Elektrofahrräder sind bereits sehr beliebt. Für das vergangene Jahr geht der Zweirad-Industrieverband in Deutschland von einem Anstieg des Absatzes um 13 Prozent auf etwa 430.000 verkaufte Elektroräder aus.

Doch die Kaufentscheidung fällt nicht leicht. Mit dem boomenden Markt wird das Angebot größer und unübersichtlicher. Der Käufer muss beispielsweise eines von mehreren verschiedenen Antriebskonzepten wählen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund ums E-Bike.

Was ist der Unterschied zwischen E-Bike, Pedelec und S-Pedelec?

Den größten Marktanteil machen mit 95 Prozent die Pedelecs (Pedal Electric Cycle) aus. So wird ein Fahrrad bezeichnet, das mit Muskelkraft und einem unterstützenden Elektromotor betrieben wird. Dieser schaltet sich nur zu, wenn die Pedale bewegt werden. Die Motorunterstützung darf maximal bei 250 Watt liegen, und die Geschwindigkeit muss auf 25 km/h begrenzt sein – nur dann gilt das Pedelec rechtlich als Fahrrad und ist nicht extra versicherungspflichtig. Wer ein Pedelec mit Anfahrhilfe bis 6 km/h fahren will und nach dem 1. April 1965 geboren ist, braucht eine Mofa-Prüfbescheinigung.

S-Pedelecs funktionieren wie ein Pedelec, schalten ihre Motorunterstützung aber erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab. Sie sind – ebenso wie E-Bikes, bei denen der Motor auch ohne pedalieren das Rad antreibt – rechtlich keine Fahr-, sondern Kleinkrafträder. Sie brauchen somit ein Versicherungskennzeichen und der Fahrer einen Mofa-Führerschein. Mit ihnen darf man auch nicht auf Radwegen fahren und keine Kindersitze oder Anhänger am Rad befestigen.

Was kostet ein gutes Elektrofahrrad?

Die Preisspanne der angebotenen Modelle reicht von wenigen Hundert bis hin zu mehreren Tausend Euro. Billige E-Räder vom Discounter sind in puncto Sicherheit meist zweifelhaft, belegen Expertentests. Gute und sichere Zweiräder mit hochwertiger Ausstattung sind ab rund 2.000 Euro erhältlich. Für S-Pedelecs sollten mindestens 3.000 Euro investiert werden.

Welche Antriebe gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Grundsätzlich finden sich drei verschiedene Antriebskonzepte: Front-, Mittel- und Heckmotor. Der Frontmotor sitzt in der Vorderradnabe und funktioniert mit jeder Form der Gangschaltung sowie mit einer Rücktrittbremse. Beim Anfahren am Berg und auf losem, nassem oder rutschigem Untergrund kann man allerdings Probleme mit der Traktion bekommen.

Die zentrale Gewichtsverteilung des Mittelmotors hat den Vorteil, dass sie das Fahrverhalten des Rades kaum beeinflusst. Weil sich gegenüber einem herkömmlichen Rad der Schwerpunkt kaum verändert, hat man auf Pedelecs mit Mittelmotor ein sicheres Fahrgefühl. Er lässt sich mit allen Schaltungsarten kombinieren.

Die Motorposition in der Hinterradnarbe zeichnet sich durch eine direkte Kraftübertragung aus. Das Rad kann jedoch zu instabilem Fahrverhalten neigen, insbesondere wenn auch der Akku hinten montiert ist. Hinterradmotoren werden mit Kettenschaltung kombiniert, daher haben diese Räder keine Rücktrittbremse.

Welche Schaltung ist die richtige für mich?

Es gibt Naben- und Kettenschaltungen. Gerade sportliche Pedelec-Fahrer wissen Kettenschaltung zu schätzen, weil flüssige Gangwechsel in jeder Fahrsituation möglich sind. Sie ist allerdings etwas anfälliger und wartungsintensiver, außerdem gibt es sie nicht mit Rücktrittbremse. Bei einer Nabenschaltung muss beim Schaltvorgang Druck vom Pedal genommen werden. Damit büßt man Geschwindigkeit ein, was bei einer gemütlichen Fahrweise jedoch kaum stört. Dafür hat man eine Rücktrittbremse, was die Sicherheit etwa bei Nässe erhöht.