Hyundai ix35 Fuel Cell unterwegs in Berlin © Hyundai

Die Brennstoffzelle ist als saubere Antriebstechnologie seit Jahren Teil der Zukunftsvision einer Mobilität ohne Treibhausgase – doch an eine Serienproduktion wagte sich bis jetzt kein Hersteller. Hyundai hat nun mit dem ix35 Fuel Cell das erste Modell mit Brennstoffzelle vorgestellt, das in Serie gebaut wird und von Kunden geleast werden kann.

Ausgerechnet Hyundai übernimmt eine Pionierrolle. Doch so überraschend kommt der Vorstoß nicht. Die Koreaner, die sich bis 1974 auf Lizenznachbauten beschränkt hatten und erst seitdem eigene Modelle entwickeln, sind in den vergangenen Jahren in die Gruppe der führenden internationalen Automobilhersteller aufgestiegen. Bereits 1998 hatte Hyundai ein Entwicklungsprogramm für umweltfreundliche Antriebstechnologien beschlossen. Der ix35 Fuel Cell wurde im koreanischen Mabuk in einer Forschungseinrichtung erdacht, die sich auf die Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben konzentriert.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der ix35 mit Brennstoffzelle von den konventionellen ix35-Varianten vor allem durch den markanten Kühlergrill. Ansonsten verlangt das kompakte SUV mit der innovativen Antriebstechnik weder vom Fahrer noch von den Passagieren eine Umgewöhnung. Alles ist vertraut, die Instrumente sind übersichtlich platziert. Dank der platzsparend montierten Antriebstechnik unterscheiden sich die Platzverhältnisse vorne und hinten nicht vom konventionellen ix35. Zu fünft wird es allerdings sehr eng.

Nach dem Start passiert zunächst einmal nichts – wer den Elektroantrieb nicht gewohnt ist, fragt sich, ob der Motor überhaupt an ist. Tritt man aber auf das Gaspedal, dann lässt das Triebwerk sein Drehmoment von 300 Nm spielen. Der 100 kW (136 PS) starke Motor gibt, wie bei Elektromobilen üblich, sein Drehmoment vom Start an auf die Antriebsräder. So beschleunigt der ix35 Fuel Cell in 12,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 160 km/h erreicht.

Mit einer Tankfüllung 600 Kilometer weit fahren

Würde der E-Motor im ix35 mit Strom aus Batterien gespeist, müsste der Wagen nach 100 bis 150 Kilometern an die Aufladestation. Doch als Fuel-Cell-Version fährt der Elektro-SUV weiter, bis er seine maximale Reichweite von knapp 600 Kilometern erreicht hat. Dann dauert es gerade drei Minuten, bis die Tanks mit Wasserstoff gefüllt sind. Mit dieser Reichweite ist der Hyundai führend bei Fahrzeugen mit Brennstoffzelle. Nur der Toyota FCHV-adv erreicht mit 790 Kilometern nach dem japanischen Testzyklus einen besseren Wert.

Auf 100 Kilometer verbraucht der ix35 Fuel Cell 0,94 Kilogramm Wasserstoff; ein Kilogramm H2 kostet um die acht Euro. Gespeichert wird der Treibstoff bei einem Druck von 700 bar in zwei zentral platzierten Hochdrucktanks mit einem Volumen von 5,64 Kilogramm. Die Tanks wurden erst nach außerordentlich rigorosen Tests freigegeben: Sie wurden zum Beispiel fallengelassen und beschossen. Sollte es dennoch zu einem Wasserstoffleck kommen, sperren entsprechende Ventile die Tanks automatisch.

Die Antriebstechnik macht den ix35 Fuel Cell allerdings um 300 Kilogramm schwerer und verringert die Ladekapazität im Gepäckabteil um 15 Liter. Der reguläre ix35 fasst 465 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank bis zu 1.436 Liter.