Das Bundesverkehrsministerium prüft die Einführung einer Maut-Vignette nach österreichischem Vorbild. Deutsche und ausländische Pkw-Fahrer müssten demnach künftig eine Vignette erwerben, die für ein ganzes Jahr 100 Euro kosten dürfte, bestätigte das Ministerium einen Bericht der Bild am Sonntag. Für eine Nutzung der Autobahn für nur einige Tage oder Wochen solle die Gebühr geringer ausfallen.

Nach den Plänen des Verkehrsministeriums sollen die deutschen Autofahrer die Kosten der Vignette mit der Kfz-Steuer verrechnen dürfen. Zudem sei für besonders schadstoffarme Autos, deren Steuer unter 100 Euro liegt, ein Ökorabatt bei der Gebühr im Gespräch.  

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte dem Blatt: "Es gibt zurzeit mehrere Planungen zur Maut. Mögliche Ökorabatte gehören auch dazu, wir prüfen das gerade. Wichtig ist, dass in Deutschland zugelassene Pkw nicht zusätzlich belastet werden."

CSU-Chef Horst Seehofer hatte im August angekündigt, einem Koalitionsvertrag "ohne Pkw-Maut für Ausländer" nicht zuzustimmen. Die SPD lehnt dies bisher ab. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die Einführung einer Pkw-Maut grundsätzlich möglich wäre, sofern diese für alle Fahrzeuge gelte.