Die Software eines selbstfahrenden Autos von Google hat einen Unfall verursacht. Mitte Februar waren ein Google-Auto und ein Linienbus in der kalifornischen Stadt Mountain View bei San Francisco zusammengestoßen. Google nahm in dem am Montag veröffentlichten Untersuchungsbericht die Schuld auf sich. "In diesem Fall tragen wir eindeutig eine gewisse Verantwortung, denn es hätte keinen Zusammenstoß gegeben, wenn sich unser Auto nicht bewegt hätte", sagte Google dem TV-Sender CNBC.

Es ist das erste Mal, dass Google einen Softwarefehler als Verursacher eines Unfalls einräumt. Bei vergangenen Unfällen mit Google-Autos galt stets menschliches Versagen als Unfallursache. Der Roboterwagen hatte die Spur wechseln wollen, um ein Hindernis zu umfahren. Er ließ zunächst mehrere Fahrzeuge passieren und fuhr dann los, obwohl sich ein Bus näherte. Die beiden Fahrzeuge stießen mit geringer Geschwindigkeit frontal zusammen, verletzt wurde niemand.

Der Google-Mitarbeiter am Steuer des umgerüsteten Lexus habe das Manöver nicht aufgehalten, weil er davon ausgegangen sei, dass die Zeit ausreiche oder dass der Bus notfalls bremse, teilte Google mit. Die Software sei nach dem Unfall angepasst worden. Die Autos berücksichtigten jetzt, dass es weniger wahrscheinlich sei, dass Busse und andere große Fahrzeuge sie durchließen.

Das Google-Auto ist nach Angaben des Konzerns zum Zeitpunkt der Kollision etwa drei Kilometer pro Stunde gefahren, der Bus fuhr gut 20 Kilometer pro Stunde. Von der Polizei liegt bisher keine Einschätzung zu den Umständen des Unfalls vor. 

Die selbstfahrenden Autos mit Google-Software sind in mehr als sechs Jahren über zwei Millionen Kilometer gefahren und waren in gut ein Dutzend kleinerer Unfälle verwickelt. In den meisten Fällen fuhren andere Autofahrer von hinten auf die Google-Autos auf.

Am Steuer jedes Google-Autos sitzt ein Mensch, der die Software überwachen und eingreifen soll, wenn er den Eindruck hat, dass sie überfordert ist. Kritiker hatten in der Vergangenheit immer wieder bemängelt, die Google-Autos seien zu vorsichtig unterwegs und behinderten den Verkehr. Die Polizei hatte einen Wagen herausgewunken, weil er zu langsam gefahren war.