Wer ein Elektroauto kaufen will, sollte nach Möglichkeit noch vor Neujahr zuschlagen. Denn von Januar 2016 an sind die Stromer statt zehn Jahren nur noch fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Maßgeblich ist das Datum der Erstzulassung. Die Steuerbefreiung gilt laut Automobilclub ACE beim Weiterverkauf des Autos innerhalb der Laufzeit auch für den neuen Besitzer. Hybridfahrzeuge und Elektroautos mit sogenanntem Range Extender – also mit einem zusätzlichen Verbrennungsmotor – gelten nicht als Elektrofahrzeuge und erhalten den Steuervorteil daher nicht.

Änderungen gibt es auch bei den Versicherungsbeiträgen. Wie jedes Jahr hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Wechsel auf 2016 Typ- und Regionalklassen neu eingeteilt. Laut GDV werden 45 Prozent der in Teil- oder Vollkasko versicherten Autos in neue Typklassen eingestuft; für die Halter von 1,1 Millionen kaskoversicherten Autos wird die Prämie dann höher, bei gut 13 Millionen sinken sie.

Die Typklasse ist eines der Merkmale, die die Versicherer bei der Berechnung des Beitrags berücksichtigen – je niedriger die Einstufung, desto günstiger wirkt sich das auf den Tarif aus. Die Typklassen spiegeln die Schadens- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider. Zur Berechnung werden die Fahrzeugschäden und die dadurch verursachten Reparaturkosten der letzten drei Jahre betrachtet.

Analog dazu werden die Regionalklassen festgelegt – hier dient der Hauptwohnsitz der Fahrzeughalter als Bezugspunkt für Schadenhäufigkeit und Höhe. Bei den Regionalklassen der Teil- und Vollkaskoversicherung ändert sich aber wenig: Für rund 90 Prozent der Versicherten bleibe alles beim Alten, so der GDV.

Auch bei der Kfz-Haftpflicht ändert sich für die Mehrheit der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge nichts. 14 Prozent werden künftig niedriger eingestuft, für etwa 16 Prozent steigt die Haftpflichtprämie.

Zum Jahreswechsel verliert zudem die gelbe HU-Plakette ihre Gültigkeit. Halter entsprechender Fahrzeuge sollten zügig einen Termin für die Hauptuntersuchung vereinbaren. Ab Januar dürfen nur noch Autos mit Plaketten in Braun (HU 2016 fällig), Rosa (2017) und Grün (2018) unterwegs sein. In welchem Monat man zur Prüfung muss, ist an der Zahl ganz oben auf der Plakette abzulesen. Wer die Frist um mehr als zwei Monate überzieht, muss mit einer vertieften HU und damit verbundenen höheren Kosten rechnen.

Außerdem muss man mit einer Verwarnung oder einem Bußgeld rechnen. Nach zwei Monaten sind es 15 Euro, nach vier Monaten 25 Euro. Wer sich um acht Monate verspätet, zahlt 60 Euro und erhält außerdem einen Punkt in Flensburg, wie die Prüforganisation Dekra mitteilt. Außerdem kann es bei einem Unfall Ärger mit dem Versicherungsschutz geben.

Geplant ist für 2016 ferner eine Änderung der Zulassungsverordnung. Sie soll es Händlern ermöglichen, mit noch nicht zugelassenen Fahrzeugen und roten Händlerkennzeichen kurze Fahrten zur Tankstelle oder Waschanlage zu unternehmen. Bisher ist der Gebrauch stark eingeschränkt, beispielsweise auf Probe- und Überführungsfahrten. Bei allen anderen Gelegenheiten muss der Wagen auf den Hänger. Kritiker halten das für wenig praxisgerecht.