Die Deutsche Akkreditierungsstelle mit Sitz in Berlin bemängelt laut Spiegel die Arbeit von Organisationen wie TÜV, Dekra und GTÜ. Die Stelle teilte den Prüfeinrichtungen mit, dass sie zum 10. Dezember für alle amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen die Akkreditierung ausgesetzt habe, zitierte der Spiegel aus einem internen Protokoll.

Hintergrund der Entscheidung seien Vorwürfe, die Prüfer hätten ihre Arbeit mit Messgeräten nicht ordnungsgemäß dokumentiert.

Sobald der Bescheid bestandskräftig ist, müssen die Bundesländer laut dem Bericht den Prüforganisationen die Anerkennung entziehen. Laut dem internen Protokoll würde ein Widerruf der amtlichen Anerkennung "das System der Hauptuntersuchungen zusammenbrechen lassen". Damit wäre offen, wer die nächsten Hauptuntersuchungen durchführen darf. Zudem wäre zu klären, ob den Fahrzeughaltern bereits zugeteilte Prüfplaketten gültig bleiben.

Das verantwortliche Verkehrsministerium wollte sich nicht dazu äußern. Der Spiegel schreibt von großer Nervosität in den Behörden.

Im Sommer hatte der Chef der Akkreditierungsstelle, Norbert Barz, dem Bericht zufolge zahlreiche Verkehrsminister der Länder in einem Brief auf die Probleme hingewiesen. Unter dem Betreff "Keine zuverlässigen Hauptuntersuchungen gewährleistet" habe er mitgeteilt, Besuche bei den Prüfdiensten hätten ergeben, dass "in erheblichem Umfang" Messgeräte eingesetzt würden, die nicht nach den "einschlägigen Anforderungen" und dem "Stand der Technik kalibriert sind".

Die betroffenen Prüfgesellschaften wiesen dies später zurück. Der Vorwurf, die Zuverlässigkeit der Hauptuntersuchung sei nicht mehr gewährleistet, entbehre "jeglicher Grundlage", zitierte der Spiegel aus einer gemeinsamen Erklärung. Alle Messgeräte seien ordnungsgemäß "kalibriert, geeicht oder stückgeprüft".

Die Deutsche Akkreditierungsstelle ist ein 2010 gegründetes Unternehmen und zu zwei Dritteln in Staatsbesitz. Sie beaufsichtigt gemäß europäischen Bestimmungen Dienstleister in Handel und Wirtschaft.