Den neuen Prius will Toyota auch als Plug-in-Hybrid anbieten – sonst hält sich Toyota bei Steckdosen-Hybridautos zurück. © Kimimasa Mayama/EPA/dpa

Während deutsche Autohersteller hoffen, mit großem Engagement in Plug-in-Hybride rechtzeitig die Brüsseler CO2-Vorgaben für den Flottenverbrauch 2020 erfüllen zu können, sieht der weltgrößte Hersteller Toyota dem Thema sehr gelassen entgegen. "Wir werden keine Probleme haben, die EU-Flottenwerte auch ohne Plug-in-Elektrifizierung zu erreichen", sagt Karl Schlicht, Vizepräsident von Toyota Motor Europe (TME).

Die für Toyotas europäische Neuwagenflotte geltende CO2-Obergrenze lag 2015 bei 127 Gramm pro Kilometer; der CO2-Ausstoß der in Europa verkauften Toyotas lag im vergangenen Jahr aber bereits bei 114,9 Gramm, bezogen auf die Hybridmodelle in Deutschland sogar bei nur 87,4 Gramm.

Knapp die Hälfte aller Auris-Kunden wählt ein Modell mit der Aufschrift Hybrid und selbst beim Kleinwagen Yaris liegt die Hybridrate bei 33 Prozent. Jüngst hat Toyota seine Hybridangebotspalette mit dem RAV4 erweitert. Dessen Technik stammt aus dem Lexus NX 200. Der wesentliche Unterschied zum Prius ist der größere Verbrennungsmotor (2,5 statt 1,8 Liter) sowie ein stärkerer Elektromotor.

Deutschland-Geschäftsführer Tom Fux erwartet langfristig eine Hybridkaufrate von über 60 Prozent. Meist zu Lasten des Diesels. "Die Kunden sind noch offener für Hybrid geworden", sagt Fux. Über alle Baureihen hinweg hat Toyota europaweit einen Dieselanteil von nur noch 25,4 Prozent.

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"Hybrid ist die Torte"

Außer Zweifel steht: Toyota bleibt der Hersteller mit der längsten Hybrid- und Batterieerfahrung. "Hybrid ist für uns nicht die Kirsche auf der Torte, Hybrid ist die Torte", sagt Fux. Bislang hat Toyota weltweit in knapp 20 Jahren fast neun Millionen Hybridmodelle verkauft, davon 3,6 Millionen Prius. 31 Modelle sind global im Angebot, 14 in Europa. 60 Prozent aller derzeit produzierten Hybridautos tragen das Emblem von Toyota. Es gibt kein europäisches Land, in dem Toyota in Sachen Hybridverkäufe nicht Marktführer ist. Zwei Modelle werden sogar in Europa produziert, der Auris im englischen Burnaston, der Yaris im französischen Valenciennes.

Was das Know-how betrifft, hätte Toyota also keine Probleme, Hybride als Plug-in-Version relativ schnell auf den Markt zu bringen. Doch der Hersteller beschränkt sich auch weiterhin auf das Prius-Derivat, das noch bis 2017 in alter Form weiterläuft. Dann wird es zwar einen Nachfolger geben, mehr aber auch nicht. Die Kunden seien heute nicht bereit, für eine elektrische Reichweite von höchstens 25 Kilometern gegenüber dem normalen Prius mehrere Tausend Euro Aufpreis zu zahlen, um in der Praxis nur unwesentlich weniger zu verbrauchen.