Verkehrsplanung"Wir werden viel mehr zu Fuß gehen"

Der Autoverkehr bringe die Innenstädte "an die Grenze der Lebensfähigkeit", sagt der Verkehrsplaner Rothfuchs. Im Video erklärt er, wie Mobilität künftig aussieht. von  und

Das Automobil hat über die Jahrzehnte in den Städten einen Teufelskreis in Bewegung gehalten: Weil der Autoverkehr in den Innenstädten zunahm, zogen die Menschen in die Randbezirke – und fuhren dann mit dem Auto ins Stadtzentrum, verursachten dort mehr Verkehr, was erneut viele bewog, wegzuziehen.

Im Video berichten der Stadt- und Verkehrsplaner Konrad Rothfuchs und Mario Bäumer vom Museum der Arbeit in Hamburg, wie sehr das Auto die Städte verändert hat, von welchen falschen Prämissen die Stadtplaner in den 1950er Jahren ausgingen und wie sie sich humanen Verkehr der Zukunft vorstellen. Bäumer kuratierte für das Museum im vergangenen Jahr die Ausstellung Die Stadt und das Auto.

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Heute stellt sich Konrad Rothfuchs zwischen 12 und 13 Uhr Ihren Fragen rund ums Thema Stadtplanung und (Auto-)Verkehr: Wie muss menschenfreundliche Mobilität in den Städten aussehen? Und welche Rolle soll das Auto dabei spielen? Diskutieren Sie hier im Kommentarbereich.

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Leserkommentare
  1. Viele Städte haben endlich begonnen, Radwege zu bauen. Oft leider eher diletantisch. Unsere Verkehrsplaner machen einen unbefiedigenden Job, wie und wann wird sich das ändern?

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    • an-i
    • 25. Juli 2013 11:07 Uhr

    Auto Nation durch und durch?

    • UP
    • 25. Juli 2013 10:54 Uhr

    Als Hamburger untersage ich mir hier von Fehlern der Verkehrsplanung und Versäumnissen bei der Korrektur der Verkehrssteuerung zu sprechen. Hamburg ertrinkt in Verkehr und in Steuerungs-Komplexität.

    Im aus der Vision Realität werdenden Jahrhundert-Projekt Hamburg-HafenCity kann man erleben, wie bestmögliche Stadtplanungs-Ansätze vom Verkehrsteilnehmer-Beharrungsvermögen immer wieder unterlaufen werden.

    Als Anwohner ermutige ich Stadt- und Verkehrsplaner zusammen mit den Kontroll-Behörden, Autoverkehr zu untersagen und Verkehrs-Rowdies konsequent den Führerschein zu entziehen, um Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität und damit die Lebensqualität zu verbessern.

    Niemand braucht Raserei und von SUVs und Sportwagen zugeparkte Geh- und Rettungswege und in zweiter und dritter Reihe parkende Gewerbe-Transporte, die andere Verkehrsteilnehmer sowie Busse, Bahnen und Rettungswagen blockieren. Bei ausreichend vorhandenen öffentlichen und bezahlbaren Stellplätzen.

    Ich unterstütze ausdrücklich Video-Überwachung und Video-Ahndung zu diesem Zweck. Mit Appellen ist den Menschen nicht beizukommen.

    Wir brauchen keine "Scheere und Schleifchen-Politiker", sondern an der Vernunft orientiertes Handeln.

    Oder etwa nicht?

    via ZEIT ONLINE plus App

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    "Ich unterstütze ausdrücklich Video-Überwachung und Video-Ahndung zu diesem Zweck. Mit Appellen ist den Menschen nicht beizukommen."

    Oh ja. Sehr guter Vorschlag. Am besten alle zwanzig Zentimeter irgendwelche Kameras hinpflastern, damit auch keiner mehr einen Furz unbeobachtet mehr lassen kann. Alles abdeckende Tonüberwachung haben Sie noch vergessen. Wenn schon, denn schon. Sehr menschenfreundlich.

  2. ...mehr zugunsten der Fußgänger und Radfahrer aufteilen. Gute Idee. Aber die Waren-und Dienstleistungsströme dürfen nicht geringer werden. Wachstum halt. Und das Auto selbst ist ein Produkt, an dem mit seinem Betrieb mannigfaltig Geld verdient wird. Vom Tanken über Werkstattbesuche bis hin zu den von den Stadtkämmerern fest eingeplanten Einnahmen durch "Knöllchen". Gut, im letzteren Punkt sind Bestrebungen da Radfahrer mit einzubeziehen. Eigentlich ist es Überzeugungsarbeit. Hier im Ruhrgebiet ist es für die Menschen völlig selbstverständlich für jeden Weg das Auto zu benutzen. Die Zahl der fahrenden Autos übertrifft die der Radfahrer bei weitem. In Spitzenzeiten dauert eine Autofahrt von Bochum Mitte nach Herne bis zu 35 Minuten . Für lächerliche 10 Km. Ein gut trainierter Läufer kann das auch, andere kommen 10 Minuten später an. Als Radfahrer brauche ich da gar keinen Vergleich scheuen, ich bin immer effizienter.

    10 Leserempfehlungen
  3. "Wie muss menschenfreundliche Mobilität in den Städten aussehen?"

    Man sollte überall an den Bürgersteigen solche magischen Beförderungsbänder installieren, mit deren Hilfe man von einem Ort zum anderen transportiert wird, ohne ein Füßchen vor das andere setzen zu müssen. So wie es heute schon an manchen Flughäfen gibt, wenn die Fußwege sehr lang sind.
    Dann wird man auf magische Weise und voll majestätischer Langsamkeit durch die Gegend befördert, ohne die geringste Anstrengung unternehmen zu müssen. Man kann die Zeit nutzen, sich als König zu fühlen, in der Gegend herumzugrüßen (vor allen Dingen die Menschen auf der magischen Gegenrichtung), Landschaft und Mitmenschen in Ruhe zu betrachten, herumwarten und kommt dann ganz gemütlich an seinem Ziel an. Wir brauchen unbedingt ein Netzwerk dieser magischen Beförderungsbänder in all unseren Städten. Sehr menschenfreundlich.

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    Man könnte diese Laufbänder ja auch noch mit Solarzellen überdachen, damit man bei Regen nicht nass wird. :-))

  4. Die momentane Vorrangstellung des Autos halte ich für falsch. Es ist ein Irrsinn, mitten in der Stadt mehrspurige Fahrbahnen zu haben, auf denen zu 90% Einzelpersonen in ihren Autos entlang rasen, dabei Lärm und Dreck verursachen und zudem eine Gefahrenquelle für Menschen darstellen. Es kann nicht sein, dass ganz selbstverständlich der öffentliche Raum für Autos ausgelegt ist und alles andere an den Rand gedrängt wird. Ganz abgesehen von der Verschandelung der Städte durch parkende Autos. Kombiniert mit dem Egoismus und der Rücksichtslosigkeit, die sich immer mehr ausbreiten, ist dies keine sinnvolle Angelegenheit.

    Eine menschenfreundliche Mobilität in den Städten stelle ich mir so vor, dass Verkehrsmittel bevorzugt werden, die wenig Lärm und Dreck verursachen und Menschen sicher voran bringen, ohne dabei gleichzeitig eine starke Gefahrenquelle zu sein. Konkret: U-Bahn, S-Bahn, Strassenbahn, Bus, usw sollten absoluten Vorzug haben gegenüber Autos. Ebenso natürlich Fahrräder. Gleichzeitig sollten Fußwege attraktiver und angenehmer werden, denn in der Stadt lässt sich vieles gut zu Fuß erledigen. Außerdem sollten die Stadt und die öffentlichen Verkehrsmittel menschenfreundlicher gestaltet sein in dem Sinne, dass alles leicht zugänglich ist und gut begehbar. So wie es momentan noch ist, merkt man einfach, dass Planer am Werk waren, die selbst nicht eingeschränkt sind oder mit Kinderwagen, Rollator oder sonstigem unterwegs sind.

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    • an-i
    • 25. Juli 2013 11:07 Uhr

    Auto Nation durch und durch?

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    Aber es werden ja Radwege gebaut, also wird schon Geld in die Hand genommen. Warum dann nicht gleich richtig machen, das entlastet auch die Autofahrer. Wenn ich sehe, was für einen Murks Städte wie Frankfurt machen: Radweg auf die Straße gedruckt, Pfosten an den Bürgesteigrand. Wo sollen denn die Taxifahrer und Lieferanten halten ausser auf dem Radweg? Ärger vorprogramiert.

    Aber solange Verkehrsplaner nur mit dem Auto unterwegs sind ...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Auto | Mobilität | Stadt | Verkehr | Hamburg
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