Als Konsequenz aus den jüngsten juristischen Niederlagen hat der Fahrdienstanbieter Uber seinen Beförderungspreis nach eigenen Angaben auf ein Niveau unterhalb der örtlichen Betriebskosten für Autos gesenkt. Eine Fahrt über die Uberpop-App, die Fahrgäste an private Fahrer vermittelt, kostet demnach in Berlin und Hamburg nur noch 35 Cent pro Kilometer.

Zugleich rief das Unternehmen seine Fahrer und Nutzer zur Unterstützung auf. "Überholte Gesetze" bedrohten die Dienste des Unternehmens und machten mehr Wettbewerb unmöglich, schrieb Uber in einem Blogeintrag. 

Durch die Anpassung der Preise hofft Uber, den Charakter des Angebots von dem einer Taxi-Konkurrenz hin zu einer Mitfahrzentrale zu drehen und so den Regelungen des Personenbeförderungsgesetzes zu entgehen. Bei den Verboten in Hamburg und Berlin hatten die Richter unter Verweis auf das Gesetz vor allem Anstoß an dem Fahrpreis genommen. Dieser dürfe die Betriebskosten des Wagens nicht überschreiten, andernfalls müsse Uber eine Konzession nach dem Personenbeförderungsgesetz besitzen.

Taxibranche bleibt skeptisch

Die Taxibranche sieht Uberpop trotz des neuen Schwerpunkts weiterhin kritisch. Der Schwenk sei "nicht ehrlich oder glaubwürdig", sagte Dieter Schlenker, ehrenamtlicher Vorsitzender der Genossenschaft Taxi Deutschland. "Uber hat gesehen, dass es 'Taxi' nicht kann", sagte er. Es wäre ehrlicher, wenn Uber seine App vom Markt nähme und einen neuen Dienst aufstellte.

Auch beim neuen Entgelt sind die Taxifahrer skeptisch. Ein Preis von 35 Cent pro Kilometer könne nicht für jede Fahrt als Betriebskostenpauschale bezeichnet werden, kritisierte Taxi Deutschland. Je nach Fahrzeugtyp könnten diese erheblich darunter liegen. Uberpop bleibe damit rechtswidrig.

Die Taxibranche wehrt sich seit geraumer Zeit gegen die Angebote von Uber und insbesondere gegen den Dienst Uberpop, da die privaten Fahrer keine offizielle Lizenz zur Personenbeförderung haben. Sie wirft der Firma unfairen Wettbewerb vor. Vor Gericht erwirkten Taxifahrer Fahrverbote gegen private Uber-Fahrer. Eine bundesweit geltende einstweilige Verfügung des Frankfurter Landgerichts gegen Uberpop wurde aber aus formalen Gründen ausgesetzt.