Als mit dem Mitsubishi iMiEV Ende 2010 das erste moderne Elektroauto eines bekannten Herstellers auf den deutschen Markt kam, kostete der viersitzige Kleinstwagen stolze 34.390 Euro. Zum fast exakt gleichen Kurs gibt es jetzt einen BMW i3 – ebenfalls mit Elektroantrieb, aber deutlich schicker, komfortabler und flotter. Kurz: deutlich mehr Auto fürs Geld.

Die Preissituation beim E-Auto hat sich in den vergangenen Jahren generell etwas entspannt. Günstigstes Modell ist aktuell der zweisitzige Smart Fortwo Electric Drive für 23.680 Euro inklusive Batterie. Mit dem Volkswagen E-Up und dem Nissan Leaf sind zudem zwei weitere durchaus attraktive Modelle unterhalb der 30.000-Euro-Grenze zu bekommen. Der iMiEV sowie seine beiden technisch identischen Geschwister Peugeot iOn und Citroën C-Zero kosten mittlerweile auch nur noch wenig mehr als 29.000 Euro.

Schnäppchen sind sie alle nicht, aber auch nicht mehr unfinanzierbar. Vor allem, wenn man auf niedrige Kosten für den Treibstoff setzt. Doch dabei muss man aufpassen, denn die Preissituation ist unübersichtlich. Die Kosten pro Kilowattstunde Strom an öffentlichen Ladesäulen differieren stark und hängen von Ladedauer, Ladeleistung und Anbieter ab.

Mühsamer Preisvergleich

An den Säulen von RWE werden bei Verträgen mit Grundgebühr (4,95 Euro pro Monat) 30 Cent pro kWh fällig, ohne Grundgebühr sind es rund 36 Cent. Abgerechnet wird im letzten Fall nach Zeit; eine Stunde an der Steckdose kosten 3,95 Euro. Doch nicht alle E-Autos können die von RWE bereitgestellte mögliche Ladeleistung von 11 kW nutzen. Der Nissan Leaf etwa zieht maximal 3,6 kW. Das erhöht die Kosten pro kWh auf 1,09 Euro.

100 Kilometer Fahrt in einem Nissan Leaf kosten somit im günstigsten Fall etwa 4,50 Euro, im ungünstigsten etwa 16,35 Euro. Ein in Sachen Platzangebot vergleichbarer VW Golf Bluemotion – zugegebenermaßen ein extrem sparsames Auto – lässt sich auf gleicher Strecke mit 4,42 Euro bewegen, bei einem Dieselpreis von 1,38 Euro je Liter.

Was die Kosten-Nutzen-Rechnung noch komplizierter macht: An vielen Ladesäulen ist der Strom bislang umsonst – RWE etwa bietet ihn an seinen europaweit 16 Schnellladestationen (bis 50 kW) gratis an. Und auch wer Zuhause tankt, kann aus einer Vielzahl an Tarifoptionen wählen. Einige Autohersteller haben in Kooperation mit Energieversorgern spezielle Angebote, die meist etwas günstiger sind als die Tarife an den Ladesäulen. Allerdings fallen häufig einmalige Zusatzkosten für die Installation der Ladebox an.

Wer sich ein Elektroauto kauft, weil ihn seine hohen Tankkosten nerven, sollte also vorher genau rechnen. Möglicherweise ist ein kleiner Benziner oder ein Diesel in dieser Hinsicht die bessere Alternative.