Anfang 2014 waren bei den Carsharing-Anbietern in Deutschland rund 757.000 Teilnehmer registriert, der größere Teil davon bei stationsunabhängigen Anbietern wie car2go oder DriveNow. Wie Zahlen des Bundesverbandes Carsharing (bcs) zeigen, ist die Zahl der Nutzer rasant gestiegen. Noch im Jahr davor waren es lediglich 453.000.

Deutschland zählt damit zu den Ländern mit der stärksten Verbreitung von Carsharing. Das belegen auch internationale Vergleichszahlen, die das Transportation Sustainability Resarch Center (TSRC) an der University of California in Berkeley ermittelt. Die Wissenschaftler um Susan Shaheen und Adam Cohen forschen schon seit 1997 über Carsharing und sammeln weltweit Daten.

Deren jüngste Erhebung stammt vom Oktober 2012 und beruht teilweise auch auf Schätzungen. Demnach existiert das Geschäftsmodell weltweit in mehr als 1.100 Städten in 27 Ländern auf fünf Kontinenten. 16 der 27 Staaten liegen in Europa, wie unsere Infografik zeigt. In weiteren Ländern wird Carsharing derzeit getestet, etwa in Südafrika oder Island.

2012 gab es in Deutschland laut der TSRC-Daten 220.000 Carsharing-Nutzer. Absolut gesehen waren es in den USA erheblich mehr. Wird jedoch die höhere Einwohnerzahl mitberücksichtigt, landet die USA nur auf Rang 5. Spitzenreiter ist dann die Schweiz: Nirgendwo sonst gibt es pro einer Million Einwohner so viele Carsharing-Teilnehmer. Deutschland hat seit Herbst 2012 kräftig aufgeholt, liegt aber weiter hinter der Schweiz.

Das Datenmaterial der kalifornischen Forscher zeigt auch, wie sich Carsharing als Idee in den vergangenen Jahren verbreitet hat. 2006 gab es Anbieter in 18 Ländern mit insgesamt 346.610 Teilnehmern. Bis 2012 wuchs die Zahl aller registrierten Carsharer auf rund 1,788 Millionen.

Dabei hat vor allem Nordamerika kräftig aufgeholt. 2006 kamen 61 Prozent aller weltweit registrierten Carsharing-Teilnehmer aus Europa, der Nordamerika-Anteil betrug 34 Prozent. Inzwischen wohnt jeder zweite Teilnehmer in Nordamerika, der europäische Anteil sank auf 39 Prozent. Shaheen und Cohen erklären das kräftige Wachstum in Nordamerika vor allem mit starken Zuwächsen an Uni-Standorten und mit Businesskunden.