Uber bekommt auch in den USA rechtliche Probleme. Die für Arbeitsfragen zuständige Behörde von Kalifornien kommt nach einer Überprüfung zu dem Ergebnis, dass Uber-Fahrer nicht als Auftragnehmer, sondern als Angestellte anzusehen sind.

Der Fahrdienst-Anbieter hatte im Zuge der Prüfung argumentiert, die Fahrer seien unabhängige Auftragnehmer und Uber selbst nur eine neutrale Vermittlerplattform. Dem widersprechen die Experten des Bundesstaates: Uber sei "in jeden Aspekt des Geschäfts" involviert, sodass ein Angestelltenverhältnis vorliege.  

Gegen diese Entscheidung will Uber rechtlich vorgehen. In einer Stellungnahme teilt das Unternehmen mit, dass die Einschätzung der Behörde nicht bindend sei und nur auf einen Einzelfall zutreffe. Außerdem hätten die Beamten 2012 noch umgekehrt entschieden, dass Uber-Fahrer grundsätzlich Auftragnehmer seien. "Der Hauptgrund, Uber-Fahrer zu werden, ist die Flexibilität und Kontrolle", heißt es in der Mitteilung.

Die Entscheidung der Behörde geht auf eine im September eingereichte Beschwerde einer Uber-Fahrerin zurück, die im vergangenen Jahr zwei Monate für den Dienst gearbeitet hatte. In Florida hatte zuvor eine vergleichbare Kommission ähnlich wie die in Kalifornien geurteilt.

Angriff auf das Geschäftsmodell

Mit der Entscheidung greift die kalifornische Arbeitsbehörde die Geschäftsgrundlage von Uber an. So eröffnet die Einstufung als Angestellte den Fahrern einerseits die Möglichkeit, von Uber Einzahlungen in die Sozial- und Arbeitslosenversicherung zu verlangen. Dies würde die Kosten für Fahrten in die Höhe treiben und sich damit auf die Firmenbewertung auswirken, die derzeit auf mehr als 40 Milliarden Dollar geschätzt wird. Auf der anderen Seite ist die Betonung der reinen Vermittlerrolle für Uber essentiell, um die strikten Regulierungsvorgaben für das klassische Taxi-Gewerbe zu vermeiden.

Uber ist nach eigener Darstellung weltweit in 55 Ländern tätig, wird aber in immer mehr Märkten rechtlich belangt. In Deutschland hatte das Frankfurter Landgericht den Dienst UberPop im März gestoppt. Das Unternehmen dürfe nur Fahrten anbieten, bei denen der Fahrer eine behördliche Genehmigung zur Beförderung von Personen habe, hieß es zur Begründung.