Die Deutsche Bahn hat einen Bericht dementiert, nach dem sie die Abschaffung der Bahncard in ihrer bisherigen Form prüft. Eine entsprechende Behauptung des Radiosenders HR Info sei eine "dreiste Falschmeldung". Bahnchef Rüdiger Grube wies den Bericht zurück. "Es gibt kein Abschaffen der Bahncard, das ist völliger Quatsch", sagte er.

Laut HR Info erwägt die Bahn die Abschaffung der Bahncard und andere Einsparungen im Fernverkehr. Auch die Streichung aller Nachtzüge sei im Gespräch, berichtete der Sender unter Berufung auf eine vertrauliche Vorlage für den Aufsichtsrat. 

Bei der Sitzung des Gremiums am 10. Dezember wolle sich das Management die Abschaffung der Bahncard genehmigen lassen. Sie solle zu einem Kundenkonto umgewandelt werden, das nur noch "Rabatte gemäß Auslastung eines Zuges und individuelle Rabatte nach Kundenumsatz" garantiere, also für Großkunden und Vielfahrer. Damit reagiere die Bahn auf Qualitätsmängel im Fernverkehr und auf die erstarkte Konkurrenz durch Fernbusse.

Die Bahn will dem Bericht zufolge im Fernverkehr drastisch sparen und die Kosten bis 2019 um 1,5 Milliarden Euro senken. Unwirtschaftliche Linien sollten eingestellt und die Nachtzüge nur noch "abhängig vom Optimierungspotenzial" weitergeführt werden. Der Umsatzverlust wegen der Konkurrenz durch Fernbusse werde mit mittelfristig 240 Millionen Euro pro Jahr beziffert. 2014 seien es rund 120 Millionen.

Mit Plänen für Änderungen bei der Bahncard hatte der Konzern schon 2002 für Unmut bei den Kunden gesorgt. Damals wollte die Bahn die Bahncard 50 abschaffen. Nach Protesten in der Öffentlichkeit und dem Fahrgastverband Pro Bahn nahm sie die Entscheidung zurück und führte ein anderes Preissystem ein.