Die Polizei muss nicht zu jedem Unfall kommen. © ACE

Auf winterlich glatter Straße ereignet sich ein Auffahrunfall, beide Fahrzeuge tragen nur einen Blechschaden davon. Müssen die Unfallbeteiligten die Polizei zu Hilfe rufen oder reicht es, wenn sie Adressen, Telefonnummern und die Daten zu ihren Versicherungen austauschen?

Ist an beiden Fahrzeugen nur ein Blechschaden entstanden, dann reicht es, wenn die Beteiligten Namen und Adressen austauschen. Zusätzlich ist es aber sinnvoll, sich das Kennzeichen des Unfallgegners aufzuschreiben, denn über den Zentralruf der Autoversicherer (Telefon 0800-2502600) lässt sich die gegnerische Versicherung ermitteln.

Einen Anruf bei der Polizei kann man sich bei Kleinunfällen sparen, denn die Beamten nehmen nur die Personalien der Beteiligten auf – wenn sie denn überhaupt kommen. Anders ist es, wenn es Verletzte gibt. Dann ist die Polizei verpflichtet, zum Unfallort zu kommen und ein Protokoll aufzunehmen. Allerdings können die Polizeibeamten zur Schuldfrage in der Regel nichts sagen, da sie selbst den Unfall nicht gesehen haben.

Als Geschädigter ist es in jedem Fall sinnvoll, den Schaden an den beteiligten Fahrzeugen und den Unfallort mit Fotos zu dokumentieren. Da fast jeder ein Mobiltelefon mit einer Kamera mit sich herumträgt, lässt sich das einfach umzusetzen.

Eine Besonderheit sind nicht gestreute Straßen. Hier könnte man auch versuchen, den für die Straße Verantwortlichen zu belangen, wenn er gegen seine Räum- und Streupflicht verstoßen hat. Doch allzu viel Hoffnung sollte man sich nicht machen, denn solche Ansprüche sind in aller Regel nur sehr schwer durchsetzbar, wie Florian Schmidtke, Rechtsanwalt für Verkehrsrecht aus München, erklärt.

Für denjenigen, der mit seinem Wagen aufgefahren ist, könnte es allerdings problematisch werden, wenn er mit Sommerreifen auf verschneiten oder eisglatten Straßen unterwegs war. Will er den Vollkaskoschutz seiner eigenen Versicherung in Anspruch nehmen und den an seinem Wagen entstandenen Schaden geltend machen, verweist die Versicherung in diesem Fall möglicherweise darauf, dass das Auto verkehrsunsicher bereift war. Je nach Versicherungsvertrag und Schwere des Verschuldens kann nämlich die Versicherungsleistung gekürzt werden.