Das rette Leben, sagt Sicherheitsexperte Erik Coelingh: "Die Hälfte aller Verkehrstoten in den USA etwa ist darauf zurückzuführen, dass das Auto von der Straße abkommt." Der Ingenieur hat deshalb besonders viel Energie auf diese Technik verwandt, die ein Ende im Graben verhindern soll.

Die aktive Sicherheitstechnik soll dem Fahrer helfen, wenn er das wünscht, sagt Coelingh. Die Einsicht ist dem Fahrer zu wünschen. Schließlich ist er selbst statistisch gesehen das größte Sicherheitsrisiko: 90 Prozent aller Unfälle passieren, weil der Fahrer falsch, zu spät oder gar nicht reagiert, zum Beispiel, weil er sich langweilt, seine Konzentration nachlässt und er am Handy, Radio oder an der Zigarettenschachtel fingert.

Das ist oft im zähfließenden Verkehr der Fall. Darum führt Volvo im nächsten Jahr einen Stauassistenten ein. Er bremst, beschleunigt und hält die Spur hinter dem Vordermann präzise ein. Der beschäftigungslose Versuchsfahrer kommt da glatt in Versuchung, die Zeitung auf dem Beifahrersitz zur Hand zu nehmen. "Das lassen sie lieber", sagt Coelingh. Denn aus der Verantwortung für die Sicherheit kommt der Fahrer auch mit neuen Assistenzsystemen nicht. Der Gesetzgeber will es so – noch. Denn eines Tages könnte auch vollautonomes Fahren erlaubt werden.

Das glauben auch die schwedischen Forscher. Und bereiten sich darauf vor: Auf dem Testgelände ist dazu bereits ein Modell V40 so aufgerüstet, dass es auf Knopfdruck am iPhone ohne Passagier selbsttätig zum nächsten freien Parkplatz fährt und einparkt. Eine Vielzahl von Sensoren sorgt dafür, dass dabei andere Autos oder Passanten nicht zu Schaden kommen. Doch bis zur Serienreife werden laut Volvo noch fünf bis zehn Jahre vergehen.

Bereits zum Ende des Jahrzehnts soll die Car-to-Car-Kommunikation die Sicherheit erhöhen. Mithilfe von Mobilfunk und einem neuen WLAN-Standard sollen sich neue Autos dann mit anderen Fahrzeugen, aber auch Ampeln oder Verkehrszeichen verständigen. Auf der Versuchsstrecke erkennt der Testwagen zum Beispiel, dass hinter einer Kurve ein Auto auf der Fahrbahn steht, und warnt seinen Fahrer rechtzeitig.

Ähnlich kann das Fahrzeug auf einen Rettungswagen hinweisen, der sich der nächsten Kreuzung nähert, oder vor Staus oder Blitzeis hinter der nächsten Kuppe warnen. Andere Autos und die Infrastruktur haben diese Situation zuvor registriert – und ihre Warnung an den Testwagen weiter gefunkt. Nur der Elch bleibt unberechenbar. Aber für den hat Volvo ja schon vorgesorgt.