht innerhalb der Einheitsregierung besprochen werden und konsensualer Friedensvertragsgegenstand werden können.

    Jedenfalls sind die Palästinenser auf die Straße gegangen (aber auch per Facebook) und haben für die Einheit von Hamas und Fatha (bzw. Gaza und WB) demonstriert. Es war der Wille der Menschen. Und wenn die Palästinenser Frieden in den 67er Grenzen wollen, dann werden sich die Parteien auch danach richten.
    Das ist wie mit dem Atomausstieg in Deutschland. Es dürfen nur nicht einige Funktionäre oder Lobbyisten (sei es der Atomwirtschaft, sei es des Terrorismus) immer wieder den Wunsch der Mehrheit der Menschen missachten.

  4. Man kann nur mit seinen Feinden Frieden machen, schließlich: warum sollte man mit seinen Freunden verfeindet sein?

    Es wird nur keinen Frieden geben können, wenn Feinde nicht miteinander sprechen wollen.

    Why We Talk to Terrorists
    http://www.nytimes.com/20...

    Letztlich wird der Pragmatismus siegen.
    Den Palästinensern wünsche ich Marwan Barghuthi als zukünftigen wichtigen Politiker und hoffe, dass er bei dem Gefangenenaustausch mit Shalit frei gelassen wird. Auch wenn Abbas das bisher zu verhindern wusste.

    Eine Leserempfehlung
  5. nicht zu vergessen, dass 7.5 Millionen Israelis, die wirklich den Frieden mit den Palästinensern wollen, von Netanjahu nicht grade zu ihrem Wohlsein regiert werden. Israelis und Palästinenser kommen bestens miteinander aus. Über 1.5 Millionen Palästinenser leben als Israelische Staatsburger in Israel. Bis auf die Befreiung vom Militärdienst, haben sie alle gleiche Pflichten, gleiche Rechte. Das Angesichts durch Netanjahus Regierung angezettelte Ungerechtigkeiten, gegen die Brüder auf der anderen Seite der Demarkationslinie, Aufstände und Unruhen entfacht werden, kratz nicht viel an ihrer Loylität zum STaate Israel. Denn es geht ihnen sehr gut in Israel. Warum sollen sie das aufgeben. Selbst wenn die Palästinenser in Gaza und Westbank die gleiche Perspektiven hätten, käme ein Frieden auf kurze Sicht nicht zustande. Weil Netanjahus Regierung ihn definitiv nicht will. Israel ist ein sehr schweres Land geworden. Keiner gönnt dem anderen Etwas, die Kriege haben der Bevölkerung zu stark zugesetzt. Israelische Politiker mit Idealismus gibt es längst nicht mehr. Veränderung bedeutet auch Stühlerücken. Das ist das Letzte, was sie wollen. Nur deshalb gibt es keinen Frieden im Nahen Osten, nur deshalb ist der ganze Weltfrieden gefährdet. Früher haben die Europäer mit Geld wegen des hochschnellendem Ölpreis den Konflikt bezahlt. Mittlerweile ist Terroralarm schon an der Tagesordnung. Wie soll das Enden.

  6. Sie haben wahrgenommen: "Hamas hat bei der Verkündung der Einigung sogar noch einmal unmissverständlich klargemacht, daß eine solche Erklärung mit ihnen nicht zu machen ist."

    Ich habe gelesen - und es so verstanden- dass sich Hamas an den Verhandlungen während der Einheitsübergangsregierung nicht direkt beteiligen wird und diese Verhandlungen der Fatah, bzw. Fayyad überlassen werden soll.

    Was ja nicht heißt, dass die Unterredungen nicht innerhalb der Einheitsregierung besprochen werden und konsensualer Friedensvertragsgegenstand werden können.

    Jedenfalls sind die Palästinenser auf die Straße gegangen (aber auch per Facebook) und haben für die Einheit von Hamas und Fatha (bzw. Gaza und WB) demonstriert. Es war der Wille der Menschen. Und wenn die Palästinenser Frieden in den 67er Grenzen wollen, dann werden sich die Parteien auch danach richten.
    Das ist wie mit dem Atomausstieg in Deutschland. Es dürfen nur nicht einige Funktionäre oder Lobbyisten (sei es der Atomwirtschaft, sei es des Terrorismus) immer wieder den Wunsch der Mehrheit der Menschen missachten.

    Antwort auf "Phantastereien"
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    • eras
    • 01. Mai 2011 12:48 Uhr

    "Ich habe gelesen - und es so verstanden- dass sich Hamas an den Verhandlungen während der Einheitsübergangsregierung nicht direkt beteiligen wird und diese Verhandlungen der Fatah, bzw. Fayyad überlassen werden soll.

    Was ja nicht heißt, dass die Unterredungen nicht innerhalb der Einheitsregierung besprochen werden und konsensualer Friedensvertragsgegenstand werden können."

    Ich weiss nicht, wie Sie auf diese seltsame Interpretation kommen. Hamas ist ziemlich deutlich:

    "In dem gemeinsamen Programm gehe es nicht um Verhandlungen mit Israel und auch nicht um die Frage, ob man Israel anerkenne, sagte Machmud Sahar, einer der führenden Hamas-Männer aus Gaza. Die Übergangsregierung werde sich jedenfalls an einem Friedensprozess mit Israel nicht beteiligen können, so Sahar.

    (...)

    "Jeder für sich. Unsere Auffassung unterscheidet sich zu hundert Prozent von der der Fatah. Sie glauben an Verhandlungen, wir glauben an den bewaffneten Kampf.""
    (http://www.tagesschau.de/...)

    Glauben Sie ernsthaft, Israel wird es akzeptieren, dass ein Teil der Gegenseite während der Verhandlungen fröhlich weitermordet?

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  • Schlagworte Hamas | Fatah | Mahmud Abbas | Benjamin Netanjahu | Agent | Israel
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