Der ADAC nennt die Testergebnisse "erschreckend": Günstige Autokindersitze aus dem Internet sind nach Angaben des Automobilclubs und der Stiftung Warentest oft unsicher. Bei ihrem Test fielen sechs von zehn Sitzen mit der Note "mangelhaft" durch, wie der ADAC mitteilte. 

Untersucht wurden zehn Kindersitze aus verschiedenen Gewichtsklassen, die online verkauft werden und weniger als 70 Euro kosteten. Dabei entdeckten die Prüfer gravierende Sicherheitsmängel. Bei drei Sitzen rissen während des Crashtests die Rückenlehnen, Gurte sind aus der Haltung gebrochen.

Vor allem bei einem Frontal- oder Seitenaufprall seien die Kinder in vielen Sitzen schlecht geschützt. Bei einem Modell zerbrach beim Aufprall die Sitzschale – "das Kind würde beim Unfall ungeschützt nach vorne schleudern", heißt es im Test. In einem anderen Fall wären die Insassen ungeschützt einem Seitenaufprall ausgesetzt. Der Seitencrash spiele bei der Zulassung des Sitzes zwar keine Rolle, komme aber im Verkehr häufig vor, teilten die Prüfer mit.

Bei dem Test simulierten sie Unfälle mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 64 Kilometern pro Stunde. Eine Babyschale erhielt die Auszeichnung "gut", drei Sitze schnitten "befriedigend" ab. Ein Modell war früher mit einem anderen Namen verkauft worden und bereits 2008 bei einem Test durchgefallen.

Mehrere Sitze waren zudem stark mit Schadstoffen belastet. Insgesamt fanden die Tester höhere Schadstoffwerte als in den vergangenen Jahren.

"Nicht jeder teure Sitz ist gut und nicht jeder preiswerte automatisch schlecht", sagte Projektleiter Andreas Ratzek. Er empfahl den Eltern, vor dem Kauf gut zu recherchieren und sich bei einem Fachhändler beraten zu lassen. Der Markt der günstigen Angebote im Internet sei unübersichtlich, auf reine Produktbeschreibungen der Verkäufer sei kein Verlass. "Bezeichnungen wie 'optimaler Seitenaufprallschutz' sind häufig völlig frei gewählt und reines Marketing", sagte Ratzek.