Der neue Opel Astra ist in seinen Proportionen gefälliger als sein Vorgänger. © Hersteller

Wir messen noch mal nach. Tatsächlich: Der Opel Astra wirkt jetzt gestreckter, dabei ist die neue Generation in der Länge um fast fünf Zentimeter auf 4,37 Meter geschrumpft. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Astra auch um 3,4 Zentimeter schmaler und 2,6 Zentimeter niedriger. Die Designer haben der Opel-Kompaktklasse erfolgreich die Pummelchengene ausgetrieben, die Proportionen sind gefälliger geworden.

Trotzdem kann das kürzere Modell durch sein Raumangebot überzeugen. Das gelang Opel früher nicht immer, bisweilen schlugen sich großzügige Außenabmessungen nicht in üppigen Platzverhältnissen nieder. Jetzt braucht sich der Astra in diesem Punkt nicht länger hinter dem VW Golf zu verstecken. Selbst im Fond des Fünftürers sitzt es sich angenehm – auch für langbeinige Mitfahrer. Das Kofferraumvolumen beträgt 370 Liter, klappt man die Rücksitzlehnen um, steigt der Wert auf bis zu 1.210 Liter.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Designer haben die Knöpfchenvielfalt der vierten Generation reduziert. Zentrales Element ist ein großer Touchscreen. Über ihn werden unter anderem die Integration für Apple- und Android-Smartphones gesteuert oder die Daten des Bordcomputers abgerufen. Die Bedienung des Navigationssystems erfolgt ebenfalls über den Bildschirm.

Punkten will die fünfte Auflage des Astra unter anderem mit Extras, die für die Kompaktklasse noch ungewöhnlich sind. So bietet Opel für die Astra-Modelle das Telematiksystem Onstar an. Es kann bei einem Unfall automatisch einen Notruf absetzen und es erlaubt das Fernsteuern verschiedener Fahrzeugfunktionen. Es kann aber noch mehr: Gegen Aufpreis ermöglicht eine leistungsstarke Antenne, einen WLAN-Hotspot für bis zu sieben Endgeräte im Auto aufzubauen.

Per Knopfdruck kann der Fahrer auch mit der Servicestelle kommunizieren. Wer zum Beispiel beim Fahren eine neue Adresse ins Navigationssystem eingeben möchte, kann dies von den Service-Mitarbeitern erledigen lassen. Im ersten Jahr kosten die Dienstleistungen nichts, danach werden jährlich 99 Euro dafür fällig. Wir nutzten die Onstar-Dienste nicht, probierten aber natürlich die iPhone-Anbindung aus und waren von der Verbindungsgeschwindigkeit angetan.

Fernlicht, ohne zu blenden

Ein weiteres besonderes Schmankerl, das andere Hersteller in dieser Klasse nicht bieten, ist das LED-Matrixlicht. Es kostet in Verbindung mit der Innovation-Ausstattung 1.350 Euro Aufpreis, aber die Investition lohnt sich. Intellilux ist ein blendfreies Fernlicht mit je acht Leuchtelementen pro Scheinwerfer. Das System arbeitet mit der Frontkamera zusammen und erkennt so, ob man innerorts unterwegs ist oder nicht. Außerhalb geschlossener Ortschaften schaltet sich immer das Fernlicht an. Erkennt die Kamera entgegenkommende oder vorausfahrende Autos, werden einzelne LED gezielt deaktiviert und die betroffenen Fahrzeuge ausgeblendet.

Opel bietet als erster Hersteller ein LED-Matrixlicht in der Kompaktklasse an. © Hersteller

Das hat gut funktioniert, vom Gegenverkehr gab es keine protestierenden Leuchtzeichen. Durch die weite Ausleuchtung bekommt man zudem einen bislang verborgen gebliebenen Blick ins Gelände neben der Fahrbahn. Rehe, die noch ein gutes Stück weg von der Straße sich bewegten, wurden früh erkannt – und in der Folge der Gasfuß gelupft.

Der neue 1,4-Liter-Turbobenziner, mit dem wir den neuen Astra testeten, geht spritzig zur Sache. In 8,5 Sekunden bringt er den 1,3 Tonnen schweren Wagen von 0 auf Tempo 100. Der 110 kW (150 PS) starke Vierzylinder überzeugte zudem durch seine Laufruhe. Mit 245 Nm stellt er für einen Benziner ein ordentliches Drehmoment bereit, sodass wir sowohl entspanntes Cruisen als auch beherztes Gasgeben genießen konnten. Freude bereiteten auch die präzise Lenkung und das unaufgeregte Fahrwerk. Letzteres agiert angenehm straff, ohne dabei pseudo-sportlich jede Bodenwelle zu vermitteln.

Im Schnitt benötigte der Motor 6,8 Liter je 100 Kilometer. Damit lagen wir zwar knapp zwei Liter über dem Normwert, der Verbrauch geht aber angesichts der flotten Fahrweise durchaus in Ordnung.

Die fünfte Generation des Opel Astra ist seit Oktober erhältlich. In der obersten Ausstattungsstufe Innovation (ab 24.710 Euro) sind unter anderem eine Zweizonen-Klimaanlage, Rückfahr- und Frontkamera, Onstar, 17-Zoll-Leichtmetallräder und diverse elektronische Helfer wie Kollisionswarner und Spurassistent inklusive Lenkkorrektur dabei. Bei unserem Testauto kamen noch Navigation, Matrixlicht und LED-Rückleuchten zum Paketpreis von 1.750 Euro dazu. Hervorragende Sicht in der Nacht machen diese Extras aber empfehlenswert.

Technische Daten

Motorbauart: 1,4-Liter-Turbobenziner
Leistung: 110 kW (150 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 8,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h
Normverbrauch: 4,9 Liter je 100 Kilometer
CO2-Emission: 114 g/km
Effizienzklasse: B
Preis: ab 22.560 Euro (Edition)