Mazda3Wem der Golf zu brav ist

Zeichnen können sie bei Mazda, und auch von Technik verstehen sie was. Beides wurde für den Mazda3 vereint. Der Golf-Rivale sieht gut aus und ist sparsam. von Elfriede Munsch

Mazda3

Mazda3  |  © Hersteller

Wer in Deutschland im Kompaktsegment mehr als nur einen Achtungserfolg gegen den VW Golf erzielen will, muss sich ganz schön ins Zeug legen. Mazda hat das beherzigt und dem neuen Mazda3 ein schickes Design und sparsame Motoren verpasst sowie ein modernes Infotainment- und Technikangebot entwickelt. Mitte Oktober debütiert die dritte Generation des Kompaktmodells in der in Deutschland beliebten Fließheckvariante.

Der Mazda3 war schon jahrelang weltweit ein Bestseller: 3,5 Millionen Autos in zehn Jahren – von keinem anderen Modell hat der japanische Autohersteller global mehr Exemplare verkauft als vom Dreier. Auch in Deutschland ist es der beliebteste Mazda, auch wenn er natürlich an die Stückzahlen eines VW Golf kaum heranreicht. Jetzt tritt die Neuausgabe optisch deutlich verschärft auf. Und wenn man ehrlich ist: Der neue Mazda3 sieht besser aus als das kreuzbrave Wolfsburger Erfolgsmodell.

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Das Design erinnert an den großen Bruder Mazda6. Der große, chromeingefasste Kühlergrill, die riesige Motorhaube mit den prägnanten Sicken, die markanten Leuchten und die knappen vorderen und hinteren Überhänge lassen den Mazda3 agil und sportlich wirken. Er ist vier Zentimeter breiter und 2,5 Zentimeter flacher als sein Vorgänger.

Der Radstand wuchs um sechs Zentimeter auf nun 2,70 Meter. So bietet der Dreier innen nun deutlich mehr Platz, obwohl sich die Länge mit 4,47 Metern nicht verändert hat. Der Raumgewinn zeigt sich vor allem im Fond. Hier können zwei 1,90 Meter lange Personen ohne Probleme Platz nehmen. Das Volumen des Kofferraums liegt zwischen 350 und 1.250 Litern. Leider fehlt das praktische Hebelsystem, mit dem sich die Rücksitzlehnen einfach aus dem Kofferraum heraus umklappen lassen.

Auch die Gestaltung des Interieurs zeigt die frische Design-Handschrift. Das Cockpit ist aufgeräumt, die Tasten und Schalter sind übersichtlich angeordnet. Das Radio oder die Navigation lassen sich entweder mittels Sprachsteuerung oder über einen zentralen Drehknopf im Mitteltunnel bedienen, für die Anzeige ist ein sieben Zoll großes Display eingebaut. Das neue Infotainment-Programm ermöglicht über das Smartphone den Zugang zu Internetradio oder Diensten wie Facebook oder Twitter.

Neue Motoren mit deutlich weniger Verbrauch

Die Basisversion des Fünftürers kostet 16.990 Euro, sie wird angetrieben von einem neuen 1,5-Liter-Benziner aus der Skyactiv-Motorenfamilie von Mazda mit 74 kW (100 PS). Der Motor benötigt auf 100 Kilometer im Schnitt 5,1 Liter, er ist damit mehr als einen Liter sparsamer als der bisherige 1,6-Liter-Benziner mit 77 kW (105 PS) im Mazda3. Das maximale Drehmoment ist allerdings bei nur 150 Nm erreicht – der Fahrer muss also viel schalten. Das macht dank des knackigen Sechsganggetriebes aber durchaus Freude.

Ebenfalls neu im Motorenangebot ist der 2,0-Liter-Benziner mit 88 kW (120 PS), der ebenfalls 5,1 Liter je 100 Kilometer verbraucht. Damit kostet der Mazda3 in der gut ausgestatteten zweiten Komfortversion ab 20.190 Euro – diese Konfiguration dürfte das Gros der Bestellungen ausmachen. Mit einem maximalen Drehmoment von 210 Nm gibt sich der 120-PS-Motor deutlich agiler als sein kleinerer Bruder.

Leserkommentare
  1. Keinerlei Sicht nach hinten. Rangieren unmöglich ... Wie kann ein solches Auto gut aus-"sehen"?

    • Time24
    • 16. Juli 2013 8:46 Uhr

    Zumindest hatte ich so den Eindruck, als ich den Text zu Ende gelesen hatte. Bis auf wenige Passagen konnte man auch meinen, das Auto wurde gar nicht gefahren. Da dies aber doch rollte, wäre es schön gewesen, mal beim Bordcomputer zu schauen, was das Auto in der Realität verbraucht. Immerhin kritisirte die Zeit letztens noch, dass die Hersteller bei den Verbrauchsangaben schummeln.

    Und ich muss ehrlich sagen, der Golf ist zwar optisch nicht der Beste, aber er gefällt mir doch etwas besser als der Mazda 3.

  2. Hat schon mal ihre Fusspuren hinterlassen. Siehe #2 und ggf. #1 und damit bewiesen, dass man das vermeintliche "das Auto" auf gar keinen Fall auf Platz zwei sehen darf.

    Zu #1. Der von ihnen kritisierte Sachverhalt gilt für alle Fahrzeuge heutiger Bauart. Von Kompakt bis Luxusliner - unübersichtlich sind sie alle. Auch die aus dem VW Konzern samt Töchter.

    Zu #2. Das ist offensichtlich eine Modellvorankündigung und keine ergibige Testfahrt oder gar Testbericht. Solche Artikel neigen immer als Anzeige zu verkommen. Auch dann, wenn das Fahrzeug demnächst beim VW-Konzern samt Töchter zu erwerben sein wird.

    Zum Artikel. Er sieht in der Tat deutlich weniger langweilig als der Vorgänger aus und - das ist keine Schwierigkeit - deutlich besser als ein bekannter Langweiler aus dem VW Konzern. Per Bild gefällt mir das Amaturenbrett nicht wirklich. Es paßt meinem Geschmack nach nicht zum sportiven Erscheinungsbild in der Außenansicht. Mit sportiv verbinde ich halt immer Rundinstrumente.

    Der Rest macht neugierig im Sinne von Angucken. Die Frau des Hauses braucht etwas Neues...

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    Zitat
    " - unübersichtlich sind sie alle. Auch die aus dem VW Konzern samt Töchter."

    Nicht nur das, die zu mächtige C-Säule wird seit dem Golf II moniert - ohne daß sich etwas tut.

    • Time24
    • 16. Juli 2013 12:47 Uhr

    "Das ist offensichtlich eine Modellvorankündigung und keine ergibige Testfahrt oder gar Testbericht. Solche Artikel neigen immer als Anzeige zu verkommen."
    Und genau das nervt. Egal über welches Modell geschrieben wird.

    Im Artikel steht beispielsweise: "Ebenfalls neu im Motorenangebot ist der 2,0-Liter-Benziner mit 88 kW (120 PS), der ebenfalls 5,1 Liter je 100 Kilometer verbraucht." Wenn man es nicht testet, sollte seriöserweise stehen: "der lt. Mazda 5,1 Litern auf 100 km verbraucht."

    Und hätten Sie meinen Kommentar gelesen, hätten Sie feststellen können, dass der Golf bei mir nicht die Nummer 1 ist. Den Golf hab ich auch nur erwähnt, da es die Autorin ebenfalls tat. Und der Golf ist nun mal der Maßstab in Deutschland.

  3. 4. Optik

    Naja, opitsch gesehen sind alle Autos der letzten Jahre, herstellerübergreifend nicht gerade schön. Wer sich hier über die Schießscharten beschwert, der muss sich mal in die neue A-Klasse setzen... irgendwie wollen das die Kunden, keine Fensterfläche aber dafür Rückfahrkammera.

    Grundsätzlich baut Mazda absolut zuverlässige Autos und Austattungsbereinigt hat man locker ein paar Tausender Preisvorteil zum Golf, längerer Garantiezeiten und kaum Mängel....

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    • Kauri
    • 10. August 2013 12:39 Uhr

    ....
    Über Geschmack lässt sich immer gut oder eben gar nicht streiten . Als Ingenieur sehe ich die Autos von Mazda mit einer anderen Brille: Die Fahrzeuge sind hochqualitativ und die Ingenieure gehen eigene Wege. Die bekommen Euro6 beim Diesel eben ohne aufwendige Nachbehandlung im Abgasstrang hin ( End-of-pipe-Solution). Die Motoren - gerade die Diesel- sind leise und dauerhaft. Wer sich von dem Zwang des Premium-Markenzeichens trennen kann, fährt mit Mazda gut. Ähnliches gilt auch für die völlig unterschätze Marke Honda. Mazda hat jetzt eine ganz attraktive Produktlinie. Der CX5 ( Tiguan-Konkurrent) ist nicht sofort zu bekommen! Die Leute merken es allmählich.

  4. Zitat
    " - unübersichtlich sind sie alle. Auch die aus dem VW Konzern samt Töchter."

    Nicht nur das, die zu mächtige C-Säule wird seit dem Golf II moniert - ohne daß sich etwas tut.

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    Antwort auf "Die Golffraktion"
  5. ... vor allem noch klassische Sauger und trotzdem sparsam. Siehste, es geht doch! Hubraum ist halt durch nichts zu ersetzen, und auf den Turbobumms samt Loch kann ich eigentlich verzichten, da ich sowieso schaltfreudig bin.

    Schade, das ich das nicht vorher gewusst habe. So wurde es halt ein Beetle (der mir auch sehr gut gefaellt, leider aber mit einem 1,2L TSI statt einem 2L Sauger).

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  6. Ist übrigens schon der zweite oder dritte "Fall", bei dem unter dem Teaser der weibliche Vorname abgekürzt wird ...

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  7. Die Normwerte sind zwar schön und gut, aber auch bei Mazda kann man die Physik nicht beugen. Von daher bin ich mir sicher, dass der Verbrauch bei den großen Benzinern eher bei 7-8 Litern liegt. Bei sportlicher Fahrweise bestimmt sogar noch etwas mehr.

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  • Schlagworte Mazda | Diesel | Motor
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