Gebrauchter 3er-BMWDie Lenkung hat gern mal zu viel Spiel

Wer einen gebrauchten BMW 3er der fünften Generation sucht, findet eine große Auswahl. Zwei Schwachstellen haben die bis 2012 gebauten Wagen jedoch. von Hanne Lübbehüsen

BMW 3er der fünften Generation

BMW 3er der fünften Generation  |  © Hersteller

Sportlich, schick und sehr solide: Die fünfte Auflage der BMW-Mittelklasse gehört bei der Hauptuntersuchung zu den Mängelzwergen. Hat der TÜV-Prüfer einen 3er der Baujahre 2005 bis 2012 auf der Hebebühne, findet er in den meisten Fällen fast nichts. Damit empfiehlt sich das Modell als Gebrauchter – zumal der Gebrauchtwagenmarkt voll ist mit 3er-BMW. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Die Zahl der angebotenen Antriebe ist groß, die Palette unterscheidet sich stark nach Baujahren. Zwischen 90 kW (122 PS) und 225 kW (306 PS) leisten die Benziner und Diesel. Bei einer Modellpflege im Jahr 2007 wurden die Zweiliter-Vierzylinder überarbeitet, die Varianten danach sind leistungsstärker und verbrauchsärmer.

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Wer den 3er auskosten möchte, sollte sich ein Exemplar mit einem der Sechszylinder-Motoren suchen, für die BMW bekannt ist. Wer einen 3er mit Dieselantrieb sucht: Nicht alle haben einen Rußpartikelfilter. Den beliebten 320d gab es anfangs auch ohne. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass ihm die grüne Umweltplakette versagt bleibt. Die Antriebskraft leitet der Kompakte im Normalfall an die Hinterräder, die größeren Motoren gibt es auch mit Allrad.

Crashtest ohne Beanstandung

BMW brachte 2005 als neue 3er-Generation zunächst die Limousine und den Kombi Touring auf den Markt, in den darauffolgenden Jahren folgten Coupé und Cabrio. Letzteres hat im Gegensatz zum Vorgängermodell ein Metall-Klappdach. Die Kurzversion Compact fiel bei den ab 2005 gebauten 3ern weg. Um fast fünf Zentimeter ist der 3er in der fünften Generation gewachsen – jetzt haben auch die Passagiere im Fond ausreichend Platz. 2008 wurden Limousine und Touring, 2010 Coupé und Cabrio optisch überarbeitet.

Der Innenraum ist in der Basisvariante unspektakulär mit grauem Kunststoff verkleidet, aber sehr solide verarbeitet. Wer Wert auf Alu-Dekor oder Leder legt, für den lohnt es sich, nach einem gut ausgestatteten Modell zu suchen. Viele Urkäufer haben schon beim Neukauf investiert und damals zumindest das Comfort-Paket mit Klimaautomatik, Tempomat, Einparkhilfe und Mittelarmlehne geordert. Beim Touring war das Panoramadach ein beliebtes Extra.

An den beiden äußeren Rücksitzen gibt es Isofix-Halterungen für Kindersitze. Die kosteten für den Beifahrersitz Aufpreis, genauso wie ein abschaltbarer Airbag. Sechs Airbags sind serienmäßig. Im Crashtest der Euro-NCAP erreichte der 3er-BMW 2005 die volle Punktzahl von fünf Sternen.

Leserkommentare
    • brchak
    • 04. Juli 2013 20:08 Uhr

    Sehr geehrte Frau Lübbehüsen,

    In den Artikel hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Sie schreiben: "den beliebten 320d gab es anfangs auch ohne Filter. Ist er nicht nachgerüstet, bekommt der Wagen keine grüne Umweltplakette."

    Dies entspricht so nicht den Tatsachen. Ich fahre selbst solch einen BMW den ich exakt wegen des nicht vorhandenen Partkelfilters (und der dazugehörigen Nachteile bei meinem Nutzungverhalten) erworben habe. Diese Motoren halten die Feinstaubemissionen unter anderem durch eine gekühlte Abgasrückführung ein, haben ohne Partikelfilter z.B. die Emissionsschlüsselnummer 62 und erhalten damit eine grüne Feinstaubplakette.

    Beste Grüße,

    Brchak

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    Redaktion

    Hallo brchak
    danke für Ihre Anmerkugen, das leiten wir gerne an die Autorin weiter.
    Viele Grüße
    Marlies Uken

    Redaktion

    Hallo brchak,

    laut der KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger) richtet sich die Farbe der Feinstaubplakette nach der Emissionsschlüsselnummer und der entsprechenden Partikelminderungsstufe. Ein Dieselfahrzeug mit der Emissionsschlüsselnummer 62 bekommt gemäß der Zuordnungstabelle eine grüne Plakette. "Wenn der BMW 320d also in den Fahrzeugpapieren eine 62 als Emissionsschlüsselnummer eingetragen hat, fährt er mit grün", so die KÜS.

    Beste Grüße
    Matthias Breitinger

  1. Redaktion

    Hallo brchak
    danke für Ihre Anmerkugen, das leiten wir gerne an die Autorin weiter.
    Viele Grüße
    Marlies Uken

    Antwort auf "Ein Fehler"
    • Kauri
    • 04. Juli 2013 22:21 Uhr

    ....einen relativ neuen Gebrauchten mit dem formidablen Reihensechszylinder zu erwerben ! Dieser Hinweis ist gar nicht hoch genug zu werten! Dies Downzising zu aufgeladenen 4-Zyl.-Motoren raubt dem BMW die DNA. Am besten so, wie abgebildet, ein Coupé mit 3l Reihensechszylinder! Mehr Auto braucht kein Mensch!

    2 Leserempfehlungen
  2. Die Hauptuntersuchung taugt wohl kaum dafür auf Mängel an relativ neuen Fahrzeugen zu schließen. Denn ganz oft werden gerade teure Fahrzeuge von Werkstätten zur Prüfung vorgeführt und dort werden die Mängel schon vorher behoben.

  3. Was ist denn das für eine Ausdrucksweise für einen technischen Text?

  4. @artbond: Hier in der Gegend werden verstärkt auch ältere Autos erst bei der Dekra vorgeführt und danach nur die gefunden Mängel behoben. Statt vier Augen suchen also nur noch zwei nach etwaigen Mängeln.

  5. Redaktion

    Hallo brchak,

    laut der KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger) richtet sich die Farbe der Feinstaubplakette nach der Emissionsschlüsselnummer und der entsprechenden Partikelminderungsstufe. Ein Dieselfahrzeug mit der Emissionsschlüsselnummer 62 bekommt gemäß der Zuordnungstabelle eine grüne Plakette. "Wenn der BMW 320d also in den Fahrzeugpapieren eine 62 als Emissionsschlüsselnummer eingetragen hat, fährt er mit grün", so die KÜS.

    Beste Grüße
    Matthias Breitinger

    Antwort auf "Ein Fehler"
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    • brchak
    • 01. August 2013 15:18 Uhr

    So zumindest meinte ich es geschrieben zu haben.

    Mir war nur wichtig klarzustellen dass die Partikelminderung nicht zwingend durch einen Rußpartikelfilter erfüllt werden muss (wie es der Artikel implizierte), sonder im Fall dieser Fahrzeuge durch andere werksseitige Massnahmen bereits ohne Rußpartikelfilter gegeben ist.

    • brchak
    • 01. August 2013 15:18 Uhr

    So zumindest meinte ich es geschrieben zu haben.

    Mir war nur wichtig klarzustellen dass die Partikelminderung nicht zwingend durch einen Rußpartikelfilter erfüllt werden muss (wie es der Artikel implizierte), sonder im Fall dieser Fahrzeuge durch andere werksseitige Massnahmen bereits ohne Rußpartikelfilter gegeben ist.

    Antwort auf "Grüne Plakette"

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