Die Vorschläge von VW zur Reparatur vder 2,0-Liter-Diesel-Motoren wurde abgelehnt. © Danny Moloshok/Reuters

Die kalifornische Umweltbehörde Carb hat den von Volkswagen eingereichten Rückrufplan für von der Abgasaffäre betroffene Dieselautos abgelehnt. Der von dem Wolfsburger Konzern eingereichte Plan gehe nicht ausreichend auf die "Gesamtauswirkungen für Fahrverhalten, Emissionen und Sicherheit der Autos" ein. Den Vorschlägen fehle es an "genug Informationen für eine technische Bewertung".

Die US-Bundesumweltbehörde Epa teilte mit, dass sie mit der Einschätzung der Carb übereinstimme. VW habe "keinen genehmigungsfähigen Rückrufplan" vorgelegt, hieß es in einer Erklärung. Der Konzern habe aber weiterhin die Chance, bei den Lösungsvorschlägen nachzubessern. 

Volkswagen teilte dazu mit: "Die heutige Mitteilung bezieht sich auf die anfänglichen Rückrufpläne Volkswagens, die Carb im Dezember übermittelt wurden. Seither hatte Volkswagen konstruktive Gespräche mit Carb." Dazu gehöre auch ein Treffen aus der vergangenen Woche über den Rahmen für eine Beseitigung der Abgas-Affäre. VW werde die Gespräche mit der Carb und anderen Aufsichtsbehörden fortsetzen.

VW-Chef Matthias Müller will sich am Mittwoch in Washington mit der Chefin der Epa, Gina McCarthy, treffen. Die Epa prüft Vorschläge, mit denen VW Manipulationen in etwa 580.000 Diesel-Autos in den USA beseitigen will. Wie das Lösungspaket, das den Aufsehern präsentiert werden soll, aussieht, ist noch unklar. Ebenfalls unklar ist, ob die Öffentlichkeit nach dem Treffen informiert wird. Müller will in Washington nach Angaben aus Konzernkreisen außerdem noch Gespräche mit Kongressabgeordneten führen.

Kalifornien verhängte keine Strafen. Der Bundesstaat erließ aber eine neue Benachrichtigung, dass VW gegen die kalifornischen Standards zur Luftreinhaltung verstoßen habe. Die Ablehnung der Reparaturpläne betrifft nur die 2,0-Liter-Dieselmotoren. Bis zum 2. Februar muss Volkswagen bei der Carb einen Plan für die Reparatur der 3,0-Liter-Motoren vorlegen.

Müller-Interview sorgte für Verwirrung

Für Aufruhr sorgte zuvor ein Interview, in dem Müller den Skandal zu verharmlosen schien. "Ehrlich gesagt, es war ein technisches Problem", hatte der VW-Chef dem US-Radiosender NPR am Sonntagabend gesagt. Zur Anmerkung des Reporters, in den USA würden die Vorgänge als ethisches Problem gesehen, erklärte Müller: "Ein ethisches Problem? Ich kann nicht verstehen, warum Sie das sagen."

Außerdem bestritt er, dass die US-Behörden bei der Aufklärung bewusst in die Irre geführt worden seien: "Wir haben nicht gelogen. Wir haben zunächst die Frage nicht verstanden." Nachdem Teile des Interviews im Radio gelaufen waren, wurde der Sender nach eigenen Angaben von Volkswagen kontaktiert und um eine Wiederholung gebeten.

Zu Beginn von Interview Nummer zwei entschuldigte sich Müller für das unglückliche erste Gespräch. Es sei schwierig gewesen vor den ganzen Journalisten, jeder habe gerufen. Der VW-Chef stellte klar, dass der Konzern den Verstoß gegen die US-Umweltgesetze "in vollem Umfang" akzeptiere. Daran gebe es keinen Zweifel.

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