Audi A3 © Hersteller

Der Audi A3 ist letztlich nur ein teurer und enger VW Golf. Wer es weniger nüchtern sieht, findet in ihm aber auch die schickere und edlere Option zum Wolfsburger Massenmodell. Beim TÜV schneidet die zwischen 2003 und 2012 gebaute A3-Generation trotz weitgehend identischer Technik sogar leicht besser ab.

Der Audi A3 ist ein technischer Zwilling des VW Golf V – das fällt von außen natürlich kaum auf. Das Modell aus Ingolstadt, seit dem Facelift 2010 auch mit dem typischen Audi-Kühlergrill unterwegs, gibt sich schicker und sportlicher als sein norddeutsches Pendant. Dazu trägt die niedrigere Dachlinie bei. Sie schlägt allerdings auf das Platzangebot im Innenraum durch. Dort geht es trotz ein paar Zentimetern mehr Länge spürbar enger zu als im Golf. Vor allem hinten sitzen Großgewachsene geduckt.

Wer im Fond häufiger Personen mitnehmen will, wählt darum besser die Sportback genannte Fünftürer-Version. Sie ist fünf Zentimeter länger als der reguläre A3 und bietet etwas mehr Laderaumvolumen. Das etwas beengte Platzangebot im Innenraum wird jedoch durch dessen hochwertiges Ambiente ausgeglichen. Im Hinblick auf Materialqualität und Verarbeitung machte dem A3 kein Konkurrent etwas vor.

Für besondere Großzügigkeit bei der Ausstattungspolitik ist Audi allerdings nicht gerade bekannt. Da machte auch der A3 keine Ausnahme. Die Basisversion war im Vergleich zu den Volumenmodellen ihrer Klasse zwar ordentlich ausgestattet und bot mit ESP und sechs Airbags ein gutes Sicherheitsprogramm. Wer aber richtiges Premium-Flair haben wollte, musste sich aus der langen Optionsliste bedienen. Darauf stand aber einiges, was die Konkurrenz in Kompaktmodellen kaum anbot, etwa Xenonlicht, ein aktives Fahrwerk oder Ledersitze. Zwischen 2008 und 2012 war zudem ein Stoffdach-Cabrio im Programm.

Tiptronic-Getriebe nervt viele Fahrer

Auch beim Antrieb war der A3 der zweiten Generation extrem breit aufgestellt. Das Motorenangebot reichte vom 102 PS starken Saugbenziner bis zum extremen RS3 mit 340 PS. Für vernunftorientierte Gebrauchtwagenkäufer ist der etwas raue 105-PS-Diesel mit Pumpe-Düse-System eine gute Wahl. Das 1,9 Liter große Aggregat kombiniert ordentlichen Durchzug mit geringem Verbrauch. Für ein sportliches Fahrgefühl ist der zwei Liter große Turbobenziner TFSI mit 200 PS ein guter Tipp, er wurde in ähnlicher Form auch im VW Golf GTI eingesetzt.

Prinzipiell empfehlenswert sind auch die neueren TFSI-Turbos mit 1,4 und 1,8 Litern Hubraum, die ab 2007 im Angebot waren. Allerdings ist der reale Verbrauch weit entfernt von den niedrigen Normwerten. Geschmackssache ist das unter dem Namen Tiptronic angebotene automatisierte Schaltgetriebe: Viele Fahrer sind von der spürbaren Zugkraftunterbrechung beim Gangwechsel genervt.

Wer einen gebrauchten Allrad-Kompaktwagen sucht: Zahlreiche Motorvarianten für den Audi A3 der zweiten Generation waren mit 4x4-Antrieb kombinierbar. Die stärksten Benziner haben Allrad ab Werk. Für den agilen A3 ist der reine Frontantrieb aber im Grunde ausreichend.