Škoda OctaviaFast wie ein VW

Der Škoda Octavia Combi sprengt mit seinen Abmessungen den Rahmen der Kompaktklasse. Der enorme Stauraum ist aber nicht der einzige Punkt, bei dem der Tscheche überzeugt. von Hanne Lübbehüsen

Škoda Octavia Combi

Škoda Octavia Combi  |  © SP-X

Man stelle sich folgendes Experiment vor. Eine Frau, die seit Jahrzehnten nur Volkswagen fährt – sie schwört auf VW, Hunderttausende Kilometer fuhr sie in Käfer, Polo, Bulli und Passat – setzt sich hinter das Steuer eines Škoda. Sie schaut sich um, fährt und sagt: "Ach, ist ja alles wie bei mir."

Zugegeben, es ist ein angenehmer Effekt. Einmal im neuen Octavia Combi Platz genommen, findet man sich in Sekundenschnelle zurecht. Müsste man nicht fahren, ginge das sogar mit geschlossenen Augen. Ob die Positionierung der Knöpfe, handschmeichelnde Materialien oder komfortable Sitze: Die Tschechen haben von ihrer Muttergesellschaft gut gelernt.

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Dort konnten sich die Škoda-Ingenieure auch reichlich bedienen. Der neue Octavia Combi baut auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns auf. Den durchzugsstarken Dieselmotor unseres Testwagens hat auch der Golf Variant unter der Haube. Der zwei Liter große Motor mit 110 kW (150 PS) gibt sich im Octavia beim Start kernig, aber nicht unangenehm als Selbstzünder zu erkennen. Auf der Autobahn hatte er auch jenseits der 150 Stundenkilometer noch Kraft für einen zügigen Wechsel auf die linke Spur.

Viel Platz für eine Familienkutsche

Den Normverbrauch von 4,5 Litern auf 100 Kilometer verpasste er im Test. Im Schnitt flossen 6,4 Liter durch die Leitungen. Ein halber Liter weniger ist mit einem vorsichtigen Gasfuß sicherlich auch gut zu schaffen. Dazu trägt der Octavia serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik und der Rückgewinnung von Bremsenergie bei. Ausgerüstet mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe prescht der Fünftürer in 8,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, der etwas schwerere Golf Variant braucht 8,9 Sekunden.

Aber dies soll ja kein Vergleichstest werden: Auch wenn man an Vergleichen beim Octavia nicht vorbeikommt, will man seine Vorzüge beschreiben. Verglichen mit gängigen Kompaktklasse-Maßen steht der Tscheche im wahrsten Sinne des Wortes überragend da. In der neuen Generation ist der Combi um neun Zentimeter in der Länge gewachsen, auf 4,66 Meter. Der Radstand ist mit 2,69 Metern jetzt sogar elf Zentimeter länger.

Insgesamt 1.740 Liter passen hinter die große Klappe, hinter der Rückbank fasst der Kofferraum 610 Liter. Das ist mehr als im Golf Variant, der zwischen 605 und 1.620 Liter fasst, und auch mehr, als der Kombi-Primus Passat Variant eine Klasse höher bietet (603 bis 1.731 Liter).

Leserkommentare
  1. auf tschechisch

    Sieht ein bisschen anders aus, ist aber de facto, die selbe Plattform.

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    • Kauri
    • 20. August 2013 21:21 Uhr

    Es ist der Modulare Querbaukasten (MQB) , der auch im Golf, Leon und Audi A3 Verwendung findet. Dieser MQB wird auch im nächsten Passat mit anderen Massen zu Grunde gelegt werden.
    Aber bezogen auf die Abmessungen liegt hier doch wohl die Ausführung "Golf" vor. Oder sollte ich mich da irren?

    Die Abmessungen sind quasi identisch zum neuen Golf Variant.

    Das Fahrzeug ist ein VW, denn es basiert auf der Golf-Plattform und wird mit Teilen aus dem VW-Regal bestückt. Das marginal größere Kofferraumvolumen wird wahrscheinlich mit kleinen Abstrichen im Innenraum erkauft.

    Wirklich spannend ist eigentlich nur die Frage, wo noch der höhere Wert der VW-Modelle Golf bzw. Passat herkommen soll. Diese Frage läßt der Bericht leider offen.

    Im schlechtesten Falle, gibt es jenseits des Markenimages keinen mehr.
    In diesem Falle dürfte früher oder später ein erheblicher Kostendruck auf die Stammbelegschaft zukommen. Aber das ja ist wohl gewollt.

    • Kauri
    • 20. August 2013 21:21 Uhr

    Es ist der Modulare Querbaukasten (MQB) , der auch im Golf, Leon und Audi A3 Verwendung findet. Dieser MQB wird auch im nächsten Passat mit anderen Massen zu Grunde gelegt werden.
    Aber bezogen auf die Abmessungen liegt hier doch wohl die Ausführung "Golf" vor. Oder sollte ich mich da irren?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Der Passat"
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    aber im Grundsatz ist es egal, ob man eine Skoda oder einen VW oder einen Audi nimmt. die Plattform dürfte die selbe sein.

    Denn sonst würde das ganze Konzept von VW nicht aufgehen.
    Lassen wir mal Bugatti, Porsche und Bentley raus, dann gibt es gleiche Plattformen bei VW, Audi und Skoda, Seat.
    Audi mag noch was chicer sein, gerade so im A3 Bereich, weil einige damit angeben wollen, aber von den Komponenten dürfte das gleiche drin sein.

    Ein paar kW mehr oder weniger jeweils, eine Motorvariante mehr oder weniger.

  2. Ich glaube: nicht "fast wie ein VW" sonder "besser als ein VW". Besonders in der Spalte : Preis/Leistung (Ausstatung)
    ohne Komenntar zur Thema: deutsche Überheblichkeit...

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    mögen ja viele Gleichteile haben. Die Wahrnehmbare Qualität im Innenraum rechtfertigt m.E. den Preisunterschied zwischen beiden Marken. Ein Passat ist der Oktavia sicher nicht - er hat hinten nur eine billige Verbundlenkerachse.

    Optisch gehen die Skodas für meinen Geschmack gar nicht, aber das ist eben nur subjektiv.

  3. Die Abmessungen sind quasi identisch zum neuen Golf Variant.

    Das Fahrzeug ist ein VW, denn es basiert auf der Golf-Plattform und wird mit Teilen aus dem VW-Regal bestückt. Das marginal größere Kofferraumvolumen wird wahrscheinlich mit kleinen Abstrichen im Innenraum erkauft.

    Wirklich spannend ist eigentlich nur die Frage, wo noch der höhere Wert der VW-Modelle Golf bzw. Passat herkommen soll. Diese Frage läßt der Bericht leider offen.

    Im schlechtesten Falle, gibt es jenseits des Markenimages keinen mehr.
    In diesem Falle dürfte früher oder später ein erheblicher Kostendruck auf die Stammbelegschaft zukommen. Aber das ja ist wohl gewollt.

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    Antwort auf "Der Passat"
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    ist wie bei Beats By Dr Dre. Das sind auch 5 Euro kopfhörer, aber pappt halt ein Emblem drauf das zeigt, dass man nicht mit Geld umgehen kann.

    • sillyka
    • 20. August 2013 22:36 Uhr

    Ich habe beide selber gehabt.
    In einem vollbeladenen Passat mit 170.000 km auf dem Buckel und vollbeladen nach Spanien fühlt sich wesentlich besser an als mit einem fast neuen Octavia.
    In den Autobahnkurven nach Lyon bei 160 km/h volllbeladen kriegt man in einem neuen Octavia Angst, in einem alten Paasat nicht !!

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    ...haben die franzosen ja auch ein tempolimit auf ihren highways, damit vollbeladene touristenkombis, welcher marke auch immer, u. u. nicht den abflug machen.

    aber was ich sagen wollte

    die selbe Plattform hin oder her: zumindest was das Fahrwerk betrifft wird der Passat wesentlich hochwertiger bestückt als der Octavia !

  4. aber im Grundsatz ist es egal, ob man eine Skoda oder einen VW oder einen Audi nimmt. die Plattform dürfte die selbe sein.

    Denn sonst würde das ganze Konzept von VW nicht aufgehen.
    Lassen wir mal Bugatti, Porsche und Bentley raus, dann gibt es gleiche Plattformen bei VW, Audi und Skoda, Seat.
    Audi mag noch was chicer sein, gerade so im A3 Bereich, weil einige damit angeben wollen, aber von den Komponenten dürfte das gleiche drin sein.

    Ein paar kW mehr oder weniger jeweils, eine Motorvariante mehr oder weniger.

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    ...sie müssten nur mal einen audi und einen vw einer vergleichbaren modellvariante fahren, sie werden sofort über die wahrnehmbaren unterschiede in allen bereichen staunen. und versichert sei noch, dass weder bei skoda noch bei seat die aktuellen komponenten zum einsatz kommen, schon mal, als nur ein beispiel von vielen, einen querlenker aus guss oder aus aluminium in der hand gehabt ? mit hochfesten leichtbauteilen liesse sich der moderate verbrauch bei einem skoda noch deutlich reduzieren, allerdings wäre er dann auch teurer. rindersteaks zum schweinbauch preis, von der gleichen ranch, bleiben ein märchen.

  5. So einen Schrott will ich ja lieber nicht fahren. Man muß nur mal bei motortalk etc. bei den VW-Fahrern im Forum vorbeischauen, dann merkt man sehr schnell, daß VW alles andere als der Maßstab für Perfektion ist. Alleine scho die Verarbeitung ist unterirdisch, was jeder nicht-VW-Fan, der auch mal ein anderes Auto von innen gesehen hat, zugeben wird. Opel hatte schon in den 1990ern eine spürbar bessere Verarbeitung als VW und eine sehr solide Technik.

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    • Kauri
    • 21. August 2013 12:58 Uhr

    ....in der alle Opelkunden soviel Qualität gar nicht ertragen konnten und sich von Opel abwandten! Mann oh Mann ....

    • Calzone
    • 21. August 2013 16:18 Uhr

    Zitat
    "alleine scho die Verarbeitung ist unterirdisch, was jeder nicht-VW-Fan, der auch mal ein anderes Auto von innen gesehen hat, zugeben wird."

    Bestes Beispiel sind die klopfigen und billig hohl klingenden Kunststoffe, die vor allem im Touran und unterhalb des Golf verarbeitet werden. ganz schlimm im UP.

  6. ist wie bei Beats By Dr Dre. Das sind auch 5 Euro kopfhörer, aber pappt halt ein Emblem drauf das zeigt, dass man nicht mit Geld umgehen kann.

    Antwort auf "Nein, nur der Golf"

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  • Schlagworte Skoda
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