Auf dem Flughafen London Heathrow ist ein Passagierjet beinahe mit einer Drohne zusammengestoßen. Der Pilot eines Airbus A320 habe kurz vor der Landung eine hubschrauberähnliche Drohne gesehen, teilte die britische Flugsicherheitsbehörde (CAA) mit. Der Vorfall hat sich demnach schon am 22. Juli ereignet.

Nach Angaben der BBC konnte die Drohne nicht identifiziert werden. Auch ist unklar, wie nah sie dem Passagierflugzeug tatsächlich kam oder wie groß sie war. Die Sunday Times berichtet unter Berufung auf Ausschnitte aus einem amtlichen Report, der Vorfall habe sich in 213 Metern Höhe ereignet. Der vollständige Bericht soll demnach am Freitag veröffentlicht werden.

Die Flugsicherheitsbehörde ordnete den Vorfall in die Kategorie A ein. Das bedeutet ein ernsthaftes Zusammenstoß-Risiko. Die britische Pilotenvereinigung (Balpa) warnte vor der zunehmenden Zahl von Hobby-Fliegern, die Drohnen aufsteigen ließen. Schon im Mai habe der Pilot einer Propellermaschine auf dem Flughafen von Southend in Westengland eine Drohne gemeldet, die nur etwa 25 Meter von seiner Maschine entfernt geflogen sei.

Der Generalsekretär der Pilotenvereinigung, Jim McAuslan, sagte, Drohnen könnten einen ähnlichen Zwischenfall auslösen wie Vögel. Er nannte die Landung eines Flugzeugs auf dem Hudson River in Manhattan 2009 als Beispiel. Damals war die Maschine in der Luft in einen Vogelschwarm geraten. Die Tiere wurden in die Triebwerke gezogen, woraufhin das Flugzeug auf dem Fluss notlanden musste. Eine kleine Drohne könne schon alleine deshalb ein Sicherheitsrisiko sein, weil sie den Piloten bei der Landung ablenke, sagte McAuslan.

Nur wenige machen ein Training zur Handhabung von Drohnen

Einige Drohnen-Modelle kann man für umgerechnet 38 Euro in Geschäften für Elektronikzubehör kaufen. Gerade vor Weihnachten werden solche Drohnen sehr oft verkauft. Nur wenige Käufer machen nach dem Kauf allerdings ein Training zur Handhabung. Es gebe Regeln, die beachtet werden müssten, sagte McAuslan. Drohnen dürfen demnach maximal bis zu einer Höhe von 120 Metern fliegen und nur etwa 500 Meter von demjenigen entfernt, der sie steuert. Zudem müssen sie einen Abstand von 50 Metern zu Personen und Gebäuden halten.

In Deutschland sind die Regeln anders. Die Drohnen müssen stets im Sichtbereich der Piloten bleiben. Als Faustregel gilt eine maximale Entfernung von 300 Metern und eine Höhe von 100 Metern für den sicheren Einsatz. Im Umkreis von 1,5 Kilometern von Flughäfen dürfen Drohnen gar nicht fliegen. In manchen Städten ist die Zone sogar noch größer. In Berlin sind beispielsweise Drohnen innerhalb des Stadtgebiets ohne Ausnahmegenehmigung komplett verboten.

In Frankreich wurden in den vergangenen Wochen immer wieder Drohnen in der Nähe von Atomkraftwerken gesichtet. Gefahr habe nicht bestanden, teilten die Polizei und der Kraftwerkbetreiber EDF mit. Allerdings ist es in Frankreich verboten, Kernkraftwerke in einem Umkreis von fünf Kilometern und einer Höhe unter 1.000 Metern zu überfliegen.