Die Sonne scheint, die Innenstadt ist voll, Parkplätze sind nicht in Sicht – wie gern wäre mancher urbaner Autofahrer da mit dem Roller unterwegs. Doch der Umstieg ist denkbar einfach. Ein Pkw-Führerschein reicht aus, und Vespas und andere Motorroller gibt es mittlerweile so mobil wie beim Carsharing für die Kurzzeitmiete. Doch einige Dinge sind vor dem Losbrausen zu beachten.

Inzwischen bieten in einigen Städten Unternehmen stationsunabhängig Roller an, beispielsweise in München oder Hamburg. Das heißt, die Zweiräder stehen am Straßenrand, und man bucht und bezahlt sie über das Smartphone. Nach der Fahrt stellt man sie einfach wieder an der Straße ab. So sind die Roller auch bei einer Städtereise eine günstige und praktische Alternative zum Auto – die Südeuropäer leben es in ihrer Heimat vor.

Der Pkw-Führerschein (Klasse B) umfasst auch die Klasse AM. Das bedeutet: Man darf auch kleine Scooter fahren. Diese dürfen durch ihre Bauart maximal eine Geschwindigkeit von 45 km/h erreichen; der Motor darf höchstens 50 Kubikzentimeter Hubraum haben, für Elektromotoren gilt eine Grenze von 4 kW Leistung. Das gilt nach Auskunft des ADAC auch im EU-Ausland.

Bremsen ist anders als auf dem Fahrrad

In Deutschland und auch im EU-Ausland gilt Helmpflicht. Viele Vermieter bieten einen Kopfschutz mit an. Hier muss die Größe passen, außerdem sollte das Modell nach ECE R 22/05 geprüft und mit einem entsprechenden Label gekennzeichnet sein. Wer häufiger fährt, sollte über die Anschaffung eines eigenen Helms nachdenken – das ist die beste Lösung. Neben dem Kopf sollten auch alle anderen Körperteile geschützt sein. Also: keine nackte Haut, denn selbst ein Sturz mit geringem Tempo kann gefährliche Hautabschürfungen mit sich bringen. Scooterfahrer sollten in jedem Fall Handschuhe tragen.

Empfehlenswert für alle, die noch nie zuvor einen Roller gefahren sind, ist ein bisschen Training vor der ersten Fahrt, beispielsweise auf einem wenig befahrenen Parkplatz. Bremsen, Kurven fahren und ausweichen ist mit einem Roller anders als mit einem Fahrrad: "Ein Roller hat mit 100 bis 130 Kilogramm wesentlich mehr Masse mit entsprechenden Auswirkungen auf die Dynamik", sagt Lars Krause vom TÜV Süd.

So sollte beispielsweise der richtige Bremsdruck an der Vorder- und Hinterbremse geübt werden: Wer vorn zu stark bremst, kann wegrutschen; wer nur hinten verzögert, läuft Gefahr, auf das Hindernis aufzufahren, denn das hat kaum Wirkung. Für das Umfahren von Hindernissen gilt: Bremsen, Griffe lösen und umfahren, dann wieder bremsen. "Nur die wenigsten der kleinen Roller haben ABS. Bremsen und ausweichen müssen deswegen besonders geübt sein. Fahrrad-Erfahrung reicht nicht!", warnt Krause.

Auch das Fahren in Schräglage sollte geübt werden, insbesondere, wenn noch ein Sozius dabei ist. Auch der Beifahrer muss sich mit in die Kurve legen, damit der Fahrer das Fahrzeug beherrschen kann. Erfahrung braucht es auch für das Lesen der Straße. "Selbst kleinste Verunreinigungen führen schnell zum Sturz", sagt Motorradexperte Krause.

Vor der Abfahrt empfiehlt es sich, den Roller auf Beschädigungen überprüfen. Offensichtliche Schäden, wie verbogene Spiegel oder Bremshebel, weisen auf einen Unfall hin oder darauf, dass der Roller umgefallen ist. "Umfaller sind besonders gefährlich, weil dabei Luft ins Bremssystem gelangen kann", sagt Krause. Die Reifen sollten nicht weniger als ein Millimeter Profil haben und keine Beschädigungen aufweisen. Bei zu wenig Druck die nächste Tankstelle anfahren und auffüllen – die Werte stehen in der Betriebsanleitung unter dem Sitz.