Triumph Trophy SE © SP-X

Im ersten Moment ist es ein kleiner Schock: was für ein Umstieg, was für ein Kontrast. Eben fegten wir noch mit der federleichten Street Triple R über die Straße. Umgestiegen auf die Triumph Trophy SE, haben wir jetzt 317 Kilo Trophy plus Gepäck und Sozia zu stemmen. Vorsichtig pirschen wir uns an die erste Kurve heran.

Und siehe da, schon nach der dritten flutscht es und wir wundern uns über die Leichtfüßigkeit dieses Trumms. Die mächtige Triumph lässt sich, einmal in Bewegung, recht willig in Kurven steuern oder bei Schrittgeschwindigkeit ums Eck lenken. Das liegt unter anderem am Dreizylindermotor des Motorrads, der jederzeit genug Leistung bereithält. So entpuppt sich die vermeintliche Schwerstarbeit schließlich als recht einfache Übung. Nur Rangieren sollte man möglichst vermeiden.

Doch beginnen wir am Anfang. Wenn die große Reisemaschine aus England vor einem steht und die Garage fast alleine füllt, fragt man sich, ob die Fahrt zum Spaß werden kann. Zudem muss man die vielen Schalter, Wippen und Knöpfe kennenlernen, die sich rechts und links am Lenker stauen. Mit ihnen fährt der Fahrer die Frontscheibe hoch oder runter, bedient das Radio, den Tempomaten, den Bordcomputer, die Griffheizung, das elektronisch einstellbare Fahrwerk… noch was? Ach ja, Gas geben, Kuppeln, Blinken und Bremsen müssen von den beiden Händen auch noch erledigt werden.

Der Fahrer sollte sich schon sehr vorsehen, dass er über dieser Tastenschwemme den Verkehr nicht vergisst. Denn allein im Bordcomputer können nicht nur alle möglichen Angaben zu Verbrauch und Reichweite abgelesen werden. Man kann zudem das Fahrwerk verstellen – auch während der Fahrt. Zur Wahl stehen Standard, Comfort und Sport. Der Beladungszustand des Tourers lässt sich ebenfalls angeben, um die Federung zu verändern, allerdings nur im Stand. Hier stehen die Modi Solo, Solo/Gepäck und Soziusbetrieb zur Verfügung.

Kurzanleitung nötig

Zumindest am Anfang bekommt man das alles ohne Kurzanleitung nicht hin. Praktischerweise lässt sich diese im automatisch verschließenden Staufach in der Verkleidung unterbringen. Doch während die Bedienung irgendwann gelernt sein dürfte, bleibt ein anderes Problem: Unsere Finger wachsen nicht mehr. Darum bleibt es bei so vielen Tasten und Schaltern nicht aus, dass nicht alle erreichbar sind, ohne die Hand von den Griffen zu nehmen. Am meisten ärgerten wir uns über den Einschaltknopf für den Tempomat, der jenseits der Reichweite des rechten Daumens liegt.

Die Wucht der Trophy SE beruht freilich auch auf ihrer serienmäßigen Ausstattung mit Koffern, die selbst einen Helm aufnehmen können. Die Koffer sind Triumph-typisch schwingend aufgehängt; das hat den Vorteil, dass man sie ruckzuck angesteckt und abgenommen hat. Dazu nötig ist nur der Zündschlüssel. Das Topcase kostet extra.