Škoda Superb © Hersteller

Der erste positive Eindruck stellt sich ein, bevor man überhaupt in den Wagen eingestiegen ist. Den Škoda-Designern ist es beim Superb gelungen, den naturgemäß biederen Formen eines Kombi Schwung zu verleihen mit scharfen Falten, die sich durchs Blech ziehen. Auch das Heck ziert eine klare horizontale Kante. Die Front mit dem vergrößerten Kühlergrill wirkt dynamisch, aber nicht zu grimmig. Außerdem fällt das Dach – sehr trendy – zum Heck hin leicht ab. Das geht zwar zulasten des Innenraums, aber davon hat der Kombi wirklich genug.

Denn wie viel Platz man auf 4,86 Metern Länge unterbringen kann, überrascht im Praxistest – auch wenn man weiß, dass der Škoda Superb für viel Raum bekannt ist. 660 bis 1.950 Liter passen hinter die gegen Aufpreis elektrische Heckklappe. So viel schluckt sonst nur die Mercedes E-Klasse in der nächsthöheren Fahrzeugklasse. Luxuriös kommen die Fond-Passagiere unter: Ähnlich viel Raum zum Ausstrecken der Beine findet man sonst in der Oberklasse. Aber auch vorn sitzt man luftig mit viel Freiheit um die Ellenbogen und blickt auf ein geschmackvoll-sachlich eingerichtetes Cockpit im VW-Stil.

Auf der Straße fühlt sich der große Kombi ausgereift an: souverän und stattlich, mit viel Fahrbahnkontakt in der Lenkung. Für ein angemessenes Fortkommen braucht es nicht einmal einen der größeren Motoren. Der 1,4 Liter große Turbobenziner mit 110 kW (150 PS) reicht für die Bewältigung des Alltags vollkommen. Stadt, Land, hin und wieder ein bisschen Autobahn – dafür eignet sich dieser Ottomotor gut.

Spritsparend unter sechs Litern

Wer gern flott fährt, dreht das Aggregat halt über die 2.000er-Marke, so lässt sich auch der Zwischenspurt auf der Autobahn einigermaßen locker erledigen. Ansonsten kann man lässig über der Richtgeschwindigkeit mit Abstandstempomat (320 Euro) cruisen und sich vom überaus angenehm arbeitenden Spurhalte-Assistenten (820 Euro, beide ab Ausstattungsstufe "Ambition") die Arbeit abnehmen lassen; selbst durch Autobahnkurven lenkt der Assistent den Superb, ohne dass der Fahrer einschreiten müsste.

5,2 Liter auf 100 Kilometer gibt Škoda für den Benziner mit Zylinderabschaltung im Normverbrauch an. Spritsparend gefahren bleibt man auch tatsächlich gut unter der Sechs-Liter-Marke. Lässt man es sportlich angehen, ist aber auch ein Verbrauch von 7,5 Litern drin.

Gegenüber dem in der neuen Generation nochmals aufgewerteten Volkswagen Passat hält der Konzernbruder pflichtschuldig ein bisschen Abstand. Da liegt der Wolfsburger doch leicht satter auf der Straße und ist etwas feiner abgestimmt. Zudem sind im Passat ein wenig edlere Materialien verarbeitet, und VW behält Extras wie Head-up-Display, LED-Scheinwerfer oder das volldigitale Kombiinstrument exklusiv für den Passat zurück.

Der Umfang der Serienausstattung im Superb Active ist völlig in Ordnung. Das Auto bietet unter anderem eine Klimaanlage, Radio (mit USB), Berganfahrassistent, Nebelscheinwerfer und City-Notbremsassistent. Das Basismodell für 25.890 Euro hat einen 92 kW (125 PS) starken Benzinmotor und lässt sich mit sinnvollen Extras aufwerten. Die Aufpreise sind fair: So kosten Sitzheizung 240 Euro, Parkpiepser 340 Euro und das Infotainmentsystem Bolero unter anderem mit Multifunktionslenkrad, Freisprecheinrichtung und Smartphone-Anbindung (Mirrorlink, Apple Carplay, Android Auto) 1.070 Euro.