Neuwagenkäufer sind meistens älter, zeigen Studien immer wieder. Ihre Sturm- und Drangzeit liegt schon länger zurück. Doch das wahre Alter des Fahrers wird gern hinter jugendlich-schnittigem, aber nicht immer bequemem Autodesign getarnt. Rückenprobleme, ein steifer werdender Nacken und andere Einschränkungen des Älterwerdens lassen aber viele Autokäufer nach Alternativen zum pseudo-jungbrünnlichen Automobilgehabe suchen. SUV sind eine Möglichkeit, die Zipperlein des Alltags zu kaschieren, Vans eine andere.

Zur zweiten Fahrzeuggruppe gehört die B-Klasse von Mercedes-Benz. Sie hat die Funktion des altersgerechten Raumgleiters übernommen, nachdem die ehemals betuliche A-Klasse zum schicken Kompaktsportwagen mutiert ist. Lange zielte die B-Klasse fast konkurrenzlos auf die solvente, sicherheitsliebende Kundschaft. Doch die Wettbewerber haben nachgelegt. Jetzt wiederum hat Mercedes sein Modell aufgefrischt, um gegen den BMW 2er Active Tourer oder den VW Golf Sportsvan zu bestehen. Der 4,39 Meter lange Kompaktvan steht ab Ende November bei den Händlern, zu leicht gestiegenen Preisen ab 27.102 Euro.

Die äußere Form sowie das Interieur dürfen natürlich ruhig eine gewisse Eleganz ausstrahlen, altbacken oder sogar alt möchte man ja schließlich nicht wirken. Die Mercedes-Designer haben den Fünftürer dezent verschönert. Retuschierte Stoßfänger sowie ein leicht vergrößerter Grill lassen die B-Klasse selbstbewusster auftreten, dieser Eindruck wird durch die in die Scheinwerfer integrierten Tagfahrleuchten verstärkt. Am Heck macht eine zusätzliche Chromleiste das Hinterteil schlanker und lässt es edler wirken.

Im Inneren gibt es je nach Vorliebe Sitze mit Stoff oder Ledernachbildung. Die leicht erhöhte Sitzposition ermöglicht sowohl einen leichten Ein-und Ausstieg als auch eine gute Rundumsicht. Die Sitze sind angenehm straff gepolstert und geben einen guten Halt. Der freistehende Bildschirm fällt mit acht Zoll eine Nummer größer aus. Über ihn kann auch der neue Vernetzungsdienst Connect Me gesteuert werden. Das Kombiinstrument hat zudem eine neue Zifferblatt-Grafik, und die Ambiente-Beleuchtung bietet gleich zwölf Farben an.

Auch aus der Ferne abschließbar

Interessanter ist Connect Me allerdings von außen. So soll der Besitzer künftig auch aus der Ferne über sein Smartphone das Fahrzeug abschließen können, falls er das vergessen haben sollte. Auch der Standort des geparkten Autos lässt sich über das Smartphone anzeigen. Oder die Diagnose-Software im Fahrzeug erkennt, dass ein sicherheitsrelevantes Teil ausgetauscht werden muss, und meldet das einem Mercedes-Servicepartner, der dann den Fahrzeughalter kontaktiert.

Überhaupt nimmt Mercedes das Thema Sicherheit in der B-Klasse enorm wichtig. Serienmäßig immer an Bord ist der Collision Prevention Assist (CPA), eine radargestützte Abstandswarnung mit adaptiver Bremsunterstützung. Die Funktionen des CPA wurden nun erweitert: CPA Plus leitet selbständig eine Teilbremsung ein, wenn das System eine Kollisionsgefahr erkannt hat, der Fahrer aber trotz Warnleuchte und Intervallton nicht reagiert. Die Technik ist für Stadtgeschwindigkeiten ausgelegt.

Die Abteilung Unfallforschung bei Mercedes-Benz hat Daten des Statistischen Bundesamts, des Kraftfahrtbundesamtes und eigene Daten ausgewertet und herausgefunden, dass die Zahl der schweren Auffahrunfälle mit B-Klasse-Fahrzeugen seit Einführung des CPA um 14 Prozent zurückgegangen ist. Mercedes rechnet damit, dass die verbesserte Funktionsweise die Unfallhäufigkeit sogar um bis zu 30 Prozent sinken lässt.