Wenn die Ampel auf Grün springt, genügt ein leichter Druck aufs Strompedal. Geschmeidig beschleunigt der batterieelektrische Renault Zoe auf Stadtgeschwindigkeit. Obwohl nur ein kleiner Teil der Spitzenleistung abgerufen wird, zeigt ein Blick in den Rückspiegel: Die anderen fallen zurück. Sie rühren noch im Getriebe, kuppeln und schalten. Oder ihr Verbrennungsmotor muss erst genug Drehzahl aufbauen, um ausreichend Kraft zu entwickeln. Dann ist der Renault Zoe aber bereits voraus gesprintet und gleitet dahin.

Es ist die mühelose Einfachheit des Fahrens, die in dem französischen Kleinwagen überzeugt. Und er ist ohne Konkurrenz: Mit seinem Elektroantrieb steht der Zoe in dem Segment, das heute durch den Volkswagen Polo definiert wird, nach Zentimetern aber zwischen dem Golf III und dem Golf IV liegt, allein da. Die Wettbewerber bauen in dieser Klasse auf Benziner oder Diesel, und auch der Renault-Konzern bietet mit dem Clio und dem Dacia Sandero zwei Alternativen mit konventionellem Motor.

Den besten Antrieb aber hat der Zoe: vibrationsfrei, kraftvoll und ohne lokale Abgase. In vier Sekunden beschleunigt er auf 50 km/h; bis 100 km/h vergehen laut Werksangabe weitere 9,5 Sekunden. Eine Fachzeitschrift ermittelte im Realtest jüngst 3,7 und 12,6 Sekunden auf 50 bzw. 100 km/h. Die Dauerleistung des Elektromotors von 43 kW (58 PS) täuscht: Weil das Aggregat grundsätzlich aus dem Stand heraus die volle Leistung hat und kurzzeitig bis zu 65 kW (88 PS) abgibt, spurtet der Zoe schnell vom Start weg.

Batterie wird dazugemietet

In der Stadt und auf der Landstraße fährt er sich sehr souverän, das Fahrwerk ist komfortabel, und die Lenkung bietet eine gute Rückmeldung. Überhaupt wirkt der Franzose sehr stimmig und aus einem Guss. Wie man Autos baut, weiß Renault. Die Qualität ist ebenfalls gut: Auf unebener Straße knistert nichts, was bei Elektroautos übrigens besonders störend wäre, weil das Motorgeräusch fast unhörbar ist. Im Crashtest von Euro NCAP erreichte der Zoe fünf von fünf möglichen Sternen.

Was in dem Wagen allerdings stört, ist die Spiegelung des Armaturenbretts in der Frontscheibe. Ein weiterer Minuspunkt: Die Rücksitzbank kann nur im Ganzen und nicht geteilt umgeklappt werden. Außerdem lässt sich das künstliche Fahrgeräusch, das bis 30 km/h innen und außen eine unklare Mischung aus Summen und Fauchen simuliert, nicht dauerhaft deaktivieren. Bei jedem Neustart muss es mit einem Schalter links neben dem Lenkrad zum Schweigen gebracht werden.

Von diesen Abzügen in der B-Note abgesehen ist der Zoe ein gutes Auto, das genug Platz für Menschen und Gepäck bietet. Aber was ist mit den bekannten Problemen von batterieelektrischen Elektroautos: dem Preis und der beschränkten Reichweite? Diese Schwierigkeiten konnte Renault nicht überwinden. Zumindest kommt der Preis in erschwingliche Regionen: Ab 21.700 Euro ist der Zoe zu haben, dazu kommt in Abhängigkeit von Laufleistung und Leasingzeit eine monatliche Batteriemiete zwischen 79 und 162 Euro.

Im Preis inbegriffen ist eine so genannte Wallbox, mit der in sechs bis acht Stunden die Batterie im Zoe zu Hause vollgeladen werden kann. Gegen einen Aufpreis von 539 Euro kann diese Heimladestation das komplette Aufladen in zwei Stunden bewältigen; in Kürze soll es zusätzlich eine Version geben, die das in einer Stunde erledigt.