Es ist gar nicht so einfach, den perfekten Namen zu finden. Das gilt für Babys wie für Autos. Einige Hersteller setzen bei ihren Modellen auf eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben (BMW X4, Peugeot 308 GTi), andere orientieren sich an der Musikwelt (Honda Jazz), griechischer Mythologie (VW Phaeton) oder an Übersinnlichem (Rolls-Royce Ghost). Mitsubishi hat sich für den wohlklingenden Namen Space Star entschieden. Und das erstaunlicherweise für seinen Kleinstwagen, der zu den billigsten Neuwagen Deutschlands zählt.

Zwar ist der Dacia Sandero mit 6.890 Euro weiterhin das günstigste fabrikfrische Auto hierzulande, und auch der Lada Kalina ist noch rund eine Tankfüllung günstiger. Für 6.990 Euro aber erhält man bei Mitsubishi den Schlüssel zu einem vollwertigen automobilen Begleiter, der aufgrund seiner Kürze (3,71 Meter) besonders für Stadtbewohner alltagstauglich ist. So viel sei schon vorweggenommen: Er erfüllt seinen Zweck – vorausgesetzt man bringt seine Erwartungen ans Fahrzeug mit dem Preis in Einklang.

Auf Designspielereien und stylisches Drumherum muss man verzichten. Dafür erhält man etwas anderes: Platz. Der Japaner macht seinem Namen Ehre und nutzt seine Fläche sinnvoll aus. Für ein Fahrzeug dieser Klasse ist ausreichend Platz vorhanden. In den Fond gelangen dank weit öffnender Türen auch Mitfahrer jenseits der 1,40 Meter Körpergröße ohne Schwierigkeiten.

Fahrer und Beifahrer sitzen zwar auf preislich angepasstem – und deshalb nicht dem komfortabelsten – Gestühl, erfreuen sich aber ebenfalls an dem vergleichsweise guten Raumgefühl. Stauraum für bis zu 912 Liter kann der Space Star bei umgeklappten Rücksitzen außerdem anbieten. Muss das Transportgut durch den Kofferraum hinein, ist erst die bei solchen Kleinwagen meist übliche Kante zu überbrücken.

Dass beim Space Star aber nicht nur Zweckmäßigkeit im Vordergrund steht, zeigt er in den höheren Ausstattungslinien. Wir testen einen Space Star mit der vierten Stufe, die neben einer Start-Stopp-Automatik, Zentralverriegelung, elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, Klimaanlage, Isofix-Kindersitzbefestigung und Sitzheizung auch einen hübschen Innenraum mit Klavierlack-Optik enthält. Die Extras sind praktisch und erleichtern den mobilen Alltag. Ein Fahrzeug ohne Klimaanlage möchte man im Sommer kaum fahren, und im Winter nimmt die Sitzheizung gerade bei einem Auto, das draußen geparkt wird, einen hohen Stellenwert ein. Leider gibt es aber keine Bluetooth-Schnittstelle mit Freisprecheinrichtung.

Kein Freund langer Autobahnfahrten

Das Cockpit ist aufgeräumt und dank sparsamer Verteilung von Tasten und Reglern intuitiv bedienbar. Das minimalistische Display in der Mittelkonsole mit der fast schon verpixelten und winzigen Anzeige lässt das Auto jedoch älter wirken, als es tatsächlich ist.

Unser Testfahrzeug wird von einem 1,2 Liter großen Benziner mit 59 kW (80 PS) angetrieben. Damit ist der ausschließlich als Fünftürer erhältliche Space Star etwas stärker als das Basismodell mit 52 kW (71 PS), doch richtige Fahrfreude will sich trotzdem nicht einstellen. Das kann an der teigigen Lenkung liegen oder dem müden Ansprechverhalten. Auf der Autobahn kommt der unangepasste Flitzer gut mit, er hält aber keine Außengeräusche von den Insassen fern und ist für Geschwindigkeitsspielchen jenseits der 140 km/h nicht zu haben. Das macht er in der Stadt wett, wo er vor allem mit seinem kleinen Wendekreis überzeugt.

Federung und Dämpfung sind durchschnittlich komfortabel. Positive Überraschungen gab es aber auch: So benötigte der Space Star selbst bei gelegentlichen Ausflügen in seinen Vollgasbereich durchschnittlich fünf Liter auf 100 Kilometer, was den Herstellerangaben von 4,3 Litern sehr nahe kommt.

Die größte Stärke des Space Star ist sein Preis. Wer kein automobiles Statussymbol zur Imagepflege benötigt, bekommt mit dem Japaner ein passendes Gefährt mit weitgehend unauffälligen Fahreigenschaften, das auch noch ganz passabel aussieht und im Alltag sparsam ist. In der von uns getesteten Ausstattung kostet der Wagen allerdings schon 10.760 Euro.

Technische Daten

Motorbauart: 1,2-Liter-Benziner, drei Zylinder, mit Fünfganggetriebe
Leistung: 59 kW (80 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 11,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Normverbrauch: 4,3 Liter je 100 Kilometer
CO2-Emission: 96 g/km
Effizienzklasse: B
Preis: ab 10.760 Euro