Mindestens neun Menschen sind getötet worden, als am Morgen nahe Bad Aibling zwei Personenzüge kollidierten. Die beiden verunglückten Züge werden von der Bayerischen Oberlandbahn unter der Marke Meridian betrieben. Seit Dezember 2013 betreibt Meridian drei Strecken in Bayern, von München nach Salzburg, Rosenheim und Kufstein.

Das Einbahngleis am Unglücksort wiederum steht unter der Kontrolle der Deutsche Bahn. Die Bahn setzt dort wie auf dem gesamten Streckennetz Systeme zur Zugbeeinflussung ein. Zwischen Kolbermoor und Bad Aibling handelt es sich um die sogenannte Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB 90). Sensoren an den Gleisen und an den Fahrzeugen messen dabei die Geschwindigkeit. Ist diese zu hoch (am Unglücksort waren laut Bahn 120 Stundenkilometer zugelassen), werden die Fahrzeuge automatisch gebremst – allerdings können die Lokführer weiter eingreifen.

Die Bayerische Oberlandbahn ist Teil des französischen Verkehrskonzerns Transdev, der mit insgesamt 83.000 Mitarbeitern in 20 Ländern tätig ist und etwa 6,6 Milliarden Euro im Jahr umsetzt. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen mehr als 5.000 Mitarbeiter und kommt auf einen Umsatz von knapp 850 Millionen Euro. Transdev bezeichnet sich als größter privater Nahverkehrsanbieter im lokalen Bahn- und Busbereich in Deutschland.

Lange vor dem Unglück in Bad Aibling hatte das Unternehmen zwischenzeitlich mit technischen und personellen Problemen zu kämpfen. Ein EVG-Streik wurde vor wenigen Monaten beigelegt. Die Bayerische Oberlandbahn beschäftigt nach eigenen Angaben 180 Mitarbeiter und betreibt ein Streckennetz von etwa 120 Kilometern.