Škoda Octavia : Fast wie ein VW

Der Škoda Octavia Combi sprengt mit seinen Abmessungen den Rahmen der Kompaktklasse. Der enorme Stauraum ist aber nicht der einzige Punkt, bei dem der Tscheche überzeugt.
Škoda Octavia Combi © SP-X

Man stelle sich folgendes Experiment vor. Eine Frau, die seit Jahrzehnten nur Volkswagen fährt – sie schwört auf VW, Hunderttausende Kilometer fuhr sie in Käfer, Polo, Bulli und Passat – setzt sich hinter das Steuer eines Škoda. Sie schaut sich um, fährt und sagt: "Ach, ist ja alles wie bei mir."

Zugegeben, es ist ein angenehmer Effekt. Einmal im neuen Octavia Combi Platz genommen, findet man sich in Sekundenschnelle zurecht. Müsste man nicht fahren, ginge das sogar mit geschlossenen Augen. Ob die Positionierung der Knöpfe, handschmeichelnde Materialien oder komfortable Sitze: Die Tschechen haben von ihrer Muttergesellschaft gut gelernt.

Dort konnten sich die Škoda-Ingenieure auch reichlich bedienen. Der neue Octavia Combi baut auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns auf. Den durchzugsstarken Dieselmotor unseres Testwagens hat auch der Golf Variant unter der Haube. Der zwei Liter große Motor mit 110 kW (150 PS) gibt sich im Octavia beim Start kernig, aber nicht unangenehm als Selbstzünder zu erkennen. Auf der Autobahn hatte er auch jenseits der 150 Stundenkilometer noch Kraft für einen zügigen Wechsel auf die linke Spur.

Viel Platz für eine Familienkutsche

Den Normverbrauch von 4,5 Litern auf 100 Kilometer verpasste er im Test. Im Schnitt flossen 6,4 Liter durch die Leitungen. Ein halber Liter weniger ist mit einem vorsichtigen Gasfuß sicherlich auch gut zu schaffen. Dazu trägt der Octavia serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik und der Rückgewinnung von Bremsenergie bei. Ausgerüstet mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe prescht der Fünftürer in 8,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, der etwas schwerere Golf Variant braucht 8,9 Sekunden.

Aber dies soll ja kein Vergleichstest werden: Auch wenn man an Vergleichen beim Octavia nicht vorbeikommt, will man seine Vorzüge beschreiben. Verglichen mit gängigen Kompaktklasse-Maßen steht der Tscheche im wahrsten Sinne des Wortes überragend da. In der neuen Generation ist der Combi um neun Zentimeter in der Länge gewachsen, auf 4,66 Meter. Der Radstand ist mit 2,69 Metern jetzt sogar elf Zentimeter länger.

Insgesamt 1.740 Liter passen hinter die große Klappe, hinter der Rückbank fasst der Kofferraum 610 Liter. Das ist mehr als im Golf Variant, der zwischen 605 und 1.620 Liter fasst, und auch mehr, als der Kombi-Primus Passat Variant eine Klasse höher bietet (603 bis 1.731 Liter).

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

23 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Mag sein,...

aber im Grundsatz ist es egal, ob man eine Skoda oder einen VW oder einen Audi nimmt. die Plattform dürfte die selbe sein.

Denn sonst würde das ganze Konzept von VW nicht aufgehen.
Lassen wir mal Bugatti, Porsche und Bentley raus, dann gibt es gleiche Plattformen bei VW, Audi und Skoda, Seat.
Audi mag noch was chicer sein, gerade so im A3 Bereich, weil einige damit angeben wollen, aber von den Komponenten dürfte das gleiche drin sein.

Ein paar kW mehr oder weniger jeweils, eine Motorvariante mehr oder weniger.