Das Fernbus-Netz in Deutschland ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen, ein erster Anbieter ging in dem hart umkämpften Markt bereits pleite – nun wollen die größten deutschen Anbieter zusammenarbeiten. MeinFernbus und Flixbus kündigten an, sich dazu zusammenzuschließen und gemeinsam mehr Fahrten ins benachbarte Ausland anzubieten. Damit entstünde der mit Abstand größte Anbieter in Deutschland.

"Wir bündeln unsere Stärken zu einem gemeinsamen Ziel und nehmen jetzt Kurs auf Europa", sagte FlixBus-Gründer Jochen Engert. MeinFernbus-Gründer Torben Greve kündigte dichtere Fahrttakte und mehr Expressverbindungen an. In den nächsten Monaten wollen beide Anbieter ihre Streckennetze flächendeckend verbinden.

Der seit der Liberalisierung vor zwei Jahren boomende Fernbusmarkt bleibt damit in Bewegung. MeinFernbus hatte im vergangenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus 3,5 Millionen. Gemessen an den Fahrgästen dürften beide damit insgesamt gut die Hälfte des Fernbusmarktes abdecken.

Dies schätzte das Berliner Iges-Institut für 2014 auf etwa 20 Millionen Fahrgäste. Das Statistische Bundesamt will im Sommer die Zahlen für 2014 vorlegen.  

Marktanteile und Beschäftigte

Die MeinFernbus GmbH beschäftigt an ihrem Sitz in Berlin 250 Menschen, die Flixbus GmbH in München 230. Hinzu kommen mehrere Hundert selbstständige Fahrer und Partner-Unternehmen.

Gemessen an den angebotenen Fahrten in Kilometern hatte MeinFernbus laut Iges Anfang Dezember einen Marktanteil von 46 Prozent, Flixbus lag mit 29 Prozent auf Platz zwei vor den Busmarken der Deutschen Bahn, die mit Berlinlinienbus und IC Bus 10 Prozent erreichte.

Das Bundeskartellamt kann die geplante Fusion aus Sicht der Bus-Unternehmer nicht stoppen. Denn verglichen mit Flugzeug, Auto und Bahn deckt der Bus nur einen kleinen Teil des Fernverkehrsmarktes ab. Allein die Bahn hatte 2013 in ihren ICE-, IC- und EC-Zügen 131 Millionen Fahrgäste. 

2014 war mit DeinBus ein Unternehmen in die Pleite gerutscht, das den Fernbusmarkt erst mit aufgebaut hatte.