Der Elektroautobauer Tesla hat den ersten komplett strombetriebenen SUV, Model X, auf die Straße gebracht. Firmenchef Elon Musk überreichte in Teslas Fabrik in Fremont, Kalifornien, Modelle an die ersten sechs Kunden. Der Stadt-Geländewagen hat sieben Sitze in drei Reihen, nach oben öffnende Flügeltüren und einen Turbo-Startknopf, der das Auto in 3,2 Sekunden von null auf eine Geschwindigkeit von 60 Meilen (knapp 97 Kilometer) pro Stunde beschleunigen lässt.

Der mit Allradantrieb ausgerüstete Wagen, der sieben Insassen Platz bietet, soll mit voll geladener Batterie rund 400 Kilometer weit fahren können. Auffällig sind die Flügeltüren, die Panorama-Windschutzscheibe und die beweglichen Sitze. Eine billigere Variante des X soll es in der Zukunft geben. Die Spitzenvariante kostet bis zu 144.000 US-Dollar (gut 128.000 Euro).

Musk beschrieb das neue Modell als Glanzstück der Ingenieurskunst. "Ich denke, wir sind in dem X ziemlich aufgegangen", sagte er. Der Start des Modells hatte sich über Jahre immer wieder verzögert. Bereits im Februar 2012 waren die ersten Bestellungen eingegangen. Für den Wagen gebe es schätzungsweise 25.000 Vorbestellungen, sagte Musk bei der Premierenparty. Wer nun ordert, muss seinen Worten zufolge acht bis zwölf Monate auf das Auto warten.

Tesla, das mit der Premium-Elektrolimousine Model S bislang nur ein einziges Auto auf dem Markt hat, will mit dem SUV neue Zielgruppen erreichen. Die familienfreundliche Ausstattung soll auch Frauen stärker ansprechen. Der E-Auto-Pionier bewegt sich langsam auf den Massenmarkt zu, voraussichtlich ab 2018 will der Konzern das für die breite Bevölkerung erschwingliche Model 3 herausbringen. Der Sportwagen Roadster, Teslas erstes Fahrzeug, wird nicht mehr hergestellt.

Mit dem Stadt-Geländewagen liegt das Unternehmen voll im Trend. In den USA führen SUVs neben schweren Pick-up-Trucks schon länger die Verkaufslisten an. Allerdings ist ein wesentlicher Grund dafür der günstige Sprit, der für Käufer jedoch eher ein Argument gegen E-Autos ist. Die Verkaufszahlen der Stromer sind deutlich gefallen, seitdem der Ölpreisverfall eingesetzt hat. Der Abgas-Skandal von VW könnte dem Markt jedoch neuen Aufwind verschaffen, erwarten Experten.

Das mit hohen Kosten entwickelte neue Tesla-Modell wird auch deshalb mit besonderem Interesse von der deutschen Konkurrenz beäugt. Auf der IAA in Frankfurt präsentierte Audi jüngst die Studie des SUVs e-tron quattro, dessen Batterie 500 Kilometer weit reichen soll. Porsche zeigte einen Elektrosportwagen, der mit einer Ladung ebenfalls so weit kommen soll.

Neben Tesla hat auch Google ein neues Modell vorgestellt: Der selbstfahrende Prototyp soll ohne Lenkrad auskommen, wie dieses Video zeigt: