Ein Mercedes-Benz 280 SL aus den späten sechziger Jahren © Patrick Broich/SP-X

Auch Gauner folgen dem Trend. Weil die Preise für historische Autos steigen und Young- und Oldtimer zudem bei Laien immer beliebter werden, hoffen Betrüger auf das schnelle Geld. Abgesehen haben es die Kriminellen insbesondere auf die Schnäppchenjäger unter den Young- und Oldtimer-Interessenten. "Sie sind mittlerweile so professionell und fälschen Papiere so gut, dass selbst Profis den Betrug kaum wittern", sagt Hannes Krämer, Rechtsexperte beim Auto Club Europa (ACE).

Ist ein Auto in Online-Autobörsen oder der Tageszeitung besonders günstig inseriert, sollte man vorsichtig werden. Hat man sich nicht über den Marktpreis informiert oder hofft auf ein Schnäppchen, hat die Falle ihren Zweck erfüllt. Zunächst mag noch alles seriös wirken. Die Papiere, Bilder und Unterlagen machen selbst für Experten auf den ersten Blick einen ordentlichen Eindruck. Das Auto gibt es oftmals sogar – nur gehört es nicht dem Verkäufer, auch wenn die falschen Papiere dies vorgeben.

Im Gespräch mit dem vermeintlichen Eigner (die Telefonnummer führt oft ins Ausland) stellt sich heraus, dass sich das Fahrzeug nicht in Deutschland befindet. So sollen potenzielle Käufer davon abgehalten werden, das Auto zu besichtigen. Und die Betrüger setzen den Interessenten unter Zeitdruck: Ein anderer potenzieller Käufer würde sich das Fahrzeug bereits am nächsten Tag anschauen. Durch eine Anzahlung über einen Bargeldtransfer wie Western Union könne sich der Interessent aber ein Vorkaufsrecht sichern.

Bargeldtransfers eignen sich laut ACE für den Autokauf nicht: Das Geld ist nicht abgesichert, und der Empfänger kann seine Identität durch gefälschte Papiere verschleiern. Oft schlagen die Betrüger auch eine Fahrzeugüberführung durch eine ausländische Spedition vor, dafür wird eine Anzahlung verlangt. Ist das Geld erst mal überwiesen, verschwinden der vermeintliche Verkäufer und die Spedition. In der Regel stellt sich dann auch heraus, dass die Fahrzeug-Papiere und der Pass gefälscht waren. Die Polizei kann den Betrüger nicht fassen, da E-Mail-Adressen und Telefonnummern keinen Rückschluss auf die Identität zulassen.

Bloß nicht unter Zeitdruck setzen lassen

Kaufinteressenten rät der Club deshalb grundsätzlich zu einer Besichtigung vor Ort, in Deutschland wie im Ausland. Kritische Verbraucher beauftragen (auch im Ausland) einen Gutachter, der den Zustand beurteilt. Versucht der Verkäufer Zeitdruck aufzubauen, ist das ein Warnhinweis: Der Zwang, sich schnell entscheiden zu müssen, lässt in der Regel keine Zeit, das Fahrzeug und die Unterlagen sorgfältig zu prüfen.

Je weniger Unterlagen der Verkäufer hat, umso misstrauischer sollte man sein. Denn Serviceheft, TÜV-Berichte und Rechnungen geben die Gelegenheit, sich bei diesen Stellen zu erkundigen. Trotzdem immer bedenken: "Unterlagen sind am Computer heute schnell gefälscht", sagt Experte Krämer.

Zum Verkäufer sollte man immer einen persönlichen Kontakt suchen. Auch kann man Telefonnummern oder E-Mail-Adressen in einer Suchmaschine eingeben und so Indizien finden, ob die Identität des Verkäufers stimmt oder es Hinweise gibt, dass sich dahinter ein Betrüger versteckt. Krämer warnt zudem davor, auf Handynummern im Ausland zurückzurufen. Dahinter könne sich eine teure Rufnummer oder ein gestohlenes Handy verbergen. Festnetznummern sind hier besser.

Vorabüberweisungen sind gefährlich. Doch ebenso ist von einer Zahlung an eine Speditions- oder Verschiffungsfirma abzuraten, die treuhänderisch tätig sein soll. Oft sind die seriös erscheinenden Webseiten gefälscht. Aber auch wenn man Barzahlung vereinbart hat, sollte man vorsichtig sein und mit größeren Summen nie allein zur Geldübergabe gehen. Sicherheitshalber kann man als Treffpunkt eine Bank oder eine Zulassungsstelle wählen.