Leserartikel

Politikverdrossenheit Senkt das Wahlalter!

Leser Daniel Seidl ist mit 17 Jahren noch zu jung, um bei politischen Wahlen mitzumachen. Ärgerlich, denn für ihn gäbe es viele Gründe, das Wahlalter zu senken.

Die Wahlbeteiligung in Deutschland geht zurück, bei der letzten Bundestagswahl 2009 erreichte sie ihren historischen Tiefstand. Politikverdrossenheit ist ein großes Problem, obwohl die verschiedensten Vereine, Initiativen und Parteien schon länger dagegen kämpfen.

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Die Gründe für das geringe Interesse lassen sich nicht ohne Weiteres auf einen Nenner bringen. Was mir jedoch auffällt, ist dass vor allem junge Menschen oft keinen Bezug zur Politik und dem aktuellen Tagesgeschehen haben. Auch das hohe Durchschnittsalter in der Parteien belegt, dass Politik nicht wirklich die Sache von jungen Menschen zu sein scheint: Die Mitglieder der Piratenpartei gehören mit rund 40 Jahren noch mit Abstand zu den jüngsten. Bereits bei den Grünen liegt das Durchschnittsalter bei 46 Jahren. Warum wollen junge Menschen sich nicht engagieren?

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Das Problem ist das Wahlrechtsalter. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es einen jungen, motivierten Menschen ausbremst, wenn er das Gefühl hat, sowieso nichts bewegen zu können und keine Stimme zu haben. Die Altersgrenze ist dabei völlig willkürlich gesetzt. Ab dem siebten Lebensjahr kann man für seine Handlungen (beschränkt) verantwortlich gemacht werden und ab 14 Jahren greift das Jugendstrafrecht. Nur das mit Abstand wichtigste Recht zur demokratischen Mitbestimmung gibt es erst ab 18 – zur gleichen Zeit wie Schnaps und Zigaretten.

Seit Langem gibt es die Forderung, das Wahlrecht auf 16 Jahre zu senken. Dieser Schritt wird von den etablierten Parteien aber in den meisten Fällen verhindert, denn wenn Minderjährige wählen dürften, müssen sie sich ja auch um deren Wählerstimmen bemühen und auf sie eingehen. Dabei ist diese politische Teilhabe für junge Menschen wichtig, denn gerade sie werden am längsten mit den heute getroffenen Entscheidungen leben müssen.

Alleine das Wahlrechtsalter auf 16 herabzusetzen, geht mir allerdings nicht weit genug. Wollen wir nachhaltig etwas gegen die Politikverdrossenheit tun, müssen wir bereits den Jüngsten politische Bildung ermöglichen, sprich Politikunterricht ab der Grundschule einführen.

 
Leser-Kommentare
    • riessm
    • 14.11.2012 um 11:21 Uhr

    ...sondern auch die Tatsache, dass immer mehr Geschenke auf Kosten folgender Generationen an Ältere gemacht werden. Diese Rückwärtsgewandtheit der Politik ist mit ziemlicher sicher darauf begründet, dass man viele Stimmen bei Senioren und wenige bei jungen Menschen gewinnen kann.

    12 Leser-Empfehlungen
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    aber die bereits bestehende Altersarmut nicht so ganz in ihr vermeintliches Konzept
    oder welche Alten meinen Sie?

    Nur zu! Wenn sich zwei streiten (sich gegenseitig Vorwürfe machen) dann freut sich der Dritte.
    Aber Sie sind nicht der Einzige, der die Schuld für die Geldknappheit bei 90 Prozent der Bevölkerung da sucht, wo er suchen soll.
    Die Ausländer sind schuld, die Arbeitslosen sind Schmarotzer, die Alten leben auf Kosten der Jungen, ....

    Die Politiker haben die Gesetze geändert. Den Beitrag zur Arbeitsloenversicherung hat man von 6,5 Prozent auf 3,5 Prozent herabgesetzt (ohne die Arbeitnehmer zu fragen).
    Das Entscheidende war aber, daß die Lohnquote von knapp 70 Prozent auf 62 Prozent fiel. Sämtliche Arbeitnehmer, die von ihrem Lohn die Krankenversichrungen und die Rentenvresicherungen speisen, erhalten auf Dauer 8 Prozent weniger vom großen Kuchen. Dieses Geld floss ausnahmslos an den Geldadel. Die Vermögen dieser 10 Prozent der Bevölkerung stiegen von 50 % auf über 60 Prozent in dieser Zeit.
    Die Alten und die Jungen wurden um 8 Prozent erleichtert und nun schürt man die Antipatie der Jungen gegen die Alten damit niemand auf die Idee kommt, die wahren Verursacher von Kinderarmut und Altersarmut zur Rechenschafft zu ziehen.

    Lassen Sie sich nicht aufhetzen. Die Rechten schreien: Ausländer (oder auch Juden) raus, Sie schrien vielleicht die Alten sollen nur noch das Gnadnbrot bekommen und schweigen. Und die, die immer Reicher werden lachen über beide, weil es von den wahren Schmarotzern ablenkt.

    aber die bereits bestehende Altersarmut nicht so ganz in ihr vermeintliches Konzept
    oder welche Alten meinen Sie?

    Nur zu! Wenn sich zwei streiten (sich gegenseitig Vorwürfe machen) dann freut sich der Dritte.
    Aber Sie sind nicht der Einzige, der die Schuld für die Geldknappheit bei 90 Prozent der Bevölkerung da sucht, wo er suchen soll.
    Die Ausländer sind schuld, die Arbeitslosen sind Schmarotzer, die Alten leben auf Kosten der Jungen, ....

    Die Politiker haben die Gesetze geändert. Den Beitrag zur Arbeitsloenversicherung hat man von 6,5 Prozent auf 3,5 Prozent herabgesetzt (ohne die Arbeitnehmer zu fragen).
    Das Entscheidende war aber, daß die Lohnquote von knapp 70 Prozent auf 62 Prozent fiel. Sämtliche Arbeitnehmer, die von ihrem Lohn die Krankenversichrungen und die Rentenvresicherungen speisen, erhalten auf Dauer 8 Prozent weniger vom großen Kuchen. Dieses Geld floss ausnahmslos an den Geldadel. Die Vermögen dieser 10 Prozent der Bevölkerung stiegen von 50 % auf über 60 Prozent in dieser Zeit.
    Die Alten und die Jungen wurden um 8 Prozent erleichtert und nun schürt man die Antipatie der Jungen gegen die Alten damit niemand auf die Idee kommt, die wahren Verursacher von Kinderarmut und Altersarmut zur Rechenschafft zu ziehen.

    Lassen Sie sich nicht aufhetzen. Die Rechten schreien: Ausländer (oder auch Juden) raus, Sie schrien vielleicht die Alten sollen nur noch das Gnadnbrot bekommen und schweigen. Und die, die immer Reicher werden lachen über beide, weil es von den wahren Schmarotzern ablenkt.

  1. „Die Altersgrenze ist dabei völlig willkürlich gesetzt.“ Und „Nur das mit Abstand wichtigste Recht zur demokratischen Mitbestimmung gibt es erst ab 18 – zur gleichen Zeit wie Schnaps und Zigaretten.“

    Rechte gehen immer mit Pflichten einher. Das hat mit Willkür nichts zu tun. Mit 18 ist man vollgeschäftsfähig. Vorher nicht. Vollgeschäftsfähig bedeutet, dass man für sein Handeln verantwortlich ist und gemacht werden kann und sich auch den Konsequenzen seines Tuns voll bewusst ist.

    Könnte an mir liegen, dass ich das so kritisch sehe - ich kenne leider zu viele Jugendliche, bei denen wohl ein "Ich bin neugierig was passiert wenn ich die NPD wähle..." rauskäme. (Betreue ein paar Tage pro Monat verhaltensauffällige Jugendliche)

    „Was mir jedoch auffällt, ist dass vor allem junge Menschen oft keinen Bezug zur Politik und dem aktuellen Tagesgeschehen haben.“
    Genauso ist es leider. Da gebe ich dem Autor zu 100% Recht. Ebenso, dass Politik früher schon in der Schule unterrichtet werden sollte. Grundschule halte ich jedoch für übertrieben.

    Es ist schön zu lesen, dass auch junge Menschen ein echtes Interesse an Politik haben! Weiter so, Herr Seidl!

    16 Leser-Empfehlungen
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    in Österreich wurde das Wahlrech auf den am Wahltag erreichten 16ten Geburtstag gesenkt,für diese jungen Leute spielt viel das Auftreten und der Populismus des jeweiligen Politikers eine große Rolle
    dazu kommt,dass sich gewisse Herrschaften aus der Politik gezielt über Netzwerke wie Facebook mit den absurdesten Dingen und Imponiergehabe hervortun
    sowas kommt natürlich bei Jugendlichen,die vieles nicht weiter hinterfragen gut an,nach dem Motto,fesch ist er und gut blubbern kann er
    so mancher Bauernfänger hat gute Karten damit

    ##„Was mir jedoch auffällt, ist dass vor allem junge Menschen oft keinen Bezug zur Politik und dem aktuellen Tagesgeschehen haben.“
    Genauso ist es leider. Da gebe ich dem Autor zu 100% Recht. Ebenso, dass Politik früher schon in der Schule unterrichtet werden sollte. Grundschule halte ich jedoch für übertrieben.
    Es ist schön zu lesen, dass auch junge Menschen ein echtes Interesse an Politik haben! Weiter so, Herr Seidl!##

    Ich denke schon, dass ein großer der Teil der Jugendlichen sich für Politik begeistern würde. Sofern es sich denn um Politik handeln würde und nicht um die Beschäftigung mit Machtkämpfen moralisch insuffizienter Karrieristen und Parteien die darum streiten, wer nun bundesweiter Dienstleister fürs Kapital werden darf und wer wieder nur in der Opposition am Katzentisch der Macht sitzen muss.
    Politik ist interessant, wenn gesellschaftlich auch etwas zu gestalten ist.

    Das verbonzte, idealismusfressende, korrumpierende repräsentativ-bürgerliche Parteiensystem, in der politische Partizipation weitgehend darauf beschränkt ist, mehr oder weniger ätzende Stellvertreter zu wählen, die diversen "Sachzwängen" ausgeliefert sind oder sich ausliefern lassen und in Machtpositition parteiübergreifend die gleiche systemkonforme "Realpolitik" betreiben, ist m.E. nur die scheinheilige, theaterhafte Simulation von Politik, und hat mit richtiger Politik, geschweige denn mit Demokratie wenig zu tun.

    in Österreich wurde das Wahlrech auf den am Wahltag erreichten 16ten Geburtstag gesenkt,für diese jungen Leute spielt viel das Auftreten und der Populismus des jeweiligen Politikers eine große Rolle
    dazu kommt,dass sich gewisse Herrschaften aus der Politik gezielt über Netzwerke wie Facebook mit den absurdesten Dingen und Imponiergehabe hervortun
    sowas kommt natürlich bei Jugendlichen,die vieles nicht weiter hinterfragen gut an,nach dem Motto,fesch ist er und gut blubbern kann er
    so mancher Bauernfänger hat gute Karten damit

    ##„Was mir jedoch auffällt, ist dass vor allem junge Menschen oft keinen Bezug zur Politik und dem aktuellen Tagesgeschehen haben.“
    Genauso ist es leider. Da gebe ich dem Autor zu 100% Recht. Ebenso, dass Politik früher schon in der Schule unterrichtet werden sollte. Grundschule halte ich jedoch für übertrieben.
    Es ist schön zu lesen, dass auch junge Menschen ein echtes Interesse an Politik haben! Weiter so, Herr Seidl!##

    Ich denke schon, dass ein großer der Teil der Jugendlichen sich für Politik begeistern würde. Sofern es sich denn um Politik handeln würde und nicht um die Beschäftigung mit Machtkämpfen moralisch insuffizienter Karrieristen und Parteien die darum streiten, wer nun bundesweiter Dienstleister fürs Kapital werden darf und wer wieder nur in der Opposition am Katzentisch der Macht sitzen muss.
    Politik ist interessant, wenn gesellschaftlich auch etwas zu gestalten ist.

    Das verbonzte, idealismusfressende, korrumpierende repräsentativ-bürgerliche Parteiensystem, in der politische Partizipation weitgehend darauf beschränkt ist, mehr oder weniger ätzende Stellvertreter zu wählen, die diversen "Sachzwängen" ausgeliefert sind oder sich ausliefern lassen und in Machtpositition parteiübergreifend die gleiche systemkonforme "Realpolitik" betreiben, ist m.E. nur die scheinheilige, theaterhafte Simulation von Politik, und hat mit richtiger Politik, geschweige denn mit Demokratie wenig zu tun.

  2. wie weit müssen wir das Wahlrechtsalter denn senken, bis die Verdrossenheit auf ein erträgliches Maß gesenkt wurde? 16 Jahre, oder 14 Jahre oder doch gleich 10 Jahre?

    Wir könnten auch 10 Euro pro Stimmzettel ausgeben?

    Warum gibt es denn Politikverdrossenheit? Weil die Leute einfache Lösungen haben wollen, aber die Welt kompliziert ist?! Weil Parteien ihre eigene Welt darstellen mit absurder Rhetorik, Unwahrheiten und unverständlichen Entscheidungen wider jeder Vernunft (beschlossen ist beschlossen)?

    Das Wahlalter hat damit nichts zu tun.

    18 Leser-Empfehlungen
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    Politik ist das Bohren dicker Bretter. Ich meine, Herr Seidl schließt zu leicht von sich auf andere: für viele 16-, 14- jährige usw. Jungwähler käme die Erfahrung, dass mit seiner Stimme ganz andere Dinge gemacht werden als die, welche er sich vorstellt, dann nur noch früher. Der Politikverdrossenheit täte das keinen Abbruch.

    Eine Sache wird nicht dadurch attraktiver, dass sie einem hinterhergeschmissen oder wie saures Bier hinterhergetragen wird.

    Das wusste schon Mark Twain.

    Ben: Na, magst du nicht mit Schwimmen gehen? Nee, du arbeitest lieber, was?
    Tom Sawyer: Vielleicht ist [Zäunestreichen] arbeiten, vielleicht auch nicht. Aber jedenfalls ist es das, was zu Tom Sawyer passt.
    [...]
    Ben: Tom, lass' mich auch mal!

    Politik ist das Bohren dicker Bretter. Ich meine, Herr Seidl schließt zu leicht von sich auf andere: für viele 16-, 14- jährige usw. Jungwähler käme die Erfahrung, dass mit seiner Stimme ganz andere Dinge gemacht werden als die, welche er sich vorstellt, dann nur noch früher. Der Politikverdrossenheit täte das keinen Abbruch.

    Eine Sache wird nicht dadurch attraktiver, dass sie einem hinterhergeschmissen oder wie saures Bier hinterhergetragen wird.

    Das wusste schon Mark Twain.

    Ben: Na, magst du nicht mit Schwimmen gehen? Nee, du arbeitest lieber, was?
    Tom Sawyer: Vielleicht ist [Zäunestreichen] arbeiten, vielleicht auch nicht. Aber jedenfalls ist es das, was zu Tom Sawyer passt.
    [...]
    Ben: Tom, lass' mich auch mal!

  3. Wenn demnächst ein Benjamin Button zur Welt kommt, haben wir Grund genug, das Wahlalter auf 0,1 zu senken. Abwarten, reifen, mit 18 wählen gehen. Das Wahlalter ist niedrig genug. Noch niedriger darf es nicht werden. Man denke an Raabs Sendung. Man muss sich sonst nicht wundern, wenn man eine Koalition aus Linke und FDP hat. Unterschiede wären ja nur zwei Seiten einer Münze.

    Ich denke, unsere Demokratie hat dringendere Probleme als diesen Quatsch.

    8 Leser-Empfehlungen
  4. leider sind solche jugendlichen wie daniel einzelfälle---

    die meisten jugendlichen würden wohl gar nicht wählen gehen weil sie eher TV, Freunde und Romanzen im Kopf haben. War ja selber mal "jung" obwohl ich zum glück nie dem TV zugetan war...mehr dem internet... egal ich komme vom Thema ab.

    Druch das Absenken der Wahlbeteiligung bekommen halt solche Splitterpartein wie die NPD mehr vom Kuchen ab... in den Bundestag werden die es eh nicht schaffen, aber in den Landtagen sind die ja schon.

    Außerdem denke ich dass die Wahl wohl auch eher auf extreme Partein fallen würde, da man als junger Mensch ja rebellisch sein will. Die Weißheit kommt nun mal erst mit dem alter... wenn es nach mir gänge sollte man das wahlalter eher anheben... obwohl dass die CDU stärken würde ^^

    also lassen wir mal lieber alles so wie es ist

    greetz ausm sonnigen Elbflorenz

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    • Freyn
    • 14.11.2012 um 13:52 Uhr

    "Druch das Absenken der Wahlbeteiligung bekommen halt solche Splitterpartein wie die NPD mehr vom Kuchen ab"

    Die NPD ist zumindest derzeit eine zugelassene Partei. Auch wenn ich ihr sehr ablehnend gegenüber stehe, ist es nicht die Aufgabe des Staates, zu beurteilen, welche Partei die Richtige ist. Radikalen Parteien, die gegen die demokratische Grundordnung verstoßen, sollte man mit Parteiverboten begegnen, nicht aber mit dem Ausschluss aller Wähler, die man für so dumm hält, diese zu wählen.

    MfG,
    Daniel

    als 1994 ein Superwahljahr war. Landtag, Europa und Bundestag. Und es hat mich genervt, danach wurde ich 18 und meine erste Stimme bei einer Wahl habe ich mit 21 abgegeben.

    Natürlich ist die Altersgrenze willkürlich. 33 Jahre wären auch willkürlich. Wer kann schon entscheiden, ob ein anderer Mensch politisch reif ist? Manche sind mit 15 reif, manche mit 25 noch nicht. 15 als Wahlalter wäre in Ordnung. Viele beginnen in dem Alter zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Die Stimmenverteilung wäre wohl genau gleich wie bisher, nur daß noch mehr Bedürfnisse dazukommen, und wenn die NPD ein paar Sitze erhält, dann müssen die anderen sich eben mehr anstrengen. Viele 20jährige wählen die NPD. Und ich will nicht wissen, wie viele 70jährige auch.

    Reife ist kein Argument, und Wahlwahrscheinlichkeit auch nicht. Die Grenze ist willkürlich, aber beruht auf einem gesellschaftlichen Konsens. Meiner Meinung nach können wir dieses Alter senken, dann haben wir eine neue Willkürregel. Bitte lehnen Sie den Vorschlag des Autors nicht so ohne weiteres ab! Besonders Kommentar Nr. 4 ist unpassend.

    • Freyn
    • 14.11.2012 um 13:52 Uhr

    "Druch das Absenken der Wahlbeteiligung bekommen halt solche Splitterpartein wie die NPD mehr vom Kuchen ab"

    Die NPD ist zumindest derzeit eine zugelassene Partei. Auch wenn ich ihr sehr ablehnend gegenüber stehe, ist es nicht die Aufgabe des Staates, zu beurteilen, welche Partei die Richtige ist. Radikalen Parteien, die gegen die demokratische Grundordnung verstoßen, sollte man mit Parteiverboten begegnen, nicht aber mit dem Ausschluss aller Wähler, die man für so dumm hält, diese zu wählen.

    MfG,
    Daniel

    als 1994 ein Superwahljahr war. Landtag, Europa und Bundestag. Und es hat mich genervt, danach wurde ich 18 und meine erste Stimme bei einer Wahl habe ich mit 21 abgegeben.

    Natürlich ist die Altersgrenze willkürlich. 33 Jahre wären auch willkürlich. Wer kann schon entscheiden, ob ein anderer Mensch politisch reif ist? Manche sind mit 15 reif, manche mit 25 noch nicht. 15 als Wahlalter wäre in Ordnung. Viele beginnen in dem Alter zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Die Stimmenverteilung wäre wohl genau gleich wie bisher, nur daß noch mehr Bedürfnisse dazukommen, und wenn die NPD ein paar Sitze erhält, dann müssen die anderen sich eben mehr anstrengen. Viele 20jährige wählen die NPD. Und ich will nicht wissen, wie viele 70jährige auch.

    Reife ist kein Argument, und Wahlwahrscheinlichkeit auch nicht. Die Grenze ist willkürlich, aber beruht auf einem gesellschaftlichen Konsens. Meiner Meinung nach können wir dieses Alter senken, dann haben wir eine neue Willkürregel. Bitte lehnen Sie den Vorschlag des Autors nicht so ohne weiteres ab! Besonders Kommentar Nr. 4 ist unpassend.

  5. Wer meint, er bewege etwas, weil er alle 4 Jahre ein, zwei Kreuzchen macht, der hat sowieso nichts von Politik verstanden.

    Muss man 18 sein um eine Demo zu organisieren? Dem Jugendrat beizutreten? Als Schülerjournalist den Lokalpolitikern unangenehme Fragen zu stellen?

    "Die Altersgrenze ist dabei völlig willkürlich gesetzt."
    Wirklich? Die Volljährigkeit als Alter ist "willkürlich"?
    Inwiefern wäre 16, wahrlich weniger ein Meilenstein als 18, weniger willkürlich?

    Auch stellt sich die Frage, ob die trockene Institution Schule, die ja bekanntermaßen beliebt bei Jugendlichen ist, der richtige Ort für versuchte Politikbegeisterung wäre.

    20 Leser-Empfehlungen
  6. Ja, das Jugendstrafrecht greift ab 14. Das Erwachsenenstrafrecht aber zwingend erst ab 21. Würde man also dem Argument folgen dass das Wahlalter und das Strafrechtsalter konform gehen sollten, dann müßte man das Wahlater sogar heraufsetzen. Denn erst ab 21 ist man für die Folgen seines Handelns uneingeschränkt verantwortlich.

    Ich gehe sogar noch weiter. Ich würde bei jeder Wahl eine automatisierte Wissensabfrage starten. Nur wer aus einem computerisierten Fragenkatalog eine gewisse Anzahl an Fragen korrekt beantworten kann, desen Stimme wird gezählt. [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/ls

    12 Leser-Empfehlungen
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    Ich weiß zwar nicht, was sie sonst noch geschrieben haben, da ein Teil Ihrer Meinung der Zensur zum Opfer fiel, ab dem verbliebenen Rest stimme ich voll zu (obwohl das natürlich reine Theorie bleiben wird). Ich habe z. B. schon öfters erlebt, daß hochbetagte Senioren immer brav zur Wahl gehen und vorher regelmäßig fragen:" Was wird denn heute gewählt? Ja, wen oder was soll ich da wählen? Ich hab ja eigentlich gar keine Ahnung". Und dann gehen sie in Kabine und setzen brav und pflichtgetreu ihr Kreuzchen. Da kommt man dann schon sehr ins Zweifeln.

    Ich weiß zwar nicht, was sie sonst noch geschrieben haben, da ein Teil Ihrer Meinung der Zensur zum Opfer fiel, ab dem verbliebenen Rest stimme ich voll zu (obwohl das natürlich reine Theorie bleiben wird). Ich habe z. B. schon öfters erlebt, daß hochbetagte Senioren immer brav zur Wahl gehen und vorher regelmäßig fragen:" Was wird denn heute gewählt? Ja, wen oder was soll ich da wählen? Ich hab ja eigentlich gar keine Ahnung". Und dann gehen sie in Kabine und setzen brav und pflichtgetreu ihr Kreuzchen. Da kommt man dann schon sehr ins Zweifeln.

  7. Ich war und werde immer der Ansicht bleiben das Eltern pro kind eine stimme extra haben sollten, dann kommen nämlich spontan ein paar millionen stimmen zusammen die den druck erhöhen in unsere zukunft zu investieren. War gestern 15 Jahre nachdem ich aus meiner Grundschule bin mal wieder in der Turnhalle dort, die war schon marode als ich dort weg bin, und seitdem hat sich nichts! getan.
    14 jährige sind imho wirklich noch nicht in der breite in der lage so eine entscheidung zu fällen, munitioniert die Eltern mit den extra stimmen auf, dann fallen vlt nicht mehr täglich quadrillionen stunden aus...

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    "14 jährige sind imho wirklich noch nicht in der breite in der lage so eine entscheidung zu fällen, munitioniert die Eltern mit den extra stimmen auf"

    Das stimmt, aber ich betrachte das nicht unbedingt als Vorteil.
    In der Tat sind 16jährige und noch Jüngere wohl kaum in der Lage, die politische Landschaft auch nur annäherungsweise zu überblicken. Für Kinder der Mittel- und Oberschicht bedeutete das eine schöne Zusatzstimme für die jeweils typische Zielpartei der Stammwählenden Eltern; und in den Schichten wiederum, wo es brennt, wo die Probleme liegen, gehen schon die Eltern nicht wählen und die Kinder dann natürlich auch nicht.
    Wem soll das nützen?

    Klingt für mich wie eine Maßnahme um den Putz unser marode gewordenen "Demo"kratie zu verschönern und jenen Parteien, denen wir die Probleme verdanken, zusätzliche demokratische Legitimation zu verschaffen.

    Leider haben Sie nicht "fertig " gedacht. Munitioniere ich, aus Sicht des Jugendlichen, meine Eltern, sollte diese Munition auch scharf sein.
    Hier im zivilen, also rhetorischen Sinne.
    Eine nicht renovierte Schule, ein verlotterter Bolzplatz, eine versaute Schultoilette, oft durch die verursacht die am lautesten schreien, lassen sich im Wahlkampf gut verkaufen.

    Was ist denn Wahlrecht ?
    Der Begriff beinhaltet dass ich aus Alternativen "Den" oder "Die" auswähle die meiner Überzeugung entsprechen.
    Hat man mit 16/14 Jahren das Wissen um diese Alternativen ?
    Hat der, der des deutschen liebste Hauspostille konsumiert dieses Wissen ?

    Unbestritten, Beobachtungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Alt oder Jung lassen zweifeln dass ein Wahlrecht, unters Volk gestreut, die wahre Lösung ist.
    Fazit für mich.
    Lassen wir es bei dem bestehenden Alter, denn Eltern, von leider oft verzogenen Gören die Stimme zu übertragen...
    würde bedeuten dass wir nicht die benötigte Anzahl an Stühlen im Reichstag unterbringen könnten.
    Unterhalb der Box in der die Stenographen sitzen wird eine Spielecke eingerichtet.
    Wenn es mal ermüdend ist werden die Spielekonsolen angeworfen.

    So, genug der Polemik.

    "14 jährige sind imho wirklich noch nicht in der breite in der lage so eine entscheidung zu fällen, munitioniert die Eltern mit den extra stimmen auf"

    Das stimmt, aber ich betrachte das nicht unbedingt als Vorteil.
    In der Tat sind 16jährige und noch Jüngere wohl kaum in der Lage, die politische Landschaft auch nur annäherungsweise zu überblicken. Für Kinder der Mittel- und Oberschicht bedeutete das eine schöne Zusatzstimme für die jeweils typische Zielpartei der Stammwählenden Eltern; und in den Schichten wiederum, wo es brennt, wo die Probleme liegen, gehen schon die Eltern nicht wählen und die Kinder dann natürlich auch nicht.
    Wem soll das nützen?

    Klingt für mich wie eine Maßnahme um den Putz unser marode gewordenen "Demo"kratie zu verschönern und jenen Parteien, denen wir die Probleme verdanken, zusätzliche demokratische Legitimation zu verschaffen.

    Leider haben Sie nicht "fertig " gedacht. Munitioniere ich, aus Sicht des Jugendlichen, meine Eltern, sollte diese Munition auch scharf sein.
    Hier im zivilen, also rhetorischen Sinne.
    Eine nicht renovierte Schule, ein verlotterter Bolzplatz, eine versaute Schultoilette, oft durch die verursacht die am lautesten schreien, lassen sich im Wahlkampf gut verkaufen.

    Was ist denn Wahlrecht ?
    Der Begriff beinhaltet dass ich aus Alternativen "Den" oder "Die" auswähle die meiner Überzeugung entsprechen.
    Hat man mit 16/14 Jahren das Wissen um diese Alternativen ?
    Hat der, der des deutschen liebste Hauspostille konsumiert dieses Wissen ?

    Unbestritten, Beobachtungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Alt oder Jung lassen zweifeln dass ein Wahlrecht, unters Volk gestreut, die wahre Lösung ist.
    Fazit für mich.
    Lassen wir es bei dem bestehenden Alter, denn Eltern, von leider oft verzogenen Gören die Stimme zu übertragen...
    würde bedeuten dass wir nicht die benötigte Anzahl an Stühlen im Reichstag unterbringen könnten.
    Unterhalb der Box in der die Stenographen sitzen wird eine Spielecke eingerichtet.
    Wenn es mal ermüdend ist werden die Spielekonsolen angeworfen.

    So, genug der Polemik.

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