Volkswagen muss die Software von 482.000 Autos in den USA überarbeiten und dafür die Fahrzeuge zurückbeordern. Das hat die Regierung von Präsident Barack Obama entschieden. Diese beschuldigt den Autohersteller, mit seiner Software bewusst Emissionsgrenzen umgangen zu haben.

Die Software sei in Vierzylinder-Fahrzeuge von Volkswagen und Audi eingebaut worden, heißt es in einem Schreiben der Umweltschutzbehörde. Betroffen seien Modelle aus den Jahren 2009 bis 2015.

Die Software erkenne, wenn die Emissionswerte des Fahrzeugs getestet werden. Dann schalte sie sich ein und beginne, die Emissionen zu regulieren. Diese Kontrolle sei während normaler Fahrten abgeschaltet. Das Auto emittiere dann deutlich mehr Schadstoffe, als von Volkswagen angegeben, heißt es in dem Schreiben.

"Die Behörden wollen deutlich machen, dass sie Betrüger verfolgen", zitiert die New York Times Frank O'Donnell, Präsident des Bündnisses Clean Air Watch. Gesetze und Regulierungen seien nur so gut wie ihre Umsetzung. Die Autohersteller würden neben den Autokäufern auch "die atmende Öffentlichkeit" betrügen, sagte O'Donnell weiter.

Betroffen seien Modelle mit Dieselmotoren. Unter anderem der Volkswagen Jetta (Produktionszeitraum 2009 bis 2015), der Volkswagen Beetle (2009–2015), der Audi A3 (2009–2015), der Golf (2009–2015) und der Passat (2014–2015).

Volkswagen kündigte an, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, kommentierte den Fall aber nicht weiter. Dem Konzern drohen nun hohe Geldstrafen. Im November 2014 hatte die US-Regierung sich mit den Autoherstellern Hyundai und Kia auf eine Strafzahlung in Höhe von 300 Millionen US-Dollar geeinigt. Die Firmen hatten bei den Verbrauchswerten ihrer Fahrzeuge übertrieben.