Der Seat Leon ist die sportlicher wirkende Alternative zum VW Golf. © Hersteller

Technisch ist der Seat Leon in der zweiten Generation identisch mit der fünften Baureihe des VW Golf. Allerdings ist der Spanier mit der internen Typenbezeichnung 1P optisch meilenweit von seinem Plattformlieferanten entfernt – der von 2005 bis 2012 gebaute Leon unterscheidet sich deutlich von seinem biederen Bruder aus Wolfsburg. Mit mandelförmigen Scheinwerfern, der schwungvoll gezeichneten Karosserie sowie dem flachen Dach verleugnete er seine Familienzugehörigkeit nahezu.

Mit der dynamischen Außenoptik lockt der Seat insbesondere jüngere Interessenten an. Doch auch im Innenraum überzeugt der Leon. Dazu gehören gute Platzverhältnisse vorn und hinten sowie ein Kofferraum, der bei umgeklappten Rücksitzen 1.166 Liter Gepäck fasst. Und auch die solide Verarbeitungs- und Materialqualität fallen positiv auf. Die Bedienlogik ist – wie auch von anderen VW-Modellen bereits bekannt – schlüssig.

Einen Kombi oder Dreitürer sucht man vergebens, denn der 1P wurde wie auch die erste Generation nur als Fünftürer angeboten. Wer anstelle eines Schräghecks lieber das auf deutschen Straßen in dieser Klasse seltene Stufenheck will, dem schlägt Seat den Toledo vor.

Seat hatte während der siebenjährigen Bauzeit des 1P mehr als 20 Motoren und Motorvarianten im Programm, mit einer Leistungsspanne zwischen 63 kW (88 PS) und 210 kW (286 PS). Neben Benzin- und Dieselmotoren gab es auch einen Autogasantrieb. Auch für Gebrauchtwagenkäufer sollte da das passende Aggregat dabei sein.

Reparaturen prüfen

Günstig ist der oft gekaufte und zuverlässige 1,2-Liter-Ottomotor mit 77 kW (105 PS). Bei höheren Geschwindigkeiten muss er sich aber ziemlich stark abmühen. Darum ist er in erster Linie Käufern zu empfehlen, die vor allem im Stadtverkehr unterwegs sind. Deutlich kräftiger und dabei nur etwas spritintensiver ist der 1,8 Liter große Benziner mit 118 kW (160 PS). Für Fahrspaß bot Seat den 117 kW (240 PS) starken Cupra an. Ein Exot auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist das Sondermodell Copa Edition mit 210 kW (286 PS), da es nur in geringer Stückzahl aufgelegt wurde. Soll es ein Diesel sein, stehen Aggregate von 66 kW (90 PS) bis 125 kW (170 PS) zur Wahl.

Da Seat-Fahrer häufig sparsamer sind, finden sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt viele Modelle mit Basisausstattung. In den höheren Ausstattungslinien Reference und Style ist der Leon nicht nur schicker, sondern auch ordentlicher ausgerüstet. Dann gehören beispielsweise ein Multifunktionslenkrad aus Leder, Audiosystem, Sitzheizung sowie beheiz- und anklappbare Außenspiegel zum Serienumfang.

Der Leon hat allerdings nicht nur die Technik des VW Golf übernommen, sondern auch seine Macken. So können im Seat ebenfalls Probleme bei der Steuerkette der TSI-Motoren und ein anfälliges Direktschaltgetriebe vorkommen. Beides allerdings in geringem Maße. Häufiger Ärger machen gebrochene Fahrwerksfedern und die Lichtanlage. Auch der korrodierte Auspuff gehört zu der Problemzone des eigentlich rostarmen Seat.

Vom Seat Leon aus Vorbesitz gibt es in den gängigen Internetbörsen eine riesige Auswahl. Modelle mit akzeptablen Laufleistungen finden sich ab 4.500 Euro. Aufgrund der breiten Streuung der Mängel sollte man beim Gebrauchtwagenkauf genau hinsehen und anhand von Reparaturrechnungen nachvollziehen, was bereits gemacht wurde.