Irgendwie will die Brennstoffzelle einfach nie so recht in Fahrt kommen. Daimler zeigte schon 1994 einen fahrbaren Prototyp, das Necar. Bereits 2004 wollte man solche Autos in größerer Zahl anbieten – was folgte, war Schweigen. Nun will Toyota es ab 2015 mit dem Modell FCV in etwas größeren Stückzahlen probieren, Hyundai verfolgt ähnliche Kleinserien-Pläne. Daimler dagegen verschob erst kürzlich die ebenfalls für 2015 geplante Einführung erneut. Auf frühestens 2017, wie es heißt.

Wohl keine andere Technologie wurde so häufig und vor allem über einen so langen Zeitraum immer wieder als Zukunftslösung für den Antrieb von Automobilen gehandelt wie die Brennstoffzelle. Kaum eine andere Technologie verschwand jedoch auch so häufig wieder aus den Schlagzeilen oder stellte Entwickler vor derartige Hürden.

Doch zugleich ist das Thema für die Ingenieure zu verlockend, um es endgültig zu begraben. Denn die Theorie ist tatsächlich beeindruckend: Man nimmt mit Wasserstoff das meist verbreitete Element des Universums. Das produziert in der Brennstoffzelle durch eine chemische Reaktion mit Sauerstoff elektrische Energie, mit der sich ein Elektromotor antreiben lässt. Anstelle schädlicher Abgase, wie bei einem Diesel oder Benziner, entsteht dabei nur Wasserdampf, der durch den Auspuff entweicht.

Wasserstoff muss erst mal erzeugt werden

Nachtanken lässt sich Wasserstoff an einer darauf ausgelegten Tankstelle, wie es Autofahrer traditionell gewohnt sind: Der Tankvorgang dauert nicht länger als zwei oder drei Minuten. Kein Vergleich mit dem Stunden dauernden Laden eines batterieelektrischen Autos, auch die Reichweite liegt mit 500 oder 600 Kilometern auf einem vernünftigen Niveau.

Doch wie so oft klafft zwischen Theorie und Praxis eine deutliche Lücke. Es beginnt schon damit, dass Wasserstoff auf der Erde – anders als im Weltall – nicht in reiner, sondern meist nur in gebundener Form vorkommt. Die häufigste wasserstoffhaltige Verbindung ist das Wasser, auch in Erdgas ist Wasserstoff enthalten. Das Problem besteht nun darin, den reinen Wasserstoff zu gewinnen. Das ist ein aufwändiger Prozess, für den nicht zuletzt auch sehr viel Energie benötigt wird.

Natürlich ist es wenig sinnvoll, den Treibstoff für einen emissionsfreien Antrieb mithilfe von "schmutziger" Energie zu gewinnen, die ihrerseits die Umwelt belastet. Sinn ergibt die Gewinnung nur, wenn erneuerbare Energie eingesetzt wird – also Wasser-, Wind- oder Solarenergie. Hier hat die Sache den nächsten Haken: "Die Brennstoffzelle ist eine feine Technik. Es steht aber nicht genügend regenerative Energie zur Verfügung, um größere Mengen Wasserstoff zu erzeugen", sagt Gerd Lottsiepen, der verkehrspolitische Sprecher des ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD). "Ich glaube auch nicht, dass sich in nächster Zeit daran etwas ändern wird."