Wer Cowboyboots trägt, kann noch lange nicht reiten. Und wer Gummistiefel kauft, geht meist vielleicht mal bei Regen mit dem Hund raus, plant aber keine Wattwanderung. So kann man auch das Konzept des Volkswagen Cross Up beschreiben. Ein Knirps, der sich die Gummistiefel fürs Pfützenspringen angezogen hat.

Nehmen wir das Ergebnis unseres Tests vorweg: Der Kleinwagen im Gewand eines SUV hat im Gelände keine Chance. Das dürfte kaum überraschen. Trotz Offroad-Beplankung – schwarze Schutzleisten an Radhäusern und Türen – und trotz des Namenszusatzes Cross gewinnt der Up nur unwesentlich an Geländetauglichkeit.

Immerhin kann er dank 1,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit 1,5 Zentimeter tiefere Pfützen durchqueren als der herkömmliche Up. Einziger Offroad-Vorteil ist also, dass auf Schotterpisten der Unterboden erst zerkratzt, wenn dort Steine liegen, die mehr als eine Daumenbreite groß sind.

Nachdem das geklärt ist, nun zu den tatsächlichen Gründen, sich einen VW Up in der Cross-Variante zuzulegen. Sie erfüllt wie andere Modelle aus dem boomenden SUV-Segment den Wunsch, im Inneren erhöht zu sitzen. Nicht jeder will oder kann sich aber ein großes SUV auf den Hof stellen, und in Städten mit engen Straßen und winzigen Parkplätzen sind oft selbst die – oft unübersichtlichen – Mini-SUV auf Kleinwagen-Basis à la Opel Mokka oder Nissan Juke noch zu groß.

Hier kann der 3,56 Meter lange Cross Up mit seiner Abstammung von einem der handlichsten Außen-klein-innen-groß-Autos punkten. Denn natürlich hat sich an den Platzverhältnissen im Innern mit der Cross-Variante nicht geändert, außer dass man eben nun leicht, im Sinne von kaum merklich, erhöht sitzt. Auch Großgewachsene nehmen vorn für diese Klasse fürstlich Platz.

Auf der Rückbank, die man leicht über die hier serienmäßigen Hintertüren erreicht, ist es auch noch recht kommod, solange die Passagiere der ersten Reihe den Hinterbänklern freundlich gesinnt sind. Hinter den Rücksitzen bietet der Up immerhin einen Stauraum von 251 Litern, was für die Wochenendeinkäufe der meisten Zwei-Personen-Haushalte reichen dürfte.